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  • Remy Zaugg starb in Basel

  • Pierre Menard
    Pierre Menard Remy Zaugg starb in Basel
    mit verzögerung wurde der tod von remy zaugg bekannt. er litt an einem hirntumor und verstarb im alter von 62 jahren am 23.08.05 in basel.

    zaugg ist sowohl als maler, kurator und theoretiker bekannt gewesen. seine oft leeren, monochromen, "weißen" leinwände,die oft auch mit textzeilen angereichert waren und in denen er sich hauptsächlich mit fragen der wahrnehmung beschäftigte, sowie wie seine druckgraphischen editionen und schriften waren von internationalem rang und fanden weite beachtung.
    zaugg im interview mit tomas wulffen zu der frage, ob seine bilder "weiß" seien:

    ..., ich muß Sie hier unterbrechen. Gewiß ist die Beschreibung ein Aspekt der Bildbetrachtung mit Hilfe des Wortes. Nur - eine Beschreibung kann einmal gescheit, einmal ungefähr, unklar oder auch falsch sein. Was machen Sie nun also, wenn Sie von einer weißen Leinwand sprechen? Glauben Sie damit den tatsächlichen Farbton meiner Leinwand zu beschreiben? Benutzen Sie nicht vielmehr die Vokabel `weiß` als Symbol der Jungfräulichkeit und des Unbefleckten? Dies sind zwei durchaus verschiedene Dinge. Der Schriftsteller spricht vom Schrecken oder der Verführung des `weißen Blattes`, aber das einzelne, das konkrete Blatt vor ihm ist nicht unbedingt weiß; es kann genausogut auch gelblich, leicht grau, leicht ocker oder sogar liniert oder kariert sein. Falls Sie glauben, die Farbe meines Bildes mit dem Wort `weiß`richtig zu beschreiben, so täuschen Sie sich gewaltig. Ihr Irrtum zeugt ganz einfach von Ihrer nominalistischen Blindheit, Ihrer Gefühllosigkeit und Ihres wahrnehmerischen Unverständnisses. Der Farbton meines angeblich jungfräulichen oder leeren Bildes ist in der Tat nicht weiß und kann es auch gar nicht sein...

    thomas wulffen: remy zaugg kunstforum 112, 1991


    neben seinen malersichen werk fand zaugg viel beachtung mit seiner vorstellung eines museumsun und den damit verbundenen fragen der präsentation und repräsentation, die er unter anderem in dem buch "Das Kunstmuseum, das ich mir erträume. Oder Der Ort des Werkes und des Menschen" von 1987 thematisierte.

    konsequenterweise trat zaugg auch selber als kurator auf. unter anderem organisierte er in paris 1991 eine alberto giacometti ausstellung.

    ebenso war die zusammenarbeit mit den architekten herzog & de Meuron folgerichtig, mit denen zaugg kunst am bau realisierte.
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