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  • Mord und Totschlag

  • fpmlhcs
    hallo Meky, beeindruckend, wie du deine depression beschreibst. ich glaube dir, weil ich mich in dieser beschreibung stark wieder finde. Ich kenne das. hab aber jetzt länger schon keine depr. mehr. müsste jetzt nachdenken, wie die eigentlich weggegangen sind.

    @nighthawk
    sehr schön, wie du das thema von allen seiten durchleuchtest. ja shizoide züge wurden bei ihm auch schon registriert. die mutter des betroffenen liegt mir seit jahren mit diesem problem in den ohren u. manchmal wurde ich richtig wütend über ihn, weil er sieht wie seine mutter leidet u. dann zu ihr sagt, sie soll doch auch leiden, wenn´s ihm so dreckig geht. ich meine, der typ hat alles, wird ein immobilienimperium erben, hat noch nie einen cent selbst verdienen müssen, ihm wird alles in den hintern reingesteckt u. er sieht nur immer seine eigenes leid und dreht sich im kreis drum rundherum.
    zuletzt ist bei mir das fass übergelaufen ich hab ihm ins gesicht gesagt er sei ein arschloch, weil er seine mutter mit selbstmord erpresst. darauf ist er sehr böse geworden und hat mich angeschrien und ist dann geflüchtet.
    ich hab ihm dann noch eine mail geschrieben in der ich ihm geraten hab sich endlich umzubringen, denn ein ende mit schrecken wäre besser als ein schrecken ohne ende.
    natürlich war das alles nicht wirklich meine meinung sondern ich erhoffte mir damit so etwas wie ein aufwachen, weil ich bei ihm das gefühl habe, dass wenn er ständig vom selbstmord redet es nicht tut, sondern eben nur damit operiert.
    er ist wirklich der meinung dass bei ihm alles in ordnung ist u. nur die welt da draußen total krank u. verletzend.

    aber das thema ist nicht so einfach.
    Guru hat mich diesbezüglich auf eine goldene spur geführt.
    bei der beschreibung einer „bindungsstörung“ habe ich erkannt dass es das bei ihm zu einer hohen wahrscheinlichkeit ist. wie gesagt war er als kind mit gehirnhautenzündung in quarantäne. die ärzte haben seiner mutter gesagt sie darf nicht zu ihm, weil sie um die geringe überlebenschance wusste, und sie mit ihrer angst den kleinen patienten zusätzlich belasten würde.
    dazu kommt, dass die geburt extrem schwer war. mutter eher klein vater über zwei meter. baby sehr groß, liegt verkehrt im geburtskanal + zangengeburt.
    organisch ist alles in ordnung. aber da gibt es einen sehr vertrackten doublebind zu seiner mutter, die als kind missbraucht wurde u. ebenfalls unter extremen bedingungen aufgewachsen ist (straßenkind, ständig in therapie, messi) zu der er eine art hassliebe hat. er will unbedingt weg von ihr, kann aber nicht, weil er dann in diese verlassen-werdens-ängste reinschlittert.
    bei der lektüre dieser beschreibung einer „bindungsstörung“ habe ich erkannt, dass so jemand auf sanktionen etc. überhaupt nicht anspricht. mir tut es leid, dass ich ihn so frontal angegriffen habe. nicht zuletzt, weil ich höchstwahrscheinlich selbst eine etwas schwächere bindungsstörung habe u. weiß, was es bedeutet darunter zu leiden.
    hier noch mal der link zu der beschreibung einer „bindungsstörung“ von Guru, falls es jemanden näher interessiert.

    http://www.institut-johnson.de/page/wp-content/uploads/bindungsstoerungen.pdf
    .....
  • nighthawk
    nighthawk
    http://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/psychologie-reden-hilft-gegen-suizidgedanken-3290500.html

    na klar, ein studienplatz an ner kunsthochschule mit aussicht auf eine erfolgreiche künstlerkarriere danach hätte mir damals total geholfen. reden nicht. leute, die mit mir nur reden wollten, hätte ich eh nie ernstgenommen. was hätten sie mir stattessen anbieten können? aber die aussicht, meinem nutzlosen leben jederzeit ein ende machen zu können, hat enorm den druck rausgenommen und mich angespornt doch noch es zu versuchen. nach etwa 12 ablehnungen an diversen kunstunis hatt's dann doch geklappt, danach gings immer nur aufwärts, auch mit der stimmung.
    deswegen, reden hilft auch nicht immer... vor allem, wenn einer gar nicht zuhören will.

    ..
  • annette_r
    annette_r Und sie reden doch...
    .... hätte wohl den Titel erweiteren müssen um: bevor sie Suizid begehen. Zumindest bezieht sich der erste Absatz des Arktikels genau darauf und wenn es auch ein alter Artikel ist sind die Zahlen heute leider nicht weniger drastisch..
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  • nighthawk
    nighthawk
    @ schlmpf, ich denke, dass alle persönlichkeitsgestörte eine "bindungsstörung" haben müssen, nur die "bewältigungsstrategien" sind unterschiedlich. der eine mordet, der andere zieht sich zurück, der dritte macht karriere oder umgekehrt, kriegt nichts auf die reihe, usw. auf jeden fall ist das ein fall für die profis, die aussichten auf heilung sind allerdings nicht so groß. ..
  • nighthawk
    nighthawk

    .... hätte wohl den Titel erweiteren müssen um: bevor sie Suizid begehen..

    na danach ist ja auch ein bisschen schwierig...

