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  • MAFIA?

  • rep MAFIA ?
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    es ist immer noch eine vergleichsweise kleine gruppe in der gesellschaft, die sich ernsthaft auf kunst ihrer zeit einlässt. ihre einsichten prägen die -offizielle kunstpolitik- aber karambolagen mit der weiteren volksmeinung beweisen immer wieder, dass von einem verlässlichen konsens keine rede sein kann.

    auf einer documenta zeigte der grafiker klaus staek ein plakat: weiss auf schwarzem grund war darauf zu lesen: -die kunst ist frei-
    daneben aus sattgelbem schweizer käse geschnitzt, war das wort -kunst- unter eine gestylte glasglocke appliziert .
    kaum anzunehmen, dass k.staek kunst für käse hielt. sein apell konnte nur lauten, die kunst aus dem gehäuse zu befreien, in dem es nichts zu suchen hatte und der auseinandersetzung auszuliefern.
    die frage war: wer hatte die kunst unter das ding praktiziert?
    die antwort: die "kunstverwalter" landauf, landab.

    sie nämlich haben sich mit den widersprüchen der moderne sehr bequem eingerichtet.
    auf ihren sachverstand pochend, leiteten sie aus dem bildersturm von 1937 eine pflicht für das gemeinwesen ab. die allgemeine pflicht, zu allem ja und amen zu sagen, was sie als kunst unters volk bringen.
    dass um kunst, die ihre mitwelt herausfordern soll und will, streit erlaubt und sogar unvermeidlich ist, leugnen sie nicht. aber... diesen streit fechten sie, sozusagen "stellvertretend" in einer art "priestertum" lieber unter sich aus. das volk soll in ehrfurcht das maul halten und auf kommando staunen.
    in mahnendem ernst heisst es:

    ---"kunst... ist ein abstrakter begriff. ihre konkrete erscheinungsform ist das kunstwerk, dass sich von anderen menschlichen artefakten dadurch unterscheidet, dass ihm die besondere eigenschaft, -kunst- zu sein zugesprochen wird.
    hierzu genügt es nicht, dass der hersteller eines solchen artefaktes sich -künstler- und sein produkt -kunst- nennt. es bedarf der beistimmung einer reihe "befugter individuen", gruppen, interessenten, institutionen, die oft erst nach kontroverser auseinandersetzung darin "übereinkommen". dem angebotenen artefakt das prädikat -kunst- zu verleihen.
    mit dieser qualifikation tritt es in einen sonderstatus ein. es geniesst einen gesetzlichen schutz, steuerrechtliche privilegien, es wird ausgestellt, erreicht besondere preise, wird sammel- und museumswürdig und schliesslich auch wissenschaftswürdig. ein gegenstand der kunstgeschichte."---

    der verfasser ist eine leuchte der kunstwissenschaft und sein selbstbewusstsein steht ihm so gut zu gesicht wie seine definitionskunst. die befähigung, artefakte... zu kunstwerken zu erklären, nimmt er jedoch nicht für sich und seinesgleichen in anspruch, sondern für eine -kongregation- von "befugten", deren befugnis ziemlich mysteriös bleibt.
    darum sei die frage erlaubt: durch welche weihen wird einer befugt???
    durch promotion, die er durch studium und erfolgreiche prüfungen erreicht?

    bei jenem seltsamen prozess der beförderung von gegenständen zu > kunstwerken wirken, leicht ersichtlich, auch andere kräfte mit. marktkräfte zum beispiel oder meinungsfabrikanten. andererseits kann einer wer weiss wie lange kunstgeschichte studiert haben und wird unter den "befugten" doch nie gesehen.
    nein. "befugt" wird jemand auf ganz andere weise. aufgenommen in die -kongregation- wird er durch "augenzwinkern"
    mit hochentwickeltem instinkt nämlich erkennt die ehrenwerte vereinigung der "befugten", dass er das zeug hat, einer der ihren zu sein, blinzelt sich und ihm dies zu, und wenn es um seinen eigenen instinkt entsprechend bestellt ist, blinzelt er zurück und erweist sich der so vollzogenen zuwahl würdig, indem er den obwaltenden urteilen über kunst beitritt.
    so verfährt beileibe nicht nur die -kunstkongregation- dieser ritus wird überall dort geübt, wo mitgeschleppte gesinnungen die argumente zur sache prägen.
    also so ziemlich überall... wenigstens aber in vorwiegend spekulativen angelegenheiten.
    weil aber jedes urteil über kunst an einer prinzipiellen unübersetzbarkeit der bilder in worte krankt, empfiehlt sich hier höchste wachsamkeit.
    sie empfiehlt sich auch aus einem anderen schwerwiegenden grund:
    jedesmal nämlich, wenn sich die kunst originalität herausnimmt, sieht sich die "vereinigung der kenner" genauso herausgefordert wie das weitere publikum...
    da wir aber aus guten gründen von der kunst originalität erwarten und unsere wertschätzung an ihr ausrichten, laufen die "kenner" ständig gefahr, ihre urteile berichtigen zu müssen.
    die neigung, sich vom neuen in der kunst beleidigt zu fühlen, ist weit verbreitet. für die "kunstkenner" steht aber jedesmal ihre -glaubwürdigkeit- auf dem spiel.

