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  • Kunst oder Dilettantismus?

  • imihsas Kunst oder Dilettantismus?
    Liebe Kunstnet begeisterte!

    Könnt Ihr mir vielleicht endlich einmal erklären ab wann sich ein Autodidakt Künstler nennen darf? wann ist Kunst Kunst, oder ab wann hebt er vom dilettantischen Hobbymaler zum ernstzunehmenden Künstler ab?
    Fragen über Fragen, die ich meinen 33 Lenzen immer noch nicht schlüssig beantwortet bekam,

    was meint Ihr dazu?

    Sashimi
  • magicartwork
    magicartwork
    Heavy! Was ist der Unterschied zwischen Künstler/in und einer kreativen Persönlichkeit? Dem Umfrageergebnis nach scheint dieser Zwiespalt nicht nur mich zu betreffen. Da hab ich mich der Sicherheit halber Dilletant genannt, insbesondere deswegen, weil irgendwann der Blick vom eigenen Werk zu einem höheren Berge führt, den man staunend nie zu erklimmen glaubt.

    Wann kann man sich Künstler nennen? Vielleicht wenn einen die Mehrheit dazu kürt... man kann dann immer sagen: ICH war´s nicht, die andern warn´s. Aber zugegeben: Ich find keine wasserdichte Antwort. Vielleicht gibt´s auch keine Antwort, außer diese wenig hilfreiche nämlich, daß man dann Künstler/in ist, wenn man selbst so fühlt - was bedeuteten kann, daß man sich was vormacht. Risiko.

    Eins ist m.E. aber gewiß: Der Autodidakt ist mit Sicherheit auf dem richtigen Weg.
  • imihsas
    hi magicartwork...

    naja, schwierig schwierig, ich für mei´ne person bezeichne mich lieber als kreative persönlichkeit, weil ich mir auch denke als künstler kann dich nur wer anderer bezeichnen... das kann aber auch mit meinem mangelnden selbstbewußtsein zusammenhängen... siehe meine bilder.. :wink: ..

    ich habe es früher öfter versucht in so künstlervereinigungen einzutreten, habe mich irgendwelchen dubiosen aufnahmeprüfungen unterzogen mit keinem erfolg, wurde immer ohne begründung abgelehnt, das hat mich etwas verunsichert, habe ich doch irgendwann einmal gelesen, das autodidakten sich erst künstler nennen dürfen, wenn sie von solcheiner vereinigung anerkannt wurden... naja, demnach dürfte ich das prädikat künstler nicht tragen... was mich ja auch ziemlich ärgern tut, weil wenn jemand auch nur ein gaststudium bei einem berühmten künstler macht, darf er sich bereits künstler nennen... und als ich mich mal an der angewandten bei der meisterklasse attersee beworben hatte, hat man mich mit der begründung abgelehnt, das ich ja mit meinen damaligen 27 jahren zu alt war für ein studium bei ihm... meister attersee nimmt nur 18 jährige studentinnen... was er wohl mit den envorhat??? sind sicher leichter formbar... hihi... naja, hat mich damals sehr geärgert, weil ich hab mich auf diese aufnahmeprüfung ein halbes jahr intensiv vorbereitet, auszeit genommen hab und wirklich nur gemalt , und bin dann nicht einmal zur aufnahmeprüfung zugelassen worden... pfff... ärgerlich und frustrierend... hab dann sicher ein jahr keine lust mehr gehabt irgend etwas zu malen, geschweige denn an irgendwelchen wettbewerben teilzunehmen...
    alles in allem hab ich gelernt, das kunst scheinbar etwas sehr elitäres ist, zumindestens in österreich... ohne vitamin B geht gar nix, bekommst du scheinbar nicht einmal die möglichkeit in einer galerie dich zu bewerben... und ohne austellungserfahrung und wettbewerbe bist du eigentlich als künstler nicht existent...

    ist das bei euch auch so, oder lieg ich mit meinen erfahrungen völlig falsch.... bitte belehrt mich eines besseren... denn... die hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!
    gruß
    sashimi
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  • magicartwork
    magicartwork
    Ouuh.. belehren ist doch was fürchterliches, nene, tuichnicht.

    Also das ist ja blödes Pech mit der sich abgewendeten Meisterklasse. Aber vielleicht wär dir das Wandeln zwischen 18jährigen Zicken auch auf den Keks gegangen... (Gnaaade von allen 18jährigen hier, aber ich muß die nun so viel Ältere trösten!!)

