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  • Was sind Kriterien für Kunst ?

  • otto_incognito
    otto_incognito


    Ich persönlich tendiere nach diesem Ausflug dazu, dass Kunstwerke sich um Akzeptanz bewerben und es eben schaffen oder nicht. Es gibt keine Kriterien, die seriös zu einer Bewertung herangezogen werden können, sondern liegen in der Subjektivität des Betrachters. Amen :)

    Das ist ein gewagter Ansatz. Da aber keiner ernsthaft einem Artefakt irgendeine Absicht unterstellen wird, verstehe ich das wohl richtig, daß diese Forderung an den Ersteller des Werkes zurückfällt und er derjenige sein soll, der dem Kunstwerk die nötigen Merkmale beigibt, die ihm (dem Werk) beim Ringen um die Akzeptanz des Publikums einen Wettbewerbsvorteil verschaffen gegenüber Werken, die von ihrem Schöpfer nicht so wohlwollend bedacht wurden.
    Nein, im Ernst, wie soll das gehen? Die verschiedensten Erwartungen eines Publikum müßten dann in einem Werk berücksichtigt werden (geschieht ja oft auch) -aber, z.B., gibt es ein Publikum, daß in erster Linie ein Werk goutieren will, in dem Sinne,daß´es ästhetische Merkmale, die es in anderen Zusammenhang schätzen gelernt hat, in diesem "neuen" Werk und in neuer überraschenderund gleichzeitig altvertrauter Weise Zusammensetzung wieder entdecken will.
    Dann gibt es ein Publikum,daß den "Schock" (wenn auch nur einen kleinen bis mittleren) sucht. Das kann dann auch die (erwünschte) Erfahrung von etwas Unangenehmen oder Triebhaftem im Werk sein, jedenfalls solange, bis auch das wieder kanonisiert ist.
    Welche Art Akzeptanz soll der Kunstwerkersteller also bedienen?
    Noch schwieriger. wie soll er sein Werk ausrichten, wenn zu erwarten ist, daß ein ästhetisch ungeübtes Publikum vor seinem Dingens steht? Soll das Bild dann anfangen, Kunstfibeln für Anfänger an das Publikum zu verteilen?



    Signature
  • siku

    .

    "Alles ist Kunst" kann es nicht sein...


    an Interessierte zwei Literaturempfehlungen:

    a) Einführung in die philosophische Ästhetik, Maria E. Reicher, WGB, Darmstadt, 2. Aufl. 2010

    Als grobe Übersicht die Gegenstände der philosophischen Ästhetik:
    1. Ästhetik ist die Theorie der Kunst. 2. Ästhetik ist die Theorie des Schönen. 3. Ästhetik ist die Theorie sinnlicher Erkenntnis.

    b) Einführung in die Bildwissenschaft. Gustav Frank/ Babara Lange, ebenfalls WBG

    Studienausgaben

  • xiflamsungam
    @otto_incognito

    Du fasst das aus meiner Sicht alles richtig zusammen, deshalb schrieb ich ganz vorne mal:

    "Der Begriff Kunst ist, so finde ich, erheblich von der Perspektive der Betrachtung abhängig. Während der Laie realistische Arbeiten als Kunst sieht, sieht es ein anderer eher und im besten Fall als Kunsthandwerk. Abstraktion fällt leicht ins Dekorative, bzw. ist ist für Laien ohnehin nichts anderes, als ein Wandschmuck. Ohne einen entsprechenden Hintergrund der Betrachter bleibt das Genie des Künstlers im Verborgenen.

    Fazit wäre: seine Arbeiten auf den zu erwartenden Kunstsachverstand der jeweiligen Rezipienten abzustimmen, oder umgekehrt...... :) "

    Ich denke jeder hat so sein Umfeld, in dem er ausstellt und da passen die Arbeiten meist.
    Ein Richter wird sicher nicht im Rathaus von Pusemuckel ausstellen, und mir wird es nicht möglich sein, meine Bilder nach Basel zu schleppen....