    sorge um die glaubwürdigkeit verführt dann dazu, an vorurteilen festzuhalten und irrtümer zu heiligen. so entstehen -dogmen-
    usw...usw...

    dies zeilen sind ein auszug aus "kollaps der moderne" von jost nolte.
    ich hab das etwas gekürzt, sinngemäss, inhaltlich aber unverändert gelassen.

    hier wird die uralte frage aufgeworfen: ...was ist kunst!?
    und nicht zuletzt: wodurch und wen wird etwas kunst!?

    ich möchte hier auch sofort mein kurzstatement loslassen:
    das ist zwar historisch und sozio-wissenschaftlich etc. nicht uninteressant, mir aber persönlich aufgrund meiner erfahrungen shitegal.
    feststeht, dass die meisten, die heute als grosse namen am kunsthimmel leuchten, längst tot sind und ihnen dass alles nichts mehr nützt. sie murksten engagiert innerhalb ihrer lebenszeit meist angefeindet herum und man wartete mit der anerkennung ihrer leistung, bis sie endlich unschädlich waren, indem sie 2 m unter der erdoberfläche verfaulten.
    diejenigen die heute schon glänzen, (ich sage mal hochbezahlt) sind selten genies. sie sind ein wirtschaftsfaktor einer kunstmafia. es geht zu wie in der popindustrie.
    der künstler wird zum produkt der vermarktenden kunstmanager im hintergrund.

    klar ist meine meinung crass verkürzt und subjektiv. aber das liegt in der natur der sache, nicht wahr?

    :)))
  • iriJ
    Habe den Text mit Interesse gelesen, pflichte deinem Satement bei.

    Würde die Verantwortlichen nicht gerade der Mafia zuordnen (war von dir auch nicht beabsichtigt), mafiose Züge sind jedoch unübersehbar.

    Ich kann nur aus meinen Erfahrungen sprechen.
    Die Strukturen die hier im Globalen aufgezeigt werden sind durchaus in den regionalen Kunstraum übertragbar.
  • odnaliW_ocsicnarF
    Tja. :o))
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  • artorange
    artorange
    das volk soll in ehrfurcht das maul halten und auf kommando staunen


    wenn man "soll" durch "will" ersetzen würde, wäre es ein ein sinnvoller satz.
    es kann keine mafia geben, ausser das volk möchte eine haben.

    durch welche weihen wird einer befugt???
    durch promotion, die er durch studium und erfolgreiche prüfungen erreicht?


    ach quatsch: kunst kann man nicht lehren, lernen, studieren, oder prüfen.