    Nach meinem Grafikdesignstudiumsversuch vor fast zwei Jahrzehnten und einer Nichtangenommenheit bei einer Kunsthochschule folgte ein interessenwandel in völlig andere Gefilde. Aber man wird den Geist nicht los, er drückt und das muß wohl Kreativität sein. Die Frage, was Kunst ist, habe ich mir nach mächtigst zerbrochenem Kopf einfach abgeschminkt. Ich fand, daß viele Meinungen dazu vor Elitärität strotzen. Dazu kam der Blick über den kulturellen Tellerrand... China, Afrika, andere Zeiten, die mühselige Trennung zwischen Kunst und Kunsthandwerk... die endlosen Diskussionen, ob´s von Können oder künstlich kommt, die einfache Aussage, alles sei Kunst, bis hin zum Gegenteil, die Macht der Galerien, der Kritiker, des Geldes... :?

    Ist Kunst, die Vitamin B braucht, überhaupt Kunst???

    Ich denke, alle Vereinigungen, Vereine; schulen, und sowas ist nicht wirklich und nicht dauerhaft wichtig für die eigene autarke Entwicklung. Und diese Institutionen nehmen sich das Recht heraus, Leute als Künstler zu krönen??? Nönö.

    Aber ist man nun Künstler oder nicht?

    Deine Werke sind durchaus künstlerisch.

    Außerdem gibt´s ja Abstufungen: Große Künstler, äh...kleine Künstler :lol: , Meister,... alles sehr flexibel.

    Und wir leben in einer Zeit der Inflation von qualitativ hochwertigen Arbeiten. Haben wir uns nicht immer gewünscht, in einer Kultur kulturschaffender zu leben? Heißt natürlich vielleicht auch, den Kunstbegriff zu wandeln.. watweißnich.

    Also was hoffst du denn? Als Künstlerin einen Namen zu kriegen? Ernährt dich dein Gewerbe eigentlich?

    Hm... Kunst ist harte Arbeit... aber harte Arbeit macht noch keine Kunst... ich bin über eine passabel gelungene Gestaltung schon richtig glücklich.

    Gruß
    magicartwork
  • imihsas
    danke für deine überaus amüsanten beitrag :lol: , nein amüsant ist vielleicht nicht das richtige wort... ich meine deine humorvolle sichtweise ... si si..
    nein, mein gewerbe - wie du es nennst findet hauptsächlich in meiner spärlichen freizeit statt, und weit davon entfernt mich zu ernähren, eher so eine nascherei zwischendurch... liegt aber vermutlich daran das ich nicht wirklich viel dazu beitrage meine arbeiten zu verkaufen... ich hasse es nämlich zu verkaufen!! bin da etwa geprägt, weil ich 2 jahre im einzelhandel geschuftet hab und mir dadurch eine gewisse menschenfeindlichkeit zuzog, welche nicht besonders förderlich ist für verkaufstechnische handlungen.. deshalb verschenke ich auch viel zu viel... im nachhinein betrachtet! ... nein, mein brot verdiene ich in einem stinkordinären angestelltenjob, zwar im design, aber fern von kreativer erfüllung!
    naja, wenn du mich so direkt fragst, natürlich träum ich davon mir als "künstlerin" einen namen zu machen, zumindestens so einen, das ich davon leben könnt, andererseits ist mir auch bewußt, das sobald man in die tretmühle des verkaufzwanges gerät, und der ist unweigerlich dann gegeben wenn man davon seine semmel kaufen muß- verliert die künstlerische tätigkeit auch den gewissen reiz der freiheit... im grunde ist einfach unsere gesellschaft beschissen, es dreht sich nur um die kohle....
    und ich glaube nicht das kunst unbedingt mit hartet arbeit zu tun hat, und wenn nicht mit harter arbeit im eigentlichen sinn, eher die harte arbeit an sich selbst... ich denke die wahre künsler denkt nicht darüber nach, ob er künstler ist oder nicht, er lebt es einfach, ist quasi so ein art berufener, der die kunst als medium seiner visionen verwendet um sich der welt mitzuteilen... ich will sogar soweit gehn zu sagen das die wahren künstler eine art propheten sind die otto normalverbraucher sensibilisieren für die themen der gesellschaft.... wie sie das machen ist völlig gleich....

