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  • Zerstoerungswut

  • Kris
    Kris Zerstoerungswut
    Immer wenn ein Bild fast fertig ist, ueberkommt mich die Zerstoerungswut. Meistens uebermale ich dann mit ner Farbwalze. Es ist sehr frustrierend. Ich hasse alles was ich je gemalt habe und schaeme mich. Selbst wenn man das Bild mit dem Gesicht gegen die Wand stellt, dauert es Monate oder Jahre bis man ok mit einer Sache ist. Kaufinteressierten sage ich, dass sie das Bild nicht kaufen koennen, da es zu schlecht ist.
    Einer meiner ersten Kunstlehrer betrachtet dieses Phaenomen als notwendig. Fuer die Weiterentwicklung. Wenn man seine Arbeit hasst , wird das naechtse anscheinend besser. Ein ewiger Kampf. Das Los des Kuenstlers, wie bei Chaime Soutine. Man muss damit leben.
    Ein Freund von mir spannt, sobald die Farbe trocken ist, eine neue Leinwand drueber, um das Bild nicht mehr sehen zu muessen.
    Wie gehts euch mit euren Werken, und wie geht ihr mit der postnatalen Depression um?
  • El-Meky
    El-Meky
    Hallo Kris,
    ich zerstöre nix.
    wenn mir was nicht gelingt, dann verschenke ich das Bild, es findet sich immer jemand .
    oder , ich sage mir: "ok. jetzt hast du einen wunderbaren Untergrund fürs nächste Bild. " ;-)

    aber das Gefühl von Scham kenne ich .
    Übrigens hast du eine wunderschöne ganz eigene Bildsprache!
    Gruß

    Signature
  • _eid_
    manche bilder gelingen, dann verspüre ich eine unglaubliche freude.... andere gelingen nicht, dann bin ich kurzzeitig frustriert, aber das geht vorbei und ich stelle die einfach weg, übermale sie irgendwann oder lasse sie so wie sie sind, denn sie sind schritte auf meinem entwicklungsweg.....
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  • eirelagkrap
    Hallo,
    es gibt also doch noch alte Kunstlehrer, die was taugen.
    Diese Unzufriedenheit und das Zerstören des Bildes gehört unbedingt dazu.
    Ohne wird es niemals wirklich gut sondern bleibt bei der Anfertigung nach dem ersten Gedanken, der nicht lange trägt.
    Wenn du dir das mal klargemacht hast, sind Depressionen völlig überflüssig.
    Man nimmt diese Entstehungsphase so selbstverständlich hin wie alle übrigen und macht mutig wieder kaput.
    Klaus
  • El-Meky
    El-Meky
    ojeh Klaus, da hab ich meine Probleme mit dem Zerstören...
    ich bewundere ja auch mit aus diesem Grund Sand und Eiskünstler.
    eine künstlerische Arbeit , die von vornherein dem Zerfall/Vergänglichen gewidmet ist.
    Signature
  • timber
    timber
    ...also wen ich richtig sauer bin.....hilft verbrennen....gibt wenigstens ein gutes Feuer...
  • yekalF
    Zerstören tue ich nichts. Wenn ich zu dem Schluss komme, dass das Bild mir absolut nicht gefällt und ich es noch einmal versuchen will, dann übermale ich es zuerst mit Gesso. Aber den Frust und die Scham kenne ich. Ich hebe aber auch einige Bilder auf, die nicht gelungen sind, um später daraus eine Anregung zu bekommen oder einfach, weil sie zu mir gehören.
  • Kris
    Kris
    Danke Ella fuer die Blumen!
    Es gab mal ne Website fuer Architekten, da konnte man Fotos oder clips hochladen, vom Verbrennen von Modellen. Sehr befriedigend, das.
    Ich bin ja froh, dass es anderen aehnlich geht. Und ich kann nachvollziehen, das eine Zufriedenheit mir der eigenen Arbeit Stillstand bedeutet. Dennoch hat sich Zufriedenheit bisher nicht eingestellt. Einzig ein Funke positiver Ueberraschung bei Bildern, die ohne Absicht entstehen, aber die sind dann ja vielleicht eher dem Glueck oder dem Zufall oder dem "Flow" aus dem anderen Thread zuzuschreiben. Frage mich, ob Picasso sich nach Fertigstellung von Guernica gedacht hat: Oh, das hab ich aber ziemlich gut hingekriegt...ich coole Sau...
  • yekalF
    Bei gefühlten 1 aus 10 Bildern fange ich an und bekomme sie tatsächlich fertig ohne zu korrigieren und das Malen läuft einfach gut. Dann bin ich auch zufrieden. Bei den anderen ist der Weg eher etwas steiniger.

    Ich finde, ab und zu sollte man schon mal zufrieden sein können. Kommt ja selten genug vor. Aber wenn ich niemals zufrieden wäre, dann würde ich wahrscheinlich alles hinschmeißen.
  • uzuzab
    Zerstören macht Sinn, im Sinne, alles neu.
    Wenn etwas Gacke is ... neue Gacke drüber ....

    Hier z.B. ein Aiweiei Tonkrieger der ein Butterbrotpapier fallen läßt zu einem manikürenten Össi in Sepp Hilz´s Atelier ...

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    mfg
    Bazuzu
  • simulacra
    simulacra
    Klar, die Situation kennen ich auch all zu gut. Dazu gehört auch, generell kein eigenes Bild in der Wohnung/ im Haus hängen zu haben, eben weil ich sie nicht anschauen mag. Mittlerweile bin ich von der kompletten Zerstörung im Sinne von Materialzerstörung weg. Bei mir liegen (frei gestaltete) Sachen oft viele Jahre rum (physikalisch wie auch digital), bevor ich mich wieder daran begebe. Durch den Abstand zur Sache, der nicht selten auch so weit geht, dass ich nicht mal mehr weiß, was ich genau wollte, kann ich neu mit der Arbeit starten. Die negativen Gefühle von einst sind dann längst verschwunden. Bis die neuen kommen. ;)

    Die Sprache ist der Ursprung aller Missverständnisse.
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