    mafiose strukturen in der kunst-nomenklatura ist das kleinere übel.
    Signature
  • geronimo
    geronimo
    hi, dachte das sei weitgehend klar. kunst ist und war doch wirklich nie reiner selbstzweck, so was glauben nur ganz verklärte anhänger, denen jeglicher bezug zur realität abhandengekommen ist. die kunst braucht zuschauer, die befinden sich im sogenannten markt und märkte brauchen gurus, selbsternannte, oftmals sehr clevere, die akademischen und die pseudo-wissenschaftlichen, die als legitimations beiwerk fungieren. nicht zuletzt gibt's die sammler, die sponsoren, die mutmacher und professionellen förderer, spekulanten, die sog. trendentdecker die an der grossen marketingrolle drehen, mit möglichst viel lauten geräuschen. die öffentliche hand begleitet zuschauend und begierig dieses spektakel, kauft bei auktionen was der steuerzahler so hergibt und die landesfürsten lassen sich dann anschliessend vor berühmten bildern fotografieren und lassen sich vom volke feiern (frage: wieviel stimmem bringt ein van gogh?), weil sie bunte spiele liefern. eigentlich wird der künstler da kaum gebraucht, eher so als hintergrundstory oder wie ein logo, die meisten sind ohnhin tot, ich meine die für die die grossen scheine hingelegt werden. also hype ohne ende, der künstler stört da meist nur, oft fehlt ihm die "aerodynamik" für solche umgebungen und bis man ihn trainiert hat ist er wieder out, denn die experten und der markt brauchen ja ständig nachschub, schon wegen der legitimation des expertentums... mafia?, da lass ich das fragezeichen mal an seinem platz, bei irrenhaus, mach ich sofort ein ausrufezeichen dran....man könnte es vielleicht culturetainement nennen, wobei mir bei dem begriff etwas die kohle fehlt...
    Signature
  • IchWarZuerst
    IchWarZuerst
    Originalität-Copyright.Die Frage ist wollen wir etwas machen oder können wir etwas dagegen tun? Wie z.b krass gesagt selektionieren (uns verstecken und gute Agenten zum Overground haben :)). Overground(POP) braucht Underground ,und Existenz braucht das umgekehrte. Ich bin mir sicher das diese Seite schon von Leuten (weltweit) besucht worden ist und unsere Ideen besser verkauft wurden (von Leuten die nicht mehr in Undergrond sind) aber die, welche diesen Bezug zum NochNicht(ge)poppt braucht... braucht Kunst Geld, Publikum, Anerkennung, "Künstler" ? ;) Emotionen die man nicht hat, kaufen. Oder werden wir unseren Weg zum Overground durch die Bilder begleiten...
  • Angelika Reeg
    Angelika Reeg
    wer issen eigentlich "IchWarZuerst" ?
    sehe nur nen account, nix bild

    hmm?!!!
    Signature
  • IchWarZuerst
    IchWarZuerst
    @Angy... Schau mich nicht durch nichts an, weil nur dann siehst du das wahre Bild der Zeit..
    Stehst du nicht nicht auf kleine Geheimnisse ;) aber für das gibt's PN :)
    Das Leben besteht aus Befreiungen, frei sein, das heisst manchmal Krieg, also ein bisschen weniger von dem schadet niemandem.
  • Horst Fischer
    Horst Fischer
    Tja, per, partielle Erhellung der ich soweit zustimme. Ist das der erste Teil? Kommt noch etwas?
    - Of topic:
    Kaum kommt mal was,
    dann trifft es voll:
    einen Troll.
    Oder so. -
    H.
  • Angelika Reeg
    Angelika Reeg
    tja ;-))
    Signature
  • rep
    artorange
    bissn kleener züniker, nö?

    iwz
    machts dir was aus, einfach zu akzeptieren, dass, überall, wo geld zu verdienen ist, eitelkeiten befriedigt werden können, dramen inszeniert werden können, es wahrscheinlich immer so bleiben wird?
    :)))

    geronimo
    wenn du alles auf einmal schreibst, kann der thread sehr schnell zuende sein
    :)))

    hofi
    du kannst ja weiterforschen und die furiosen weiteren erhellungsparts hier der welt präsentieren.
    es kann aber äusserst zeitaufwendig werden.
    ich bin jetzt dermassen ausgepowert, dass ich mich genötigt sehe, dich oder sonstwen lieben zu bitten, ab hier für mich einzuspringen.

    ***-***
  • Horst Fischer
    Horst Fischer
    @per, ich werd´ den Teufel was tun.
    Jeder sei "für seinen Mist" selbst verantwortlich.
    Zu jeder Zeit. Auch um halb 4.
    H.
  • rep
    hahahaaa....
    ich bin verantwortlich. ja, ja...
    :)))
    irgendwie hast du nen nüchternkomischen verstand.
    komisch ...

    :)))
  • Horst Fischer
    Horst Fischer
    nüchtern = komisch?
    komisch.
    :))
  • Horst Fischer
    Horst Fischer
    Das "Nüchternde" ist mein Geländer am dem ich mich vorwärtstaste. Es ist ein permanentes Abenteuer auf dem Weg ins Ich. So kitschig das klingt. Es ist so.
    H.
  • rep
    so kitschig klingt das nicht.

    aber wenn mal mal was noch schlimmeres als kitsch sehen will, dann muss man nur , hmmmm... its_not_me´s website anklicken.
    ich hab s echt getan...
    und jemand hat gefragt, warum ich so lache

    :)))
  • siku
    ...wurde bei jeder Zeile des Eingangsartikels wacher, per dachte schon das hättest du verfasst :)))
    Aber wie dem auch sei, Jost Nolte hat brillant zu formulieren gewusst, was sich schwer mit Worten vermitteln lässt, da das Thema eben wesentlich komplexer ist als allgemein angenommen wird.