    war letzte woche auf einer austellung von herman nitsch... und obwohl ich früher eher ein gegner dieser aktionistischen kunst war ( weil die armen tierchen ja geschlachtet werden) finde ich es mittlerweile genialst... und ich weiß nicht einmal warum... mußt dir vorstellen ein rießiger raum, rechteckig, an der schmalseite ein gigantischer beschüttetet stoff, sicher an die 70m2 groß- und an den längswänden jeweils zyklen in rot und in schwarz, inszeniert wie ein rießiger altar, mit sphärischen klängen und einem video wo nitsch wärend einer aktion gezeigt wird , wie er die rote farbe schüttet, kehrt, schmiert,...
    ich bin nun also durch diesen raum gegangen, der groß und weit war und noch menschenleer und ich bekam beklemmungen... ich spürte plötzlich so bedrängendes gefühl von anklagendem ? befreiendem schmerz???? ekel?? keine ahnung was, das ich ziemlich betreten war... falscher ausdruck... überweltigt... so überweltigt das ich fluchtartig den raum verließ....
    und ich stelle mir vor das ist der zweck den kunst hat... zu sensiblilisieren, wachzurütteln... zu berühren...
    und da bin ich nach wie vor noch recht weit weg davon... meiner meinung nach....

    das war jetzt aber ein langer monolog... jetzt schreib du wieder was!
    gruß
    sashimi
  • magicartwork
    magicartwork
    Wow. Echt langer Monolog. Ein Monoloch sozusagen. :lol: Aber genau auch mein Stil.

    Deine Nascherei hat dich eine profunde Vielfalt gelehrt.

    Es ist schon lustig, daß der Einzelhandel, der ja eine Beschäftigung mit Menschen ist, genau diese dir eine eher misanthropische Sicht verschaffte. Die Dosis macht das Gift - bloß nicht zuviel Menschen, genau.

    Mir geht schon das Busfahren gegen den Strich.

    Ich denke, daß wenn man sich einen Namen als Künstler schafft, es nicht unbedingt heißen muß, den Reiz der Freiheit zu velieren. Wo ist überhaupt jetzt deine Freiheit??? Ist da wesentlich mehr, das du verlieren könntest? Ich glaube eher, wenn man als Künstler anerkannt wird (was auch immer genau das bedeutet, nehmen wir mal an: bezahlte Publikationen, Bekanntheit, Aufträge) dann gibt´s mehr Freiheit. Du könntest Projekte verwirklichen, von denen du vorher nur träumtest. Du hast Narrenfreiheit UND Geld.

    Das sieht man doch überall. Du hast´s selbst beschrieben :P

    Man darf nur nicht an seinen Fähigkeiten zweifeln, dann zweiflen auch die anderen.

    Ich habe hoffentlich keine große Klappe -aber wir plaudern ja auch nur.

    Deine Einschätzung des Wesens eines Künstlers teile ich, wenn´s auch etwas pathetisch klingt - aber ich würd´s auch so sagen, wenn mich der Strom der Gefühle mitreißt. Andererseits: Wahrer Künstler? Bin ich kritisch. Wahre Heilige, Wahre Erleuchete... sind alles Menschen, die irgendwo ´ne Schraube locker haben. Wie alle anderen auch.

    Ist dieses von die empfundene Gefühl bei "nitsch" nicht vielleicht ähnlich dem, das man auch sowohl in der Natur als auch bei kultischen Handlungen empfinden kann?? Könnte bedeuten, es ist keine Domäne der Kunst... ist´s überhaupt Kunst?? (Das Problem - kunst oder was oder nicht - ist weiterhin anziehend, seufz)
    Kunst ist vielleicht immer ein Spiel zwischen Anziehung und Ablehnung vielleicht, vorallem ein Spiel, das der Künstler mit sich selbst spielt, wo er aber nie aus dem Auge verliert, es andern auf seine verwickelte oder nicht verwickelte Weise zu zeigen.

    Dein Bild mit dem Kreuz und der Puppe rüttelt recht herum. War das Glück oder künstlerlische Intention oder Ergebnis vieler Jahre Arbeit?

    Mit harter Arbeit habe ich durchaus die Schule, die technische gemeint... ewige Wiederholung, Training, Experiment, Zufall, Irrtum... die Dinge von dir sehen auch ncht gerade wie Zufälle aus. Die konzentrierte Beschäftigung. So ist´s bei mir jedenfalls. Ich erwäge, das darüber, also durch diese Konzentration, die man da sodurchhält, sowas wie die harte Arbeit an sich selbst entsteht. Als Nebeneffekt. Aber ist mir auch egal. Die Schraube bleibt locker.

    Also diese deine Aussage: "...sobald man in die tretmühle des verkaufzwanges gerät, und der ist unweigerlich dann gegeben wenn man davon seine semmel kaufen muß- verliert die künstlerische tätigkeit auch den gewissen reiz der freiheit.."
    ist glaube ich zu pessimistisch und hält dich eher davon ab, den Traum zu verwirklichen. Da machst du dir zuviele Sorgen. Ich schätze, der einzige Nachteil ist, daß man dann, wenn man verkauft, keine Zeit hat, zum Malen.

