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  • Über das Verstehen der Kunst, Künstler und der Kunstwerke

  • lisa
    lisa
    Nein, nein, nein.. da habe ich mich für Dich sehr mißverständlich ausgedrückt.

    Ich meine keineswegs, "jeder blubbert, was er will, und keinen kümmert es", sondern ich meine einfach, daß es vielleicht keine "einzige" "für alle" gültige Antwort gibt, wie man sich einen Zugang zu Kunst verschafft.

    Einer weiß schon sehr viel, ein anderer weiß noch sehr wenig.

    Einer braucht a-ha Erlebnisse, ein anderer nicht, der eine geht in Museen, der andere liest Bücher, der dritte verfolgt Diskussionen, der vierte macht selber, der fünfte mischt alles...

    Eine Lebensaufgabe vielleicht.
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  • _em_ton_sti_
    Rex, korrigier mich bitte gleich, wenn ich falsch liege. Ich glaube, du willst darauf hinaus, dass es so etwas wie (sichere, nachvollziehbare, sagbare...) Kriterien dafür gibt (oder geben müsste), ob etwas Kunst ist (oder auch nicht). Für den Fall, dass es diese Kriterien nicht gibt, befürchtest du eine Art von Beliebigkeit. Dann wäre alles Kunst oder nichts.
  • _em_ton_sti_
    Ich glaube nicht, dass es so etwas ein für alle mal "gibt". Allein schon weil in jedem Kunstwerk diese Kriterien neu verhandelt werden. Was Kunst ist oder sein könnte, bzw. sollte entscheidet die Kunst (was zählt alles dazu?) sozusagen selbst und diese Kriterien verscheiben sich ständig.

    Außerdem werden sie nicht ohne weiteres ausformulierbar sein. Es geht hier in gewisser Weise tatsächlich um eine Art "Können". Allerdings ein flüchtiges, immer wieder erneuert werden müssendes "Können". Dieses "Können" bezieht sich auf alle Teinehmenden. Und oft genug scheitert man mit diesem "Können", weil die Künstler es unterlaufen, um den "Fortgang" der Kunst zu "gewährleisten". Auch der Betrachter muss sozusagen immer weiter lernen, altes vergessen, neues aufnehmen ...
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  • lisa
    lisa
    Wenn in der Kunst (fast) alles erlaubt ist, sollten wir uns vielleicht mal dem wenigen widmen, was nicht erlaubt ist.

    Vielleicht finden sich dann eher Kriterien, an die man sich halten kann.
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  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    @lisa: dann sind wir aber flugs bei mittig ausgerichteten blümelein und weinenden zigeunerinnen...DIE sind nämlich in der kunst nicht erlaubt - nur im baumarkt...
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  • _em_ton_sti_
    http://thinks.com/jigsaw/art/van-gogh-sunflowers.jpg

    ... darauf würde ich nicht wetten :-) Brooklyn. Und auch nicht darauf, dass es nicht zukünftig "wieder" Blumenmaler gibt, die auch vom offiziellen Kunstsystem wahrgenommen werden.

    Kitsch ist sozusagen als Metakitsch ein durchaus akzeptiertes Thema der Kunst. Siehe Jeff Koons:

    🔗
  • _em_ton_sti_
    Ich hab mal versucht, zu "definieren", was den Unterschied zwischen einem Laien und einem Experten ausmachen könnte. Das ist natürlich recht grob - Übergänge sind möglich, aber im Großen und Ganzen könnte das hin kommen:

    Ein Laie ist jemand, der seine Vor-Urteile nicht überwinden kann und wenige (aber massive) Vor-Urteile hat.
    (Die Vor-Urteile beherrschen ihn.)

    Eine Experte ist jemand, der viele (fundierte) Vor-Urteile hat, aber (hin- und wieder) fähig ist, sie zu überwinden - er spürt, wenn die Vor-Urteile fällig sind.
    (Er beherrscht seine Vorurteile.)