    Was sich immer wieder bei allgemeinen Diskussionen über Kunst herausbildet, ist aber eben die fatale Interpretation, dass Kunst so frei ist, dass sich jeder selbst zum Experten küren kann, ähnlich wie beim Fußball und in der Politik. Jeder weiß es ebenso gut oder besser als sein Nachbar und auch hier finden sich Gruppen zusammen, die sich gegenseitig Unterstützung zuweisen und damit ihr Expertentum bestätigen.
    Kunstautonomie für jedermann wurde noch einmal von höchster kultureller Stelle mit der Rede Papst Johannes Paul II 1980 an Künstler und Publizisten bestätigt. Der Papst bestätigte der Kultur Autonomie als Ausdruck dessen, dass die Welt Gottes eigene Schöpfung ist, dem Menschen zur Kultur und Verantwortung übergeben und anvertraut.

    Nun ist es aber nicht so, dass es keine Kriterien gibt und die sind in kn immer wieder genannt worden, dass ich mir eine Wiederholung hier erspare. Vielleicht sind sie auch einfach zu unspektakulär. Kunstverständnis setzt sich aus vielen Faktoren zusammen, aus einer kulturellen Allgemeinbildung und Spezialwissen zur formalen Gestaltung und ästhetischen Ansprüchen und kunstgeschichtlicher Entwicklung. Kein „schöpferisch" Tätiger schafft nur aus sich heraus, irgendwie ist (fast) alles schon einmal da gewesen.
    Die "allgemein hochgeschätzten “Kunstkritiker/innen, Kunsthistoriker/innen ;-) haben sich zumindest Jahre oder Jahrzehnte mit der Materie intensiv beschäftigt und somit gute Vergleichsmöglichkeiten (-muster habe ich bewusst nicht geschrieben).
    Und: irren ist nun einmal menschlich; das macht Kunst so lebendig!
    siku
    :)))
  • fluwdom
    Ist es nicht mit allem so? qualität oder eben etwas besonderes (nicht unbedingt etwas teures) wollen eben nur eine minderheit. Das "einfache" volk will konsumieren und zwar genau das einfache, das immer gleiche, das gewöhnliche neu verpackt und vermarktet.

    mir fallen da gerade die filme ein. Ein film aus der hollywood schmiede ist gespickt mit bekannten namen leuten die gern gesehen werden mit einer altbekannten story im neuen kleid und der film spielt millionen ein. darum geht es, und nicht um den künstlerischen anspruch.

    Die guten filme laufen in kleinen kinos und keiner will sie sehen.

    und überall wo das große geld gemacht wird herrschen früher oder später mafiaoide zustände.
    das war schon immer so das wird so bleiben.
    der ungepuschte unvermarktete künstler wird sich mit den wenigen leuten mit dem besonderen geschmack begnügen müssen. und dieser markt ist eben schneller gesättigt.
  • geronimo
    geronimo
    hi modwulf, ich glaube du täuscht dich da, die masse macht's, auch und gerade das "einfache volk", wie du zu sagen pflegst. die trends kommen nicht aus den elitären zirkeln, sondern meist von den unterpriviligierten, von den underdogs. solche geschichten verkaufen sich auch viel besser und ganz sicher und besonders auch in der kunst. nicht umsonst rennen trendscouts durch die gegend um neuen hype zu finden, der sich natürlich dann in der kunst, wenn er denn durch die sog. experten, gurus, medien etc. veredelte wurde, von den elitären nische (meist auch brieftaschenmässig), gierig aufgesogen wird. diese klientele findet es absolut geil, sich einen zum gepushten (natürlich von sachverständigen profs etc) senkrechtsrater gemachten underdog ins schweizer wochenendhäuschen zu hängen. der unvermarkete künstler verhungert oder er arbeitet als gärtner oder sachbearbeiter bei der post. please, get real...btw. mal ne andere frage: wer bestimmt eigentlich was gut ist...?
    Signature
  • rep
    mini!
    die is sooo lieb!

    :)))
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