    Und wenn du die Gesellschaft richtig beschissen findest - gibs´ ihr! Knall ihr mit deiner Kunst eine rein und laß dich von ihr auch noch dafür bezahlen!!! :D

    Ist doch geil!

    Gibt immer Leute, die das verstehen. :wink:

    Ich hab noch einen wenig tröstlichen Spruch: Der Lohn der Kunst ist nicht Ruhm oder Reichtum, sondern Rausch.

    Viele Grüße und jetzt ist aber spät geworden, und mein Beitrag laaaaang...
    mAw
  • imihsas
    hi hi.. ja das tu ich eh... ihnen eine reinknallen, nicht nur mit meinen bildern... hehe...
    ja du hast recht, das macht spaß, ist auch meine hauptintension beim malen und fotographieren...

    und du hast sicher recht mit deiner theorie das wenn man selbst an sich zweifelt, auch die anderen zu zweifeln beginnen... andererseits wird nicht zweifeln auch als hochmut empfunden und damit hab ich so meine probleme... obgleich der entsprechende knall in der birne sicher vorhanden ist :wink:

    tja und das mit der freiheit die ich mir einbilde jetzt zu haben... hmmm... grübel grübel... mist wo ist sie bloß, könnt zwar machen was ich will, maltechnisch, nur fehlt mir nicht nur die kohle für tolle projekte wie auch die entsprechende zeit, hat du also auch wieder gut getroffen... hey, wieso weißt du das alles??? ( bist Du gar schon so waise?)

    aber zu meiner freude kann ich erzählen das ich mir zumindestens eine tolle reise nach tokjo im märz leiste, wo ich wieder über und über fotografieren werd... drei wochen kreativinput... den hab ich mir früher nie leisten können, oder wollen...
    ( finanzieller bankrott läßt trotzdem grüßen, weil die teuerste stadt der welt, und weil sicher wieder viel einzukaufen gibt, ufff)

    aber ich lerne, sogesehen bringt mir der eintrag im kunstnet schon urviel, weil endlich ein wenig feedback kommt, und ich besser erkennen kann, wo ich in etwa steh mit meiner arbeit....
    also AN ALLE ... VIELEN DANK DAFÜR.... :D


    "Der Lohn der Kunst ist nicht Ruhm oder Reichtum, sondern Rausch. "
    Dieser spruch trifft es wirklich sehr gut, wie ich auch kunst sehe, weniger das ergebnis des bildes ist meist wichtig, eher der rausch beim erarbeiten ist befriedigend für mich, denn sobald man eine arbeit vor sich hat, versucht man sie gleich in "objektive" kriterien zu zwängen... ist die technik gut, kommt die aussage rüber, sind die farben gut, etc... beim malen oder photgraphieren bin ich wirklich in meiner eigenen welt... fern ab von den menschen die mich vielleicht gerade umgeben... bin dann oft selbst shockiert, was das eigentliche ergebnis ist... siehe kreuzfoto...

    du hast recht, das macht richtig spaß... und es bringt mir persönlich auch sehr viel über mich selbst zu reflektieren... meine lockere schraube zu erkennen... :wink:
    deswegen ist meine arbeit auch meist unter dem gesichtspunkt enstanden selbsttherapierend zu sein, weniger um ein großes publikum damit anzusprechen...

    hab auch oft die erfahrung gemacht, das viele leute von meinen arbeiten schockiert sind und sich abwenden... bin dann immer ganz betreten, weil mir mein persönlicher wahnsinn wieder bewußt wird...

    du hast sicher recht das der begriff "wahrer künstler " mit distanz zu betrachten ist, aber vielleicht ist es auch genau das , das die dem wahnsinn nahen besonders beeindruckende arbeiten schaffen... sogesehn bin ich am richtigen weg.. :?

    freu mich auf deine antwort..

    baba
    sashimi
  • magicartwork
    magicartwork
    Hi, Sashimi

    schon nach´m ersten Überflug deiner Zeilen könnt ich mich in stundenlange Gespräche verwickelt sehen....ich pick mir was raus und reflektier so rum. Is´ auch schon wieder spät.

    Also erstmal BOAAAAH zu deiner anstehenden Tokio-Reise. Da wär ich auch gern mal. Das ist ja der Knaller! Herzlichsten Glühstrumpf! Ich, wir, sind alle gespannt auf deine Fotos!

    Ob ich wäaeise bin? Ich koketiere wir folgt: Wenn ja, kann ich´s nicht weiterempfehlen...