  • otto_incognito
    otto_incognito



    die mutter des betroffenen liegt mir seit jahren mit diesem problem in den ohren u. manchmal wurde ich richtig wütend über ihn, weil er sieht wie seine mutter leidet u. dann zu ihr sagt, sie soll doch auch leiden, wenn´s ihm so dreckig geht. ich meine, der typ hat alles, wird ein immobilienimperium erben, hat noch nie einen cent selbst verdienen müssen, ihm wird alles in den hintern reingesteckt u. er sieht nur immer seine eigenes leid und dreht sich im kreis drum rundherum...................er ist wirklich der meinung dass bei ihm alles in ordnung ist u. nur die welt da draußen total krank u. verletzend.
    ....


    Ehrlich gesagt, macht mir das Angst, daß so jemand mal eine enorme materielle Macht haben wird.
    Mir ist zwar klar, daß auch bei den finanziell gut Gepamperten seelische Konflikte auftreten, deren
    Ursachen ernst zu nehmen sind, aber wenn ich sowas lese, bin ich froh, kein Therapeut oder Psychiater
    zu sein. Ich könnte einen solchen Patienten nicht ertragen oder nur in Hinblick auf´s Portemonnaie
    .Psychotherapien sind teuer und ich finde, ihre Wirkung wird maßlos überschätzt.

    Signature
  • fpmlhcs
    es gäbe für ihn genug möglichkeiten eine besserung herbeizuführen. selbst ich könnte ihn mit wirklich erprobten und sehr effektiven mitteln unterstützen. unser problem ist, dass er absolut niemandem vertraut, keine gesprächsebene mehr mit seiner eigenen mutter hat, ein höchst selbstschädigendes verhalten an den tag legt. man ist fast gezwungen einzusehen, dass er wirklich nicht leben will, alles tut, damit es ihm schlecht geht. er hätte die tools, die ihn zu einem hohen prozentsatz nach vorne bringen könnten. er lehnt alles ab...
  • neuronales rauschen
    neuronales rauschen
    keine Experimente. Ich denke, dass ihm nur in einer Psychotherapie geholfen werden kann. Am besten wohl ihm ersten Schritt stationär in einer psychosomatischen Klinik, anschließend begleitend ambulant. Das wird allerdings nicht ohne sein Einverständnis gehen. Dazu muss allerdings erstmal die Krankheitseinsicht vorhanden sein. Und da kann ich mich nur wiederholen. Wie viel kann ein Mensch aushalten bevor er sich Hilfe sucht. Das sollte ihm auch mal klar werden.
  • 7akx3tx
    bin ein bisschen schockiert nighthawk über die aussage, dass wenn jemand sagt, er/sie wolle sich umbringen, es dann nicht tut. ´die aussage müsste doch langsam mehr als veraltet sein. es gibt wirklich schwerstdepressive die haben nichtmal mehr den antrieb sich umzubringen, wollen aber hilfe. in erster linie will doch jeder leben nur nicht das leben was gerade gelebt wird. man muss seinen selbsterhaltungstrieb entgegenwirken, was höllisch schwer ist. deshalb gibt es halt leute, die aus verzweiflung auch konkret hilfe suchen. ich denke es gibt auch genug leute die ihren freitot lange und ratiional abwiegen und hadern mit kränkungen bei den angehörigen, die vll danach selbst den gleichen weg wählen. so vieles wird im umfeld kaputt gehen und wenn du deine familie liebst willst du nicht, dass sie das gleiche tun. andereits ist der leidensdruck so groß, dass auch da einfach keine rücksicht mehr genommen werden kann..es ist halt ein starkes seelisches dilemma. ich respektiere trotzdem menschen die den schritt wählen. daran ist nichts verwerfliches, dass ist deren leben
  • nighthawk
    nighthawk
    bin ein bisschen schockiert nighthawk über die aussage, dass wenn jemand sagt, er/sie wolle sich umbringen, es dann nicht tut. ´die aussage müsste doch langsam mehr als veraltet sein. es gibt wirklich schwerstdepressive die haben nichtmal mehr den antrieb sich umzubringen, wollen aber hilfe. in erster linie will doch jeder leben nur nicht das leben was gerade gelebt wird. man muss seinen selbsterhaltungstrieb entgegenwirken, was höllisch schwer ist. deshalb gibt es halt leute, die aus verzweiflung auch konkret hilfe suchen. ich denke es gibt auch genug leute die ihren freitot lange und ratiional abwiegen und hadern mit kränkungen bei den angehörigen, die vll danach selbst den gleichen weg wählen. so vieles wird im umfeld kaputt gehen und wenn du deine familie liebst willst du nicht, dass sie das gleiche tun. andereits ist der leidensdruck so groß, dass auch da einfach keine rücksicht mehr genommen werden kann..es ist halt ein starkes seelisches dilemma. ich respektiere trotzdem menschen die den schritt wählen. daran ist nichts verwerfliches, dass ist deren leben