    Wichtig: Vor-Urteil ist hier kein negativer Begriff! Deswegen die Getrenntschreibung. Jedem Urteil geht ja ein Urteil voraus und fundiert es - das ist das Vor-Urteil.
  • siku
    Die Abgrenzung zwischen Kunst und Kitsch wird in Germany sehr fix gezogen, Vorsicht ist da durchaus geboten. Trotzdem „Baumarktbilder“ werden auch Baumarktbilder bleiben. Aber van Gogh wäre, hätte er nur die Sonnenblumen gemalt, nicht so berühmt geworden und Jeff Koons wird wahrscheinlich auch nie zu den „Top 100“ in der Kunst zählen. Am zutreffensden finde ich bis jetzt die Aussage von INM dahingehend, dass jedes Kunstwerk (besser Gesamtwerk eines Künstlers) neu verhandelt werden müsse.
    Zu den Wohnzimmerbildern gibt es interessante Literatur von Wolfgang Brückner: Die Bilderfabrik (behandelt den Stubengeschmack bis ca. in die 60 Jahre des letzen Jahrhunderts 19....) Die Bewertung Kunst oder minderwertige Dekoration war schon in der Frühromantik bei C.D.F. und Runge ein Thema.
    Allerdings sollte man die beiden Begriffe Kitsch und Volkskunst nicht in einem Topf vermischen.
  • artorange
    artorange
    es ist möglich jemanden, der einen satz gelesen hat zu fragen, ob er diesen satz verstanden hat. es wird auf jedem fall festgestellt, ob derjenige lesen kann.
    bei einem bild sieht es ganz anderes aus: es ist durchaus möglich, dass jemand, der nicht "schreiben" kann, so tut als ob er ein bild malen würde, und ein anderer, der nicht "lesen" kann, gibt vor das bild zu verstehen. früher haben nur kunstkritiker den gemälden, die von affen oder anderen wilden tieren "gemalt" wurden philosophische hintergründe attestiert, aber seit es internet gibt vermarkten die (kunst)analphabeten ihre werke selbst.

    es ist vielleicht kommunikativ aber unproduktiv über die differenzen der subjektiven kunstverständnisse zu reden. relevant ist das, was alle definitionen verbindet - das ist die kunst. ich fürchte nur diese definition wird immer nonverbal bleiben.
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  • xer
    Ja Lisa, Lebensaufgabe auf jeden Fall. Und doch, so glaube ich, kommt irgendwann der Zeitpunkt, da kümmert es einen einfach nicht mehr was die anderen denken, oder man ist das Thema satt, oder man empfindet das als irrelevant da man andere Aufgaben hat, oder oder oder :o)

    Lisa, was ist in der Kunst nicht erlaubt?
    (Sabine, ich glaube Lisa wollte eher die andere Seite "des Extremen" anvisieren (???))

    INM: >> Ich glaube, du willst darauf hinaus, dass es so etwas wie... <
    Du kommst dem was ich zu sagen versuche recht nahe, allerdings könnte das schnell missverstanden werden, ich suche nach "mathematischen Formeln" mit denen sich so etwas entscheiden lässt. Dieses liegt mir aber sehr fern

    Ich glaube nicht, dass es so etwas ein für alle mal "gibt". Allein schon weil in jedem Kunstwerk diese Kriterien neu verhandelt werden. Was Kunst ist oder sein könnte, bzw. sollte entscheidet die Kunst (was zählt alles dazu?) sozusagen selbst und diese Kriterien verscheiben sich ständig.

    Außerdem werden sie nicht ohne weiteres ausformulierbar sein. Es geht hier in gewisser Weise tatsächlich um eine Art "Können". Allerdings ein flüchtiges, immer wieder erneuert werden müssendes "Können". Dieses "Können" bezieht sich auf alle Teinehmenden. Und oft genug scheitert man mit diesem "Können", weil die Künstler es unterlaufen, um den "Fortgang" der Kunst zu "gewährleisten". Auch der Betrachter muss sozusagen immer weiter lernen, altes vergessen, neues aufnehmen ...

    Ja, ich glaube das trifft es ziemlich genau. Was ich hier aber noch vermisse ist die Antwort auf die entscheidende Frage: Woher kommt dieses Können

    INM, Kitsch wurde bereits thematisiert, "zu Kunst erkoren". Würde man das noch mal tun, wäre es ein aufgewärmtes fades Süppchen, oder?