    >"aber ich lerne, sogesehen bringt mir der eintrag im kunstnet schon urviel, weil endlich ein wenig feedback kommt, und ich besser erkennen kann, wo ich in etwa steh mit meiner arbeit.... "

    Och, ich denke stumpf, vielleicht krieg ich Kohle dadurch (Kauft, Leute, kauft!) Meine Bilder sind schließlich toll... ne, ganz ehrlich: Ich bin beeindruckt über die vielen guten Bilder hier. Das ist nicht überall so. Es haut mich um. Es knickt. Es macht demütig. Es zeigt, wo´s lang geht... und dann geht´s weiter und ich mach auch weiter.

    Aber zum auch von mir gewünschten Feedback: Ich habe das Glück, seit relevanter Zeit bei einer Zeitung die Cover und den Innenteil layouten zu dürfen. Und zwar ziemlich frei. (Logischerweise gegen einen Hungerlohn. Muß wohl so sein.) Das erhaltene Feedback jedenfalls ist meißtens positiv und immer besonders realistisch, weil ausführlich und nah. Dagegen sind Kommentare im Internet eher sowas wie Nadelstiche oder Sahnehäubchen.

    >"...denn sobald man eine arbeit vor sich hat, versucht man sie gleich in "objektive" kriterien zu zwängen... ist die technik gut, kommt die aussage rüber, sind die farben gut, etc... "

    Ich finde diese Gedanken eigentlich gut. Obwohl du vielleicht eher meinst, der Objektivität gegenüber mißtrauisch sein zu müssen...? Der Punkt ist dieses "gleich". Suchst du denn den richtigen Zeitpunkt, an dem du die eigene Arbeit in objektive Kriterien zwängen darfst und... irgendwann auch dies tun mußt?

    Ich spüre die Schwierigkeit unserer Gedanken. Millionen Wörter könnten nötig sein.

    Hmmm. Wir machen erstmal keine Kunst. Der Gedanke erscheint mir realistisch. Wir gestalten. Das Ergebnis könnte Kunst werden, muß aber nicht. Gestaltung ist schwierig, weil sie Kenntnisse der Gestaltungsgesetze erfordert: Technik gut? Farbe gut? Kommt die Aussage?

    Die richtigen Fragen sind das. Und das Bemühen um Antworten darauf ist hilfreich. Thema Technik:

    Dein Kreuzbild: Die Komposition ist der Treffer. Nämlich weil sie radikal auf Messers Schneide steht. Ein weniges nur mehr in irgendeine andere Richtung, und es gäbe eine Auflösung und damit eine Entspannung. Nehmen wir an, es ist - unter anderem - genial beschnitten? Grundsätzlich würde ich sagen, daß hierbei ganz klar Erfahrungen im Fokussieren von Objekten zu sehen sind.
    Weiterhin: Ohne das Thema wäre die Komposition zwar spannend, aber ihr würde der Schock fehlen – was andererseits die Bestandteile alleine wiederum nicht bringen würden. Aber dazu kommt auch die penetrante, traumhaft übersurrealisierte Erscheinungsform der Bestandteile...eklig.

    Hervorragende Gestaltung. (Wie hast´n das gemacht?)

    Zurück zum Thema: Ist´s Kunst?

    Vielleicht. Hängt das von der Zeit und der Mode ab? Wer das im Griff hat, der kann Kunst .. produzieren?

    >"...deswegen ist meine arbeit auch meist unter dem gesichtspunkt enstanden selbsttherapierend zu sein, weniger um ein großes publikum damit anzusprechen..."

    Aua. Selbsttherapie! Bukowski schrieb mal, der größte Fehler wäre, allein in eine Kneipe zu gehen um sich zu besaufen. Selbsttherapie!

    So´n Schmarrn!

    Ich wette, du weißt auch was Bescheid.

    Nun, helfen tut´s nicht. Stichwort: Ohr abbeißen. Isse grrroße Künstler... Ist nicht das einzige menschliche Wrack, das grrroße Kunst produziert (e)....

    Helfen tut´s nur (und nur vielleicht) bei denen, die keine Künstler sind und nie waren und nie werden werden. Die klatschen Farbe auf´s Papier und schmieren drin rum und finden sich selbst (Dabei gibt´s doch gar kein Ich), nachdem sie ein teures Buch gekauft haben oder eine Therapie besuchten. Die sind nämlich realistisch und haben nunr ein paar Probleme.

    >"aber vielleicht ist es auch genau das , das die dem wahnsinn nahen besonders beeindruckende arbeiten schaffen... sogesehn bin ich am richtigen weg.. "

    Den Gedankengang verfolge ich auch... oder verfolgt er mich? Verfolgt er uns? :P

    Dieser Gedankengang...Bin mir nicht sicher... gibt solche Leute und solche Leute... Was ist irre, was gesund?? Wo Wahnsinn? Der Wahnsinn selbst ist wahnsinnig... ein Spiegel im Spiegel... betrogen und betrügend.... sehr oft auch schöpferisch...