    er will ja keine hilfe, er droht mit selbstmord, wenn die mutti nicht spurt. hilfe ist da, geld auch. aber was kommt danach, wenn man als "wiederhergestellter" ins normale leben zurückkehrt? ein triste, sinnlose existenz als verwalter des eigenen, ererbten immobilienimperiums? zwischen den meetings: partys, mädchen, champanger, dicke autos, usw? verschwendetes leben so oder so, anders kann man's nicht ausdrücken. der junge ist scheinbar viel zu schlau dafür, hat aber keinen anderen plan.
    ich kannte mal einen typen, der dauernd allen erzählte, dass er sich umbringen will, das letzte mal sollte das am 200 todestag von heinrich von kleist passieren. er hat mal seine tagebücher gelesen und konnte sich voll mit dem typen identifizieren. hat mir das schon ein halbes jahr vorher bei einem treffen erzählt. ich hab dann an dem tag angerufen, weil ich mir sorgen machte. er war bestens gelaunt. habe dann nochmal nachgeguckt und festgestellt, dass ich mich im datum geirrt und einen monat zu spät angerufen habe. hab mir also umsonst sorgen gemacht die ganze zeit. der typ lebt immer noch, denke ich. hat sich zwischendurch selbst in die geschlossene einweisen lassen, aber da haben sie ihn auch zwei monate später wieder rausgeschmissen. gegen miet- und sonstige schulden, einen arbeitsvermittler, der einen unbedingt in nächstbesten callcenterjob vermitteln will und die entlaufene freundin hatten sie auch kein allheilmittel. der typ ist ein histrioniker par excellence, sein ganzes leben ist eine theatershow oder eine daily soap in der er selbst der drehbuchautor, regisseur und hauptdarsteller ist. da gehört sowas einfach dazu, um das drama zu steigern. ich hatte lange zeit darin eine feste nebenrolle als das verschrobene, einzelgängerische künstlergenie, der picasso des neuen jahrhunderts oder so, später hörte er auf sich für kunst zu interessieren und meine rolle wurde wieder aus dem drehbuch rausgeschrieben. war aber ein feiner kerl, wünsche ihm alles gute. ich kenne einige solche leute. ich frage mich manchmal, was haben sie? und ob ich vielleicht der einzige "normale" mensch auf der welt bin?
    .........
  • 7akx3tx
    hmmm...klingt nach naddel in männlicher form ;). klar es gibt die leute, die auch gerne das eigene elend in wahrheit lieben . für mich aber eher kinderkacke, denn so schlecht kanns dann doch nicht sein. erinnert mich an die emo-generation, die sich gegenseitig aufstacheln, wie geil es ist sich zu ritzen bzw. wie scheiße das leben doch ist. insgesamt sind echte depressionen nicht gerade lapidar aber sind meist auch gut heilbar bzw. gut behandelbar. menschen können auch unterschiedlich mit krisen umgehen. es gibt leute, denen gehen ihre schulden, einsamkeit und arbeitlosigkeit am arsch vorbei. andere wiederum gehen dran kaputt. naja egal, was ich sagen wollte, die gründe für den freitod können für einen selbst nicht nachvollziehbar und klein sein für andere sind sie von großer bedeutung. wenn mir einer sagt ich bringe mich um, würde ich ihm/ihr wahrscheinlich sagen, versuch alles zu probieren und wenn alle stricke reißen ( geniales wortspiel ) kannst du dich immer noch umbringen. dann würde ich sagen, dass ich nicht helfen kann und pschotherapeutiche hilfe ist dringend notwendig...inwiefern die ganze sache glaubwürig ist, kann ich eh nicht nachvollziehen
  • nighthawk
    nighthawk
    depressionen kann man vielleicht heilen, wenn der mensch vorher einigermaßen gesund war. das ist dann, wie jede andere krankheit. man begibt sich in die hände von profis, und die helfen einem. wenn aber schon vorher alles im argen war, wenn kein urvertrauen existiert, die grundlage sozusagen für alles, was willst du dann heilen? du kannst höchstens an den symptomen rumdoktern, die maschine wieder zum laufen bringen, damit alles wieder funktioniert. dann ist man ein funktionaler gestörter, der dann als "geheilt" entlassen wird. das können die profis natürlich. mehr traue ich ihnen nicht zu.
  • nighthawk
    nighthawk
    hmmm...klingt nach naddel in männlicher form ;)

    na ja, der typ hatte richtig talent. er hätte was großes werden können. aber er wusste nicht, wer er war. er wollte immer jemand anders sein, aber nie er selbst. das war sein problem. ich weiß nicht, ob naddel dasselbe hat.

    .
  • El-Meky
    El-Meky

    Ich nenne meine Depressionsschübe, meine Seelenkoliken.
    Ich habe mit professioneller Hilfe gelernt, mit ihnen umzugehen.
    Wie ein Diabetiker oder Nierenkranker, der auch lernen muss, was gut ist und was nicht, um zu überleben.
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