    AO, es ist nicht bös gemeint, aber dein Beitrag erscheint mir wie Ausflüchte. Was ich nicht aus dem Stehgreif formulieren kann, brauche ich nicht weiter zu beachten.
    AO: >> es ist vielleicht kommunikativ aber unproduktiv über die differenzen der subjektiven kunstverständnisse zu reden. relevant ist das, was alle definitionen verbindet - das ist die kunst. ich fürchte nur diese definition wird immer nonverbal bleiben<
    Verstehe ich das richtig? Man soll sich keine Gedanken darüber machen was Kunst ist, entscheidend ist, dass es Kunst ist. Sie ist halt nonverbal. Na vielen Dank. Sorry

    Oder habe ich dich missverstanden?
  • geronimo
    geronimo
    hi, kunstverständnis oder die bewertung von kunst nach sogenannten objektiven kriterien, hat sich im laufe der jahrhunderte grundlegend geändert und diese veränderung wird weitergehen. heutiges kunstverständnis wird doch in erster linie durch den zeitgeist, mode, ja und zusehends durch die medien beeinflusst, die dazu beitragen neue richtungen und entwicklungen populär "en vogue" zu machen. nicht zuletzt ist kunst auch "big business" und ob man will oder nicht haben auch die preise einen einfluss auf so etwas wie kunstverständnis, da sie hohe aufmerksamkeit, auch und besonders unter sogenannten experten hervorrufen. ab einem gewissen kenntnisstand, über historie, stile und techniken, entwickelt sich ein eigenes individuelles kunstverständnis, dass man ja mehr als einen prozess verstehen sollte, der keinen endpunkt kennt. die suche nach einer konkreten definition ist daher für mich zum scheitern verurteilt. der gesamte thread scheint dies zudem nahe zu legen.
    Signature
  • xer
    >> der gesamte thread scheint dies zudem nahe zu legen
    Das mag sein, wir werden sehen:o)

    >> die suche nach einer konkreten definition ist daher für mich zum scheitern verurteilt
    Niemand sucht nach einer konkreten Definition Geronimo. Zwei, wie ich finde, sehr wichtige Aussagen haben wir doch schon. Die von INM ("Ich glaube nicht, dass es so etwas ein für alle mal "gibt". Allein schon weil in jedem Kunstwerk diese Kriterien neu verhandelt werden..." usw) und die von dir eben (Bis auf die letzten beiden Sätze)
  • odnaliW_ocsicnarF
    .--.
  • iriJ
    Zwei, wie ich finde, sehr wichtige Aussagen haben wir doch schon.


    @rex, wie sieht deine eigene aus?

    Haben diesen Threat von anfang an Verfolgt , mal mit mehr mal mit weniger Interesse.
    Am Ende bin ich genauso schlau wie zuvor.
  • xer
    Ich will hier niemandem irgendetwas beibringen, ganz im Gegenteil. Ich frage euch, wie seht ihr das? Was bedeutet das Kunst zu verstehen, die Künstler und ihre Werke. Zwischendurch schreibe ich so etwas wie eine "Zwischenbilanz". Dort versuche ich, einige Gedanken aufzugreifen, denke darüber nach und schreibe es dann entsprechend hin. Wie ich es gerade eben erwähnt habe, kommen meinen wagen Vorstellung davon, die letzten Beiträge von INM und von Geronimo, am nähesten. Das bedeutet aber nicht, dass für mich die anderen nicht wichtig wären, denn all diese Beiträge führen uns (hoffentlich) zu einem Punkt, an dem wir sagen: ok, das war´s. Besser werden wir´s nicht hinkriegen. Dabei bin ich keinesfalls ein Oberguru, sondern fühle mich eher wie ein Schüler, der die Aufgabe übernommen hatte, eine Unterrichtseinheit zu moderieren. Hört sich vielleicht Banane an, ist aber so, ob´s passt oder nicht.
    Wenn du diesem Thread nichts Positives abgewinnen konntest, ist es sicher schade, aber nicht weiter tragisch. Ich bin sicher, es gibt den einen oder anderen hier, dem es sehr wohl etwas gebracht hat. Danke der Nachfrage
  • rotcaeR_onuJ
    Hi Juno_Reactor, einerseits hatte bisher noch niemand hier gemeint, Kunst wäre mit Wohnzimmerdeko gleichzusetzen;


    Warum nicht?