    Bis dann
    mAw
  • oh my goodness....
    wo soll ich bloß anfangen...

    ich weiß nicht, hab ich nur das gefühl , oder ist es wirklich so, sobald man erzählt, das die creative arbeit eine art selbstherapie ist, wird man in eine schublade gedrängt, nämlich in die des "armen" geisteskranken... der damit aufmerksamkeit versucht zu erhaschen... hmm... vermutlich ist es wieder genau diese...meine.. macke die mich dazu bewegt so zu denken, womöglich lieg ich da aber nicht so falsch...

    eigentlich will ich diese schublade nicht, es soll bloß erklären wie ich meine arbeit sehe, und wie sie entstanden ist... ich habe lange davor zu malen begonnen, bis ich mich zu einer richtigen therapie entschloss, die mir mittlerweile klar gemacht hat, das viele meiner arbeiten gewisse phasen meines lebens widerspiegeln, was ich persönlich irrsinnig interessant find, weil ich dadurch eine neue sicht auf mein leben gewinne, die mir nicht bewußt war... und das ist spannend zu beobachten... auch in den arbeiten , die jetzt entsehen kann ich mit ganz anderen augen sehn....
    ich glaube nicht, das ich dadurch besonders bemitleidenswert werde, weil wie du schon sagtest, bin ich genauso nur ein mensch mit stinkordinären problemen, und ich werde mir dadurch auch sicher nie ein ohr abschneiden, ( obwohl das möglicherweise heutzutage medienwirksam vermarktet werden kann!) dafür bin ich viel zu wehleidig... :lol:
    ich denke in unserer heutigen gesellschaft sind wir schon so degeneriert, das wir gewisse zeichen unserer befindlichkeit nicht mehr richtig deuten können, und so gesehen ist die hilfe eines therapeuten , der die mechanismen erklären kann unerlässlich .
    aber eigentlich will ich ja nicht über therapie mit dir philosophieren, denke das muß jeder für sich entscheiden, ob er das machen will, muß, oder wie auch immer, ich für meinen teil kann es zum heutigen zeitpunkt nur empfehlen, weil ich sehrviel über mich selbst gelernt hab, und mir einiges klar geworden ist, wie ich mir strategien zurechtlegen kann um in gewissen situationen anders zu reagieren als eingeübt und für mich normal wirkend ... you know... :wink:

    und im grunde ist so auch das bild mit dem kreuz entstanden... keine ahnung wie... einfach gemacht... puppe mitgezaht auf friedhof, hingelgt, geknipst und am computer geladen... thats it... und das soll kunst sein, das kann doch jeder, oder???
    im grunde ja.... nur was mich dazu bewegt hat, die puppe genau so hinzulegen, den bildausschnitt so zu wählen ... keine ahnung nehme an das da die von dir zetierte technik ist, die man sich durch langes üben erarbeitet hat... oder einfach zufall... ich muß gestehn ich denk da nicht viel nach drüber, ich mach es einfach, und viel wird nicht so gut, und einiges ist halt gut... oder auch nicht..???? wo wir wieder beim thema wären... wann ist es gut, wenn die technik passt, das motiv knallt und dem betrachter das bild berührt.... und je mehr betrachter erreicht werden desto besser ist es...
    was aber, wenn der betrachter nicht berührt werden will...?? ( und das ist in der heutigen zeit glaub ich das problem) wer will sich in unseren metrosexuellen zeit von irgendeinem "künstler" zeigen lassen, das sein leben jämmerlich ist?? häää???? also wird er sagen ..."des ist schlecht, grausich... usw" .... :idea: und eigentlich bedeutet das doch nur, das das bild seinen zweck erfüllt hat, nähmlich den betrachter erreicht... ODER??

    (leider wird jedoch die wirtschaftliche seite des ganzen vergessen, denn wenn man oben erwähntes beispiel genauer betrachtet, wird man merken, das dieser betrachter wohl kaum dieses bild kaufen wird, was wiederum a bleede gschicht ist ... für den "künstler"!!!)

    deshalb lässt sich eigentlich die milchmännchenthese aufstellen, das arbeiten die gut verkauft werden nicht unbedingt künstlerisch wertvoller sein müssen als jene , mit der man sich nicht so gerne umgibt...... oder?

    und ja, der wahnsinn verfolgt uns überall hin, und ich glaube er steckt in jedem von uns... mal mehr, mal weniger... :wink:

    find ich toll das du zeitungcover gestalten kannst, ich hätt ja gern so aufträge in der musikbranche... covergestaltung von jazz oder hip hop labeln... oder buchdeckeln layouten von literarischen ergüssen... hab irgendwie immer noch nicht durchblickt wie man zu solchen auträgenkommt... ein myterium...
    naja, kommt zeit, kommt traumjob... hihi...

