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    El-Meky wusstet ihr , ...?
    Farbe und deren Gewinnung/ Verwendung


    I.Natürliche Farben

    1.Indischgelb-Gelb

    Farbstoff des Urins indischer Kühe, die mit Mangoblättern gefüttert wurden und bis zur Quälerei dürsten mußten.
    Taucht im 18. Jahrhundert als Ölfarbe auf; wurde auch zum Färben von Margarine benutzt; vermutlich durch englische Tierschutzgesetze nicht mehr auf dem Markt (1920)

    1.b Färberwaid-Gelb

    Im blühenden Zustand enthält die Pflanze Gelb. Nutzung um ca 500 n. Chr
    1.c Rainfarn

    Blühende Dolde ergeben grünliches Gelb
    1.d Saflor

    Aus dieser Färberdistel gewinnt man aus den Blütenköpfen Gelb-Rot
    2.Purpur-Dunkelrot

    Extrakt aus getrocknetem Blutfarbstoff der Purpurschnecke oder der Cochenillelaus.
    Einer der teuersten Farbstoffe der Antike und des frühen Mittelalters; wurde zum Färben der Herrschermäntel verwendet.

    2.b. Krapp- Dunkelrot

    Farbe aus getrochkenter Wurzel
    3.Indigo/ FärberWaid-Dunkelblau

    Aus der ostindischen Pflanze Indigofera tinctorica oder aus dem europäischen Waid durch Vergärung der Blätter gewonnen
    Seit dem Altertum bekannt, im 16. Jh. durch die Ostindische Kompanie nach Europa gebracht und zum Färben von Textilien (Uniformen) verwendet; Erfindung des künstlichen Indigo besserer Qualität im 20. Jh.

    4.Lapislazuli-Blau

    Vermahlener Halbedelstein vom Baikalsee, aus Tibet, Spanien oder Chile
    Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. bei den Sumerern bekannt, auch für Wandbilder in ägyptischen Pyramiden verwendet; sehr kostbar

    5.SaftgrünGrün

    Sud aus Pflanzen: Aloe, Lauch, Malve, Holunder
    Besonders im 14. und 15. Jh. zum Malen und Färben gebraucht; wegen geringer Lichtechtheit völlig verschwunden

    6.Grüne ErdeOlivgrün

    Erdpigment aus Böhmen und Tirol, verwitterte Hornblende
    Wird seit dem Altertum verwendet; da absolut lichtecht und recht billig, heute für Fassadenanstriche häufig

    7.SepiaBraun

    Wird vom Tintenfisch {Sepia officinalis) bei der Flucht aus einer Drüse ins Wasser gespritzt
    Ältester Tintenfarbstoff; bis ins 19. Jahrhundert für Pinsel- und Federzeichnungen beliebt, heute durch lichtechte Teerfarben ersetzt

    8.Terra di Siena, Umbra, Englischrot , Ocker -Rot bis Braun

    Erdpigmente, die zum Teil erst gebrannt und dann vermahlen werden
    Seit der Frühzeit der Menschheit bekannt; lichtecht und ungiftig, sehr billig, gern für Hausanstriche verwendet; im Schulfarbkasten enthalten

    9.KreideWeiß

    Ablagerungen kleinerer Muscheln und Schneckenschalen während des Erdmittelalters; stehen am Königstuhl der Insel Rügen in 100 m Stärke an
    Schlemmkreide ist das billigste Weiß; typischer Hausanstrich der Mittelmeerländer; gepreßt zur Tafelkreide; dient als Füllstoff zum Andicken und Aufhellen von Wandfarben, Pastellkreiden und Puder

    10.LampenschwarzSchwarz

    Ruß von Lampen, die mit Erd- oder Pflanzenöl brennen
    Von den Chinesen zu Tuschestangen gepreßt; wird heute zu Schuhcreme, Eisenlack und Druckerschwärze verarbeitet

    11.AsphaltSchwarz

    Im Erdöl vorkommender Farbstoff, besonders aus Syrien und vom Toten Meer
    In ältester Zeit und heute als Schutzanstrich gegen Nässe verwendet; dient auch als Ätzgrund bei Radierungen, im Straßenbelag enthalten



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    II. Künstliche Farben

    1.ZinnoberRot


    Mineralisches Pigment aus Spanien und Istrien, von Albertus Magnus im 13. Jh. aus Quecksilber und Schwefel hergestellt
    Wegen seiner hohen Farbsättigung auch heute noch für Anstriche üblich

    2.MennigeRot

    Durch Glühen von Bleiweiß zu Bleioxyd gewonnen; soll während des Brandes eines römischen Schiffes endeckt worden sein
    Grundierung von Eisenanstrichen, verhindert Rostbildung

    3.Pariser Blau- Preußisch Blau


    Eisenverbindung: Ferriferrocyanid; vom Alchimisten Diestock 1704 in Berlin entdeckt
    Völlig lichtecht und ungiftig, außergewöhnlich ergiebiges Pigment; im Schulfarbkasten enthalten

    4.Ägyptisch Blau

    Zerkleinerte Schmelze aus Soda, Kalk, Sand und Kupferoxyd
    Das vermutlich älteste künstIiche Pigment; von Ägyptern, Griechen und Römern in der Wandmalerei verwendet

    5.GrünspanGrün

    Aus Kupferspänen durch Oxydation m. Essigsäure
    Das einzige farbsatte Grün des Altertums; heute ungebräuchlich

    6.BleiweißWeiß

    Bleioxyd durch Ansatz von Bleistreifen in Tontöpfen mit Obstresten und Weinessig, beschleunigende Wärme durch Eingraben in Pferdemist.
    Giftiges Pigment, das zu Haarausfall und Erblinden führte; wurde im 19. Jahrhundert durch das ungiftige Zinkweiß, Lithopone und das Titanweiß aus dem schwarzen Titanerz llmenit (Thüringen) ersetzt

    7.Anilinfarben-alle Farbtöne


    Im 19. Jahrhundert entdecktes Destillat des Steinkohlenteers; künstliches Indigo, auch Indanthren-Gruppe genannt
    Seit 1920 wurden neue Farbgruppen von hoher Leuchtkraft und völliger Lichtechtheit entwickelt; ungiftig, deshalb auch zum Färben von Lebensmitteln zugelassen; Tausende von Variationen möglich.


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