    Ich höre gelegentlich folgendes Argument: "Du machst großartige Bilder, aber ich würde sie mir nicht ins Wohnzimmer hängen; sie sind zu brutal."

    Sprich, die Betrachter akzeptieren meine Bilder als Kunst, finden aber meist, daß sie nicht zu ihrem Dekostil passen. :-D Im Ernst: Ich finde es in Ordnung, wenn jmd. Kunst _auch_ als Wohnzimmerdeko versteht.

    Wohin sonst mit ihr? In den Tresor? Meine Bilder verstauben in aller Würde unter der Kommode und hinterm Schrank meines Arbeitszimmers. Zu den wenigen verscherbelten habe ich keinen Kontakt mehr, bin aber auch nicht unterhaltspflichtig.

    andererseits finde ich es etwas widersprüchlich, wenn man zunächst meint, Kunst zu verstehen (wobei das eigentlich die falsche Formulierung ist*) sei, sie anzunehmen und zu akzeptieren, dann aber nichts damit zu tun haben will. "Ist doch nichts für´s Wohnzimmer!" Ok, annehmen und akzeptieren heißt nicht zwangsläufig mögen, oder gar lieben. Im Umkehrschluss muss man sich aber fragen, ob Annahme und Akzeptanz, Verstehen bedeutet. Wenn ich einen Punk akzeptiere, heißt das doch nicht, dass ich auch nur ein kleines Bisschen von der Ideologie, die für ihn so wichtig ist verstehe, oder?
    Annehmen und Akzeptieren reicht nicht aus! Ich muss mich mit ihm beschäftigen, lange Gespräche führen, Bücher zu diesem Thema lesen usw. Erst dann habe ich die Chance zu Verstehen.


    Ha ha, Punk und Ideologie. Sorry, aber Du überbewertest viell. den Punk und seine "Weltsicht", wahrscheinlich auch die Wichtigkeit von Kunst und Künstlern.

    Der Punk hat im Allgemeinen keine Ideologie. Ich weiß das ;-)

    Es gibt natürlich Menschen, die viel Theorie anhäufen müssen, um etwas verstehen, begreifen zu lernen; das hat in meinen Augen etwas, naja - Autistisches. Es ist, meiner Empfindung nach, ein recht selbstbezogenes Analysieren. Wer denkt, nur so verstehen und akzeptieren zu können, der soll das so machen. Ich behaupte, es gibt durchaus intuitives, nicht-analytisches Verstehen, und daraus kommend eine Akzeptanz.

    Wenn ich keine Worte, oder eine Erklärung zu einem Kunstwerk finde (wobei, wie vorher schon gesagt, nicht jedes Werk etwas "zu sagen" hat), bedeutet das nicht, dass es mir an etwas mangelt? Ich kommen wieder zurück auf den Punk. Wenn wir uns zusammensetzen und er erklärt mir etwas von seiner Ideologie, ich nicke zwei oder drei Stunden lang und gehe dann anschließend gelangweilt nach Hause, weil ich kein einziges Wort kapiert habe, heißt das nicht, das es mir an etwas mangelt?


    Woran soll mir dann mangeln? An Wortschatz, an Phantasie, Einfühlungsvermögen, oder an analytischem Verstand? Zurück zum Beispiel Kunstverständnis: Ich finde es von Künstlern reichlich anmassend, sich wichtig oder wichtiger als der "dumme" Rest, der nicht versteht oder nicht verstehen will, vorzukommen. Und was den Punk betrifft: vielleicht hat er ja nicht die richtigen Worte gefunden (langweiliger Stil, kleiner Wortschatz, ideolog. Beschränktheit?); daß also ihm an etwas mangelt?

    Vielleicht mangelt aber keinem an etwas? Wenn es keine gemeinsame Basis des Verstehens gibt, kann und muß man sie nicht gewaltsam erzwingen.