    wish you a nice weekend... and hope to cu soon....
    sashimi

    p.s: tokyo wird sicher toll... und japan ist wahnsinnig empfehlenswert.... weil sehr inspirierend von der total anderen lebensweise... dagegen sind wir europäer wirklich zeitweise mittelalterlich unterwegs... aber das ist ein anderes thema!

    baba
  • imihsas
    mist, hab mich vergessen einzloggen...
    gruß sashimi
  • sky23
    sky23
    Ich habe Hobbymaler angegeben, als Künstler fühle ich mir noch nicht. Ich werde von ander öfter als Künstler bezeichnet, aber ich fühle mich noch nicht reif genug dafür.

    Zitat sashimi:
    ich weiß nicht, hab ich nur das gefühl , oder ist es wirklich so, sobald man erzählt, das die creative arbeit eine art selbstherapie ist, wird man in eine schublade gedrängt, nämlich in die des "armen" geisteskranken... der damit aufmerksamkeit versucht zu erhaschen... hmm... vermutlich ist es wieder genau diese...meine.. macke die mich dazu bewegt so zu denken, womöglich lieg ich da aber nicht so falsch...

    Ich bin "geisteskrank" gewesen hatte eine Psychose. Aber ich finde das nicht Bemitleidenswert zumindest in meinem fall, wenn man die "Andere Welt" mal erlebt hat, kann das ein gewinn sein. Als Therapie habe ich meine Bilder eigenlich nie gesehen, ich will einfach Bilder malen die mir gefallen. Wenn anderen sie auch gefallen freut mich das.
  • imihsas
    hallo sky,

    hab mir grad deine homepage angeguckt, finde, du hast sehr interessante arbeiten gemacht, mir gefallen vor allem die in denen man figuren und köpfe wiederfindet... und die farben sind wunderschön gewählt.... hätte nicht gedacht, das man mit dieser technik so vielseitig arbeiten kann! ich finde du bist viel weiter als ein hobbymaler !!

    ich finde es toll das du zu deiner krankheit stehst,!
    ich finde deine arbeiten sehr positiv und farbenfroh, nahezu gespickt mit lebensfreude...
    du hast sicher recht , das erleben einer anderen welt ist sehr interessant, und es ermöglicht einem einen ganz neuen blickwinkel..
    lg
    sahimi
  • sky23
    sky23
    Dann könnte ich sagen wenn mich jemand nach meinen Beruf fragt sagen das ich Künstler bin.

    Die Figuren Bilder, weiß ich noch nicht ob ich davon noch welche mache in nächster Zeit. Das habe ich recht lange und in vielen variationen gemacht. Es ist leider fast kein Bild aus der Zeit erhalten, nur eins und das in schlechtem zustand. Ich bin das malen von figuren im moment über.Ich war damals in ganz anderer Stimmung, entusiastisch beim Zeichen zu Björks Musik und so.
    Meine neue art zu malen bringt mir mehr zur zeit.

    <du hast sicher recht , das erleben einer anderen welt ist sehr interessant, und es ermöglicht einem einen ganz neuen blickwinkel..>

    Ich würde aber keinem dazu raten eine Psychose zu bekommen um sich künstlerisch weiter zu entwikeln das ist viel zu gefährlich,man wird einen ziemlichen schaden davon bekommen(Schwerbehinderung).

    So ich leg mich wieder hin.
    Sky
  • hannelore thomsen
    hannelore thomsen blythebook
    Ich finde deine Seite ist ein Erlebnis und am besten gefallen mir:

    Blythebook/Barbook.

    Die Puppen mit ihrer stummen Sprache brauchen keine vielen Worte.
    Signature
  • Reinzeichner
    Reinzeichner
    "Könnt Ihr mir vielleicht endlich einmal erklären ab wann sich ein Autodidakt Künstler nennen darf? wann ist Kunst Kunst, oder ab wann hebt er vom dilettantischen Hobbymaler zum ernstzunehmenden Künstler ab?"

    Wen interessiert das?

    Ich kenne Autodidakten, die wahre Künstler sind und Personen, die sich Künstler nennen und Dilettanten erster Güte sind.
    Ich kenne gute Künstler, die ihr Atelier voll stehen haben und Dilettanten, die mit Produkten, die ich sofort in den Reißwolf gebe, gutes Geld machen, weil Sie sich verkaufen können.

    Stört es Dich, dass Du nichts verkaufen kannst?
    Dann such Dir jemanden der das für Dich übernimmt.