    Schwenken wir kurz zur "Redekunst", da ist es aus meiner Sicht schon in der Planung sinnvoll zu fragen, vor welchem Publikum eine Rede gehalten werden soll, um die Erwartungen, die Rezipienten zu erreichen. Das kann und will natürlich keine Forderung für bildende Kunst sein, nur ist es oft Realität, - ist das Werk komplex, versteht es u.U. keiner, ist es nicht komplex genug, ist es schnell trivial..... ;)

    Man muss das natürlich nicht machen, und mir persönlich ist es völlig egal, was der Besucher auf der Ausstellung sucht. Ich habe meine Idee, und versuche mit meinen Mitteln etwas "Schönes" daraus zu machen, so wie ich es mir vorstelle...... Und dann wird man schon sehen, ob es ein Treffer bei dem Publikum war.

    Die Erfahrung zeigt, dass nur wenige sich überhaupt die Zeit nehmen intensiver zu schauen. Ausnahmen bestätigen ja gerne mal eine Regel :)

    Grüße!


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  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian
    [...]Alles in Allem sehe ich subjektive innere Bewertungen, und objektiv feststellbare Tatsachen[...]

    [...]Das Thermometer, es hat keine Ahnung von heiß und kalt, das ist auch prima, denn dann ist es "objektiv"... Und der, der es abliest auch[...]


    Ich denke, da kommen wir nicht zusammen.
    Denn, wie eine Tatsache objektiv feststellbar sein soll, ohne ein Subjekt, welches dieses Tatsache feststellt, das erschließt sich mir nicht :D

    Dass ich auch nur subjektiv bin und argumentiere, hatte ich ausdrücklich betont.

    Ich denke, wir haben unterschiedliche Sichtweisen einigermaßen deutlich gemacht.
    Mag jeder seine subjektiven Schlüsse ziehen.

    Ich halte die Verwendung des Begriffs objektiv in der von Dir beschriebenen Weise jedoch für bedenklich.
    Ein als objektiv bewerteter Sachverhalt genießt allgemeine und wenig reflektierte Anerkennung. Akzeptanz und Handlungen lassen sich leicht rechtfertigen allein dadurch, dass sie als objektiv bewertet werden.
    Das mag bei so simplen Dingen wie Herdplatten noch nicht von Relevanz sein, im gesellschaftlichen Zusammenhang jedoch schon.



    Zurück zum rein Geistigen, weg von Physik und Psychologie, die nach sikus Aufassung anscheinend völlig unabhängig sind von Kunst, Gesellschaft und Kultur?
    Ansonsten schon o.k. Dein Text für mich, siku.

    Signature
  • xiflamsungam
    @Xabu-Iborian

    Wir müssen ja auch keinen "Bund" eingehen :) aber du kannst dir sicher sein, dass ich bei dem Wort objektiv künftig stets an dich denken werde ... und mich bemühen werde, ein objektives Subjekt zu sein. Also nichts für ungut, war eine feine Sache wiedermal mit dir. Gruß, magnus
  • otto_incognito
  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian

    Ah, und mit nem Intro Sound, der mich sofort an

    8. Idioteque erinnert hat :)

    Schöne Stimme ... gespeichert für später, der Link.
    Signature
  • xiflamsungam Elfmeterschießen...
    @ Xabu

    Es hat mich jetzt irgendwie nicht losgelassen....

    Zit. Xabu:
    "Denn, wie eine Tatsache objektiv feststellbar sein soll, ohne ein Subjekt, welches dieses Tatsache feststellt, das erschließt sich mir nicht.....


    ... habe also noch mal über deine Worte nachgedacht, und hier meine gequirlten Gedanken zu deiner Aussage...