    Kunst ist doch ganz sicher nicht nur Bauch oder Wohnzimmerdeko, es ist mehr und um das zu verstehen, muss man sich damit beschäftigen, intensiv auseinandersetzen.. Informationen sammeln, diskutieren und und und. Es soll ja Leute geben, die so etwas sogar studieren! Sorry, war nur Spaß. Ich meine, das allein zeigt schon, wie komplex, tiefgehend und schwierig dieses Fach ist, ansonsten gäbe es doch nur Abendkurse bei der VHS, oder?


    Ich denke, wer an Kunst und der Analyse von Kunst und der Kunstgeschichte etc. interessiert ist, soll sich gerne damit beschäftigen, egal wie und wo; wenn die nicht analytisch Interessierten nicht erklären können, warum sie ein Werk nun mögen oder nicht, ist das nicht weiter von Bedeutung. Die kosmische Ordnung wird daurch nicht gestört. Wie auch nicht vom ideologiefreien Punk.

    JR: >> Die Frage nach dem Verstehen von Kunst ist, glaube ich, typisch für die westliche Welt, wie auch die Verachtung von Liebhabern trivialer Kunst<
    REX: Was willst du damit sagen? Wieso soll das typisch für die westliche Welt sein? Glaubst du, dass es den Rest der Welt nicht interessiert? Hm, ich fürchte, mit dieser Meinung bist du hier ziemlich einsam.


    Es ist irrelevant, ob ich damit ziemlich einsam bin. Schließlich habe ich _meine_ Meinung ausgesprochen, und nicht die der Allgemeinheit. :-)

    Die Neigung zur Analyse von Kunst, um sie zu "verstehen", kenne ich nur aus dem Okzident/"Alte Welt". Ich lasse mich gegebenenfalls natürlich gerne eines Besserern belehren.

    Bitte erkläre doch was du damit meinst, für die westliche Welt sei es typisch, Liebhaber trivialer Kunst zu verachten? Zunächst, was zum Kuckkuck ist triviale Kunst? Und wie kommst du darauf, dass die westliche Welt diese "triviale Kunst" verachtet? Oder meinst du mit trivialer Kunst, Kitsch? Falls ja, würde mich doch etwas interessieren: was würden wir beide an den Wänden der westlichen Welt entdecken, wenn wir uns.. sagen wir mal eine Million Haushalte, nach dem Zufallsprinzip anschauen würden. Ich nehme an, du müsstest deine Meinung sehr schnell ändern.


    Ich spreche dabei von einer kleinen Menge ernsthaft Kunstinteressierter (um die geht es hier doch, oder?), die gerne ihr "Verstehen" zur Schau stellt. Diese kleine Menge, klein gemessen an der Vielzahl derer, denen Kunst nicht so wichtig oder sogar egal ist, verachtet triviale Kunst -> Kunst, die man von mir aus auf Jahrmärkten findet, sentimentales Zeug (ich verstehe Sentimentalität als eine Form von Geistesgestörtheit). ZB das weinende Strassenkind, welches ich zur Kunst machen kann, durch ironischen Bezug oder sonstige Verfremdung.

    Der sich ernstnehmende Kunstkenner versteht und akzeptiert diese triviale Kunst oder das Kunsthandwerk nicht. Gleichzeitig kann er sich an Kultfiguren aus Übersee, die "nur" triviales Kunsthandwerk sind, begeistern, er stellt sie gern als Kunstobjekte in seiner großbürgerlichen Wohnung auf.

    JR: >> Wobei mir einfällt, daß Kunsthandwerk von anderen Kontinenten kommend großen Einfluss auf das Kunstverständnis und die Kunstproduktion in Europa gehabt hat, bzw. weiterhin hat, während hiesiges Kunsthandwerk unter Kunstliebhaberneinen schweren Stand hat<
    REX: Ich finde hier zwar keinen Bezug, zu deiner bisherigen Aussage, es ist dennoch sehr interessant. Kannst du ein Paar Beispiele nennen, wann und wie das Kunstverständnis und die Kunstproduktion in Europa sehr stark, durch das Kunsthandwerk von anderen Kontinenten kommend, beeinflusst wurde?


    Kunsthandwerk aus Indien, China, Japan, dem afrikanischen Kontinent, Persien - Picasso war von afrikanischen Skulpturen begeistert. Wenn ich mich richtig erinnere, haben ihn diese sehr beeinflusst, was in seiner kubistischen Phase zum Ausdruck kam.

