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  • Typisch für Leibziger Schule Realismus ?

  • gordonkoehn Typisch für Leibziger Schule Realismus ?
    Hallo Forum,
    ich bin verzweifelt auf der Suche nach Bildern der Leibziger Schule als Unterform des Realismus. Als Typischen Maler habe ich Werner Tübke, aber ehrlich gesagt sehe ich nicht die Verbindung zu dem ungeschöntem realem Abbild der Realität des Realismus Mitte des 19 Jahrhunderts.
    Kann mir jemand die Verbindung erklären oder Bilder der Leibziger Schule zeigen.
    Danke im Voraus
    Gordon
  • otto_incognito
    otto_incognito
    Ich verstehe die Frage nicht so recht.
    Bilder der Leipziger Schule dürften leicht aufzufinden sein, egal in welcher Form.
    Das" ungeschönte reale Abbild der Realität" , was immer das sein soll, könnte unter der Kategorie Naturalismus zu finden sein.
    Die Tendenz, wertende, (sozial)kritische oder den Naturalismus (bizarr, grotesk oder "häßlich") übersteigende Momente in das Bild hinein zulegen, könnte unter die Kategorie Realismus fallen.
    Sich der relativen Unzulänglichket dieser kurzen Antwort( aufgrund der leicht verwirrenden Parameter in der Fragestellung) innewerdend grüßt
    leicht verzweifelt
    das Forum


    Signature
  • gordonkoehn Verbesserung der Fragestellung
    Ich werde bald eine Praesentation ueber den Realismus halten. Der Realismus als Kustepoche im 19Jh ist mir schon recht klar. Er versucht die Wirklichkeit möglich getreu und ungeschoent darzustellen und äußert dabei auch oft Kritik an Folgen der Industrialisierung.

    Als Unterform sollen wir auch die Leibziger Schule aufführen. Jedoch erscheinen mir die Gemaelde die ich bisher gefunden habe als sehr abstrakt und wenig realistisch. Wo besteht die Verbindung zwischen Realismus des 19Jh und der Leibziger Schule ?
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  • nighthawk
    nighthawk
    du musst die brücke über den sozialistischen realismus schlagen. die sog. "leipziger schule" war nur eine etwas eigenwillige spielart davon.
  • otto_incognito
    otto_incognito
    Jetzt bin ich verwundert.
    Wenn man z.B. an Mattheuer denkt...
    Kannst du mal eins oder mehrere Bild der Leipziger Schule hierher verlinken, die deiner
    Meinung zu " abstrakt" sind, um "realistisch" zu sein und dann im Vergleich dazu ein
    "typisch" realistisches Bild des 19.Jh. Würde mich interessieren und wahrscheinlich
    wäre dein Anliegen dann deutlicher erkennbar
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  • eirelagkrap
    Na, zunächst mal war die Leipziger Schule ja gar keine "Schule" mit einheitlichem Programm, sondern lediglich das mehr oder weniger zufällige Zusammentreffen von Malern mit ganz unterschiedlichen Zielen und Bildsprachenan derLeipziger Kunstakademie, die nur Ihre Vorliebe für eine technisch sehr aufwendige, altmeisterlich anmutende, altmodische Maltechnik gemeinsam hatten.
    Courbet im 19 Jhdt ging es überhaupt nicht um ein naturlistisches Abbild, sondern um Kritik an Politik, Gesellschaft, Moral.
    Solche gesellschaftskritischen Anklänge lassen sich natürlich auch bei einigen der Leipziger Malern finden.
    Tübke jedoch ist für mich vor allem ein Bewunderer von Renaissance Malerei, der sowohl technisch wie auch motivisch versucht, Renaissance Bilder herzustellen und ich sehe hier keine Paralellen zu Courbet.
    Eher könnte man diskutieren, ob Tübkes Malerei nicht all das verkörpert, wogegen Courbet angetreten ist.
    Klaus
  • nighthawk
    nighthawk
    Na, zunächst mal war die Leipziger Schule ja gar keine "Schule" mit einheitlichem Programm, sondern lediglich das mehr oder weniger zufällige Zusammentreffen von Malern mit ganz unterschiedlichen Zielen und Bildsprachenan derLeipziger Kunstakademie, die nur Ihre Vorliebe für eine technisch sehr aufwendige, altmeisterlich anmutende, altmodische Maltechnik gemeinsam hatten.
    Courbet im 19 Jhdt ging es überhaupt nicht um ein naturlistisches Abbild, sondern um Kritik an Politik, Gesellschaft, Moral.
    Solche gesellschaftskritischen Anklänge lassen sich natürlich auch bei einigen der Leipziger Malern finden.
    Tübke jedoch ist für mich vor allem ein Bewunderer von Renaissance Malerei, der sowohl technisch wie auch motivisch versucht, Renaissance Bilder herzustellen und ich sehe hier keine Paralellen zu Courbet.
    Eher könnte man diskutieren, ob Tübkes Malerei nicht all das verkörpert, wogegen Courbet angetreten ist.
    Klaus

    nein, altmeisterlich waren eigentlich nur tübke, stelzmann, und zander. hartwig ebersbach zb. gar nicht. auch nicht mattheuer, heisig oder rink und gille. hier kannst du parallelen zum expressionismus, pittura metafisica, dem magischen realismus oder sogar surrealismus ziehen -.alles kunstrichtungen des 20sten jahrhunderts.
    und tübke war auch ein großer kritiker und moralist. gerade seine altmeisterliche virtuosität hat es ihm ermöglicht vieles zu verschleiern und zu verrätseln.