    Eine Wirklichkeit ist ohne Subjekt denkbar, jedoch ohne Relevanz. Relevanz in diesem Bezug entsteht durch Rezeption, die überhaupt Objektivität und Subjektivität erst ermöglicht. Kann es also Subjektivität ohne Objektivität geben, kann ein Begriff Freiheit ohne Unfreiheit für sich selber eine Bedeutung erlangen, gerade ohne krumm, Krieg ohne Frieden... etc.?

    Somit müsste die pure Existenz von Objektivität aus meiner Sicht durch die wohl unbestrittene Existenz von Subjektivität zu postulieren sein.

    Ergo drehe ich dein Argument um, "wie eine Tatsache subjektiv bewertet werden kann, ohne dass es eine Objektivität gibt, entzieht sich meinem Verständnis" .... :)

    Du kannst einen echt auf komische Bahnen lenken...

    Schönes WE und Grüße, magnus

  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian
    @ Xabu
    Eine Wirklichkeit ist ohne Subjekt denkbar, jedoch ohne Relevanz. Relevanz in diesem Bezug entsteht durch Rezeption, die überhaupt Objektivität und Subjektivität erst ermöglicht. Kann es also Subjektivität ohne Objektivität geben, kann ein Begriff Freiheit ohne Unfreiheit für sich selber eine Bedeutung erlangen, gerade ohne krumm, Krieg ohne Frieden... etc.?

    Somit müsste die pure Existenz von Objektivität aus meiner Sicht durch die wohl unbestrittene Existenz von Subjektivität zu postulieren sein.

    Der erste Satz und der darauf folgende Halbsatz, die sind schön :)

    Zum Rest verweise ich einfach mal schnippisch auf:

    http://www.xabu-iborian.de/texth/pseudoz/2012/Eigenequalitaet.html

    :)
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  • Doktor Unbequem
    http://www.xabu-iborian.de/texth/pseudoz/2012/Eigenequalitaet.html
    Anfang und Ende, nur mal so als ein Beispiel, sind keine "sich bedingenden Gegensätze" ?
    :)))



    Wobei doch fast alles gesagt ist!?
    Bei manchen Leuten fängt´s da erst "richtig" an zu rattern im Oberstübchen!...
    :)
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  • Doktor Unbequem




    1. Ästhetik ist die Theorie der Kunst.

    "Ästhetik ist EINE Theorie der Kunst"
    würde ich ja noch für erörterbar erachten, aber DIE ist wohl kaum haltbar...
  • tseib
    sie sind beschäftigt, lass sie doch...........
  • xiflamsungam
    @Xabu-Iborian

    Der erste Satz spricht mir aus der Seele, der ist schön :)

    "Es existieren keine sich bedingende Gegensätze...." halte ich für ein Postulat, welches zumindest in dieser Reduktion und generalisiert nicht haltbar ist.

    Damit ist meine "Frage" auch nicht beantwortet.

    Grüße, Magnus

  • xiflamsungam



    Bei manchen Leuten fängt´s da erst "richtig" an zu rattern im Oberstübchen!...
    :)


    Ja Tom, das ist hier kostenfreies Gehirnjogging :)
    Bei den alltäglichen, zunehmend zu dokumentierenden Stereotypien im Arbeitsleben ist das fast eine Reha ;)

    Grüße!


  • Xabu Iborian
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  • Doktor Unbequem




    Ja Tom, das ist hier kostenfreies Gehirnjogging :)


    Man kann sich auch verrennen, das ist das Problem.
    Vor allem, wenn es um praxisferne Theorien geht.
    Und wenn die noch nicht mal haltbar sind,
    aber drauf beharrt wird, was soll da das Resultat sein?!
    ;)

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  • Doktor Unbequem

    @Xabu-Iborian

    Der erste Satz spricht mir aus der Seele, der ist schön :)



    "Bei uns" nennt man so was sinnfreie Rhetorik, da selbsverständlich...
  • Roderich
    Roderich
    ...du als großmeister der sinnfreien rhetorik musst es ja wissen.
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