    Die Künstler des Jugendstil sind von fernöstlicher Kunst bzw. Kunsthandwerk inspiriert worden.

    Sorry, wenn ich jetzt 1000 Fragen auf ein mal stelle. Weshalb kommst du zu der Ansicht, hiesiges Kunsthandwerk hätte unter Kunstliebhabern einen schweren Stand?


    Weil es keine hohe Kunst ist. Gemäß den Ansprüchen elitärer Kunstliebhaber an die Kunst bzw. die Künstler.

    Was nun hohe Kunst ist, ist mir ein Rätsel. Und ob ich sie mir ins Wohnzimmer hängen darf, ebenfalls; vorausgesetzt, ich kann sie mir leisten.

    JR: >> Eine Auswirkung ist, daß manche KünstlerInnen der Überzeugung sind, das falsche Publikum zu haben. Eine andere, daß manche KünstlerInnen von niemanden, auch von sich selbst nicht verstanden werden. Das hat aber auch einen ganz eigenen Reiz, oder?<
    REX: Nun verstehe ich schon wieder nichts. Sorry! Wie meinst du das? Kunst zu verstehen, hat die Auswirkung, dass manche Künstler glauben sie hätten das falsche Publikum? Wenn ich Kunst verstehe, hat das die Auswirkung, dass manche Künstler von niemandem, ja noch nicht ein mal von sich selbst verstanden werden?
    Bitte, kannst du das erklären?


    Eine Auswirkung der Annahme, der Akzeptanz, kann dazu führen, daß manche KünstlerInnen zu der Überzeugung kommen, das falsche Publikum zu haben, weil dieses Publikum behauptet zu verstehen. Es gibt ja Künstler, die wollen nicht verstanden werden, oder lieber nur von jenen, die Geld haben, als von denen, die die Werke annehmen, aber nicht bei sich aufhängen oder aufstellen wollen.

    Die andere Auswirkung ist die, daß eine aktuelle Mode bestimmend auf das Kunstverständnis, die Annahme, die Akzeptanz, wirkt; kann schon auch bedeuten, daß nicht nur das Publikum nicht versteht, sondern auch der Schaffende nicht, nicht seine Werke, nicht sich selbst. :-D

    Übrigens, etwas reizvolles, kann ich daran nicht erkennen :(


    Woran?

    Ich kann das Reizvolle daran ja schon erkennen. Es bringt mich zum Lachen.

    JR: >> Aber das ist ja nicht weiter wichtig. Es ist mir egal, ob ich "verstanden" werde, oder nicht<
    REX: Ich bin froh, dass es Künstler gibt, die das anders sehen


    Warum bist Du darüber froh, und was genau freut Dich? Daß andere sich und ihr Zeugs allzu ernst nehmen?

    * Zu sagen "Kunst verstehen" ist eigentlich nicht richtig. Erstens haben wir keine Definition von Kunst und werden sie nie bekommen. Schon allein das, macht die Formulierung "ungültig". Und selbst wenn wir sie hätten, wäre das wahrscheinlich gleich zu setzen, als wenn ein Psychologe behauptet, er verstehe den Menschen. Das aber nur so am Rande


    Willst Du damit sagen, der Psychologe verstehe den Menschen im Grunde nicht? Falls ja, die Annahme, ein Verstehen sei im Grunde nicht möglich, ist mir zu totalitär.

    J.R.

    P.S.: Sorry für mögliche Mißverständnisse.
  • iriJ
    Wenn du diesem Thread nichts Positives abgewinnen konntest, ist es sicher schade, aber nicht weiter tragisch.


    @ rex, wie kommst du denn darauf?
  • xer
    So:

    Haben diesen Threat von anfang an Verfolgt , mal mit mehr mal mit weniger Interesse.
    Am Ende bin ich genauso schlau wie zuvor.
  • siku
    Hi Rex,
    wäre es eventuell möglich, dass du dir in deinen Zusammenfassungen die Gedanken heraussuchst, die dir von vornherein schon vertraut waren, nämlich - was Kunst ist, bleibt größtenteils offen, also wir bemühen uns ja, aber Kunst ist nun einmal eine private Angelegenheit...