    Mit der Jammerei habe ich vor Jahren aufgehört.
    Wenn mich vor ein paar Jahren jemand gefragt hat: "Oh, Du malst? Die Bilder sind ja klasse." Dann habe ich verlegen gesagt: "Ach nur so ein bißchen als Hobby."
    Und dann habe ich mir gesagt, was soll das. Ich bin gut, sehr gut.

    Ich male, ich stelle aus und wenn ich möchte, dann verkaufe ich.
    Allerdings nicht, wenn mir, wie im Dezember jemand sagt, er braucht noch etwas Nettes, dass zu seiner afrikanischen Skulptur paßt.

    Warum arbeite ich kreativ?
    Weil es mir Spass macht und genau das habe ich auch dem Reporter im Interview gesagt.
    Wie war meine Intention? Ich wollte ausnahmsweise einmal etwas Abstraktes machen und ich hatte Spass mit Farben zu arbeiten, fertig.
    Gott sei Dank, hat er geantwortet, damit kann ich etwas anfangen.

    Warum stelle ich aus?
    Ich gebe zu, ich liebe das Lob, dass geht mir runter wie Öl und hin und wieder brauche ich meine Streicheleinheiten.
    Ich mische mich unter das Publikum, höre wie ein Pärchen begeistert ist von einem meiner Bilder und stehle mich freudig wieder von der Bildfläche.

    Ich bin Grafik und Produkt Designer, in vielen Bereichen Autodidakt, viele Dinge beginnen als Hobby, ich bin hart zu mir selber, akribisch, pedantisch und sehr selbstkritisch, bin ich ein Künstler?
    Eine kreative Persönlichkeit?

    Ich bin in der Position das zu machen, was mir Spass macht.
  • Reinzeichner
    Reinzeichner
    Hallo sky,

    ich habe mir gerade Deine Seite angesehen. Ich stimme sashimi zu, auch wenn Deine Technik nicht ausgereift ist.

    Am interessantesten fand ich die Vorschau.
    Warum hast Du nach dem 24. bzw. 25. weiter gezeichnet?
    Ich fand es schon perfekt!!
    Laß ruhig mal das weiße Papier wirken.
    Wenn Du das Blatt komplett füllst, hat das Auge keinen Punkt mehr, auf den es sich konzentrieren kann.
  • sky23
    sky23
    Das Bild wirkt im moment recht gut mit der rot flammenden Sonne, ich bin unentschlossen ob ich es weiterzeichne. Der Betrachter könnte wirklich ein wenig erschlagen sein beim betrachten, wenn das Bild fertig ist. *grübel*
  • imihsas
    hallo sky,
    ja da muß ich reinzeichner rechtgeben, ein bisschen weiße fläche erhöht die spannung in einem bild gewaltig... und bringt die farben auch zum knallen... also mut ...
    ich glaube nicht das der betrachter durch zugamalte bilder von dir erschlagen wird, sie wirken dadurch nur eher wie stoffentwürfe, also dekorativ... was nichts schlechtes ist, halt anders...

    und selbst bereits berühmte künstler arbeiten mit dem stilmittel des "unfertigen" lassen bewußt dem betrachter die möglichkeit gewisse bildelemente sich selbst vorzustellen ... oder?

    reinzeichner,
    danke für dein motivierendes statement... bin beeindruckt und muss sagen, deine arbeiten würden mich sehr interessieren .. hast ne homepage, oder lade was hoch... please...

    und ja... du hast naturalmente recht, mein sudern betreffend dem nichtverkaufen ist vermutlich meine wiener nieselsüchtige seite, die ich leider nicht so ganz verleugnen kann... ich arbeite noch daran...

    illylor... freut mich das dir meine seite so gefällt... uff... dachte schon sie ist nicht gelungen, weil ich kaum feedback drauf bekomme, abgesehen von hinweisen auf gramatikalische und rechtschreibtechnische fehler :wink:
    mit gefällt deine seite auch sehr gut, vor allem die installationen haben mir wieder lust gemacht endlich in die 3 . dimmension zu denken... würd sogern eine barbieinstallation machen, allerdings fehlts an dem WO??? :arrow: naja, kommt zeit kommt installation..

    lg
    sashimi
  • sky23
    sky23
    So ich habe es komplett eingescannt und auf meine Seite gestellt. Mir ist es wichtig immer mal was neues auszuprobiern, ich werd es so lassen.
  • imihsas
    hi sky...
    ist echt supa.... das einzige was du vielleicht noch machen kannst ist die vorgezeichneten linien im weißen bereich mehr unterstreichen... aber sonst... perfekt....!!
    lg
    sashimi
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