    wenn man wirklich parallelen zum realismus des 19 jahrts. ziehen will, muss man das über die russische "peredwischniki"- bewegung und deren auswirkung auf den sozialistischen realismus in der sowjetunion tun. der dann auch ab 1949 in der ddr als offizielle kunstrichtung verordnet wurde, und gegen dessen formale einheitlichkeit sich die jungen leipziger maler in den 50gern eigentlich aufgelehnt haben. die haben es ja alle nicht leicht gehabt am anfang, wenn man deren biografien liest (vor allem die von tübke). erst als die offizielle kunstpolitik der ddr sich anfang der 70ger änderte, kamen auch international erfolg und anerkennung.

    alles irgendwie komplizierter als man denkt.:)
  • eirelagkrap


    nein, altmeisterlich waren eigentlich nur tübke, stelzmann, und zander. hartwig ebersbach zb. gar nicht. auch nicht mattheuer, heisig oder rink und gille. hier kannst du parallelen zum expressionismus, pittura metafisica, dem magischen realismus oder sogar surrealismus ziehen -.alles kunstrichtungen des 20sten jahrhunderts.


    :-)
    Du bist ja niedich. Dali, Dix, de Chirico, Magritte, Hausner haben die Malerei halt auch nicht neu erfunden.
    Wobei Ebersbach natürlich komplett aus der Reihe tanzt und richtig guten Stoff herstellt, Heisig ja zumindest ein bisschen an Corinth (duck weg) erinnert.
    Klar hast du recht, die sind alle doch sehr unterschiedlich.
    Wenn man sich das näher anschaut bleibt eigentlich nur übrig, dass die ganze Schublade "Realismus" völlig blödsinnig ist.
  • nighthawk
    nighthawk



    :-)
    Du bist ja niedich. Dali, Dix, de Chirico, Magritte, Hausner haben die Malerei halt auch nicht neu erfunden.
    Wobei Ebersbach natürlich komplett aus der Reihe tanzt und richtig guten Stoff herstellt, Heisig ja zumindest ein bisschen an Corinth (duck weg) erinnert.
    Klar hast du recht, die sind alle doch sehr unterschiedlich.
    Wenn man sich das näher anschaut bleibt eigentlich nur übrig, dass die ganze Schublade "Realismus" völlig blödsinnig ist.

    man muss ja auch nicht die malerei neu erfinden, um ein bedeutender künstler zu werden. der ebersbach hätte ohne tübke, mattheuer und heisig keine chance gehabt mit seiner malerei in der ddr. sie haben sich die bescheidene künstlerische freiheit erkämpft, die er genießen durfte. interessant ist, dass das alles heute überhaupt keine bedeutung mehr hat. mit dem untergang der ddr ist auch deren kunst unwichtig geworden.
  • efwe
    efwe


    ... mit dem untergang der ddr ist auch deren kunst unwichtig geworden.

    ich glaub das kann man nicht so stehen lassen. tuebke zusammen mit mattheuer u heisig haben bereits einen unuebersehbaren und substanziellen platz in der w.-kunstgeschichte.. nur soviel--- oder was meintest du damit?

    Signature
  • nighthawk
    nighthawk


    ich glaub das kann man nicht so stehen lassen. tuebke zusammen mit mattheuer u heisig haben bereits einen unuebersehbaren und substanziellen platz in der w.-kunstgeschichte.. nur soviel--- oder was meintest du damit?



    ich habe soeben in dem rosaroten "kunst des 20.jahrhundets" buch von taschen (das ist sowas wie die kunstfibel für ahnungslose) nachgeschaut, alle drei waren noch drin, eingezwängt auf 1,5 seiten zwischen grützke und baselitz unter der überschrift "sackgasse oder neue freiheit?". das problem ist halt, dass die kunstgeschichte immer wieder um- und neugeschrieben wird. und man braucht als künstler unter den geschichtsschreibern starke befürworter, die immer noch daran glauben, dass du wichtig bist und da rein gehörst. das ist ja immer ein kampf eben um diese 1,5 seiten oder gar nur wenige zeilen in irgendwelchen wichtigen übersichtsbüchern. fällst du aus mehreren raus, wirst du irgendwann mal gar nicht mehr erwähnt. dann bist du nur noch ein fall für experten, die an irgend ner uni vor gelangweilten studenten über die ddr kunst im 20sten jahrhundert dozieren. :)
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