    Zitat Rex: „zu sagen „Kunst verstehen“ ist eigentlich nicht richtig. Erstens haben wir keine Definition von Kunst und werden sie nie bekommen.“

    So ausdrücklich ist das nicht richtig, INM hat gerade Erklärungsversuche gestartet und in anderen Beiträgen sind immer wieder Kriterien genannt worden, so dass ich sie hier nicht zum X-ten Mal aufzählen will. Wie wäre es denn, wenn wir die Kunstfrage mal aus der Sicht eines Käufers bzw. Sammlers betrachten. „Privatsache“ bleibt sie dann doch nur, wenn sich der finanzielle Einsatz in Grenzen hält. Sobald ein Sammler hohe Geldbeträge investiert, sucht er in der Regel Rat bei Fachleuten, Museumsmanagern und Galeristen.
    Ich bin auch der Meinung: Kunst und „Wohnzimmerdekoration“ (in diesem Zusammenhang irgendwie ein Unwort) schließen sich keinesfalls aus – gerade in diesem Punkt lunst die vorgefasste Meinung um die Ecke. )))
    Psychologie ist eine Disziplin ;-), die unser gesamtes Leben betrifft. Für die Frage nach „Kunst“ ist sie eher unbedeutend. Experimentelle Ästhetik [= aus der Sicht des Betrachters bewertet, seit: Gustav Theodor Fechner 1801-1887) hat im künstlerischen Bereich nicht gerade überzeugt.
    Beste Grüße siku

    Übrigens finde ich, dass du auf den letzten Seiten eine interessante Diskussion in Gang gebracht hast.
  • xer
    >> Ich finde es von Künstlern reichlich anmassend, sich wichtig oder wichtiger als der "dumme" Rest, der nicht versteht oder nicht verstehen will, vorzukommen<
    Wo hast du denn das bitte her?

    >> Ich spreche dabei von einer kleinen Menge ernsthaft Kunstinteressierter (um die geht es hier doch, oder?), die gerne ihr "Verstehen" zur Schau stellt<
    Sag mal, das ist doch jetzt nicht dein Ernst oder?

    Diese kleine Menge, klein gemessen an der Vielzahl derer, denen Kunst nicht so wichtig oder sogar egal ist, verachtet triviale Kunst
    Wie kommst du den darauf???

    >> Der sich ernstnehmende Kunstkenner versteht und akzeptiert diese triviale Kunst oder das Kunsthandwerk nicht.
    Wie kommst du den darauf???

    >> Gleichzeitig kann er sich an Kultfiguren aus Übersee, die "nur" triviales Kunsthandwerk sind, begeistern, er stellt sie gern als Kunstobjekte in seiner großbürgerlichen Wohnung auf
    Wie kommst du den darauf???

    Weißt du JR, du behauptest über Tatsachen informiert zu sein, diese verbreitest du hier auch. Für mich sind es nur Thesen, deine Meinung dazu und sonst nichts. Sie gelten auch nicht mehr, als wenn ich sage: Putin versteht nichts vom guten Essen. Er mag gerne Tomatensaft mit Apfelkuchen. Ich finde es daher müßig über so etwas zu diskutieren. Deine Meinung interessiert. Fakten, die du dir selbst zurechtgestrickt hast, interessieren (mich) dagegen nicht. Ein, wenn auch etwas wackeliges, Beispiel, welches aus deiner These einen Fakt macht ist:

    JR: >> Picasso war von afrikanischen Skulpturen begeistert. Wenn ich mich richtig erinnere, haben ihn diese sehr beeinflusst, was in seiner kubistischen Phase zum Ausdruck kam

    Was die Punks angeht: https://de.wikipedia.org/wiki/Punk
    Bitte auch die weiterführenden Links beachten


    PS: Ich >> als wenn ein Psychologe behauptet, er verstehe den Menschen
    JR: >> Willst Du damit sagen, der Psychologe verstehe den Menschen im Grunde nicht?
    Ja! Mit "Mensch" meinte ich die Rasse. Es ist unmöglich dass ein Psychologe auf alle im, den Menschen betreffende Fragen, korrekt beantworten kann. Dafür ist der Mensch zu komplex. Eben so wie die Kunst... na ja, vielleicht etwas komplexer :/
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