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  • Expressionismus

  • siku Expressionismus
    Die Definition „Expressionismus“ kennzeichnet eine Hauptströmung der Kunst zu Beginn des 20. Jh., von ca. 1905-25.

    Der Begriff dient nicht nur zur Beschreibung formaler Eigenschaften von künstlerischen Werken, sondern bezieht auch weltanschauliche Orientierungen der Generation dieser Künstler ein. Junge Künstler opponierten gegen bürgerliche Verhältnisse. Der Begriff wurde um 1910 in der internationalen insbesondere in der deutschen Kunstkritik aufgenommen.

    Um 1900 erhielten gestalterische Mittel wie Fläche, Line und Farben mit ihren primären suggestiven Wirkungen eine neue Wertung. Der illusionistische Tiefenraum, der seit der Renaissance die Raumorganisation der Malerei bestimmte, verlor Ende des 19. Jahrhunderts an Bedeutung: an seine Stelle trat die Flächenbetonung. Maurice Denis (1870-1943), französischer Maler des Symbolismus und Kunsttheoretiker, stellte 1890 fest: „Sich erinnern, dass ein Bild, bevor es ein Schlachtpferd, eine nackte Frau oder irgendeine Geschichte darstellt, grundsätzlich eine plane Fläche ist, die mit Farben bedeckt ist, die in einer spezifischen Weise geordnet sind.“ Dieser berühmt gewordene Satz Deni´s verdeutlicht malerische Tendenzen seiner Zeit. Paul Cezanne erzielte durch Farbabstufungen und Farbebenen ein neues Bewusstsein für die Bildfläche. Auch bei Paul Gaugin wird die Betonung der Qualität der Materialien, wie Linie, Farbe und Fläche evident. Das symbolistische Flächendekor Gaugins sowie der kraftvolle Impetus und emotional geprägte Malstil van Goghs inspirierte junge französische Künstler, die später unter dem Namen die „Fauves“ (Fauvismus) Ruhm erlangten und stark den Expressionismus in Deutschland beeinflussten. Um nur einige Namen zu nennen: H. Matisse, G. Braque, R. Dufy, Derain, M. de Vlaminck...

    In den Anfängen des deutschen Expressionismus sind Elemente russischer Volkskunst (Kandinsky) eben so enthalten wie Elemente des Jugendstils, verwandt der Kunst der „Nabis“ (Pariser Maler wie P. Bonnard, M. Denis, F. Vallotton u.a.)

    Französische sowie deutsche Künstler entwickelten großes Interesse an der Kunst außereuropäischer Kulturen. Paul Gaugin reiste in die Südsee, die jungen Maler der Dresdner Künstlervereinigung „Die Brücke“ (gegründet 1905) begnügten sich mit häufigen Besuchen im Dresdner Völkerkundemuseum, ließen sich dort besonders von kultischen Objekten Polynesiens beeindrucken.. Die franz. Kubisten favorisierten afrikanische Skulpturen und Masken. Das neue Formenrepertoire, das man auf so unterschiedliche Weise erschloss, schien den Malern geeignet, die überlebten akademischen Traditionen zu zerstören und durch unverbrauchte Gestaltungsimpulse zu ersetzen. Gabriele Münter brachte das mal so auf den Punkt:

    „Weg vom impressionistischen Naturabmalen und hin zum Fühlen des Inhalts zum Abstrahieren – zum Geben des Extraktes“

    Besonders zwei Künstler-Zusammenschlüsse verhalfen dem deutschen Expressionismus zu Ruhm und Anerkennung: Die Dresdner Künstlergemeinschaft >Brücke< betrieb die inhaltliche Aufwertung der Farbe und des Farbmaterials als Träger eines inneren Erlebens und als Vermittlung einer Idee von Primitivität. Die Münchner Künstler des >Blauen Reiters< (gegr. 1911) verpflichteten die Farbe dagegen auf das, was sie als rein Geistiges auffassten. Bei Kandinsky wurde sie dann zum Element einer abstrakten, symbolisch aufgeladenen Komposition geläutert.

    Der Expressionismus verfolgte die vom Jugendstil wieder aufgenommene Idee eines Gesamtkunstwerks: eine synthetische Gestaltung und Präsentation von Malerei, Skulptur Dichtung, Musik, Theater, Tanz.

    Anmerkung zum Schluss: Eine der bedeuternsten Programmschriften des 20. Jahrhunderts ist der Almanach: „Der Blaue Reiter“, 1911 hrsg. von Kandinsky und Marc. Er besteht aus Aufsätzen, in denen nur Künstler zu Wort kommen und in dessen Mittelpunkt die weitere Kunstentwicklung im 20. Jahrhundert formuliert und mit überzeugenden Bildern verdichtet wird. Ein „Muss“ für jeden, der sich intensiver mit dem Expressionismus beschäftigen will bzw. im Bildungszwang muss :-).

    Beste Grüße
    siku
  • analsur
    expressionismus soll nicht eindrücke (impressionismus von impressionen)

    sondern ausdrücke wiedergeben

    die künstler wollen den betrachter irritieren

    kennzeichnung:
    ausdrucksstarke farben, einfache manchmal geometrische formen

    sehr spontan und mutig gemalt

    sinn:
    kritik an der idealisierten darstellung der realität, wachrüttelung und auf probleme aufmerksam machen, gegen verblendungen ankämpfen


    der deutsche expressionismus wurde geprägt von:

    wassily kandinsky

    franz marc

    karl schmidt-rottluff

    erich heckel


    sucht mal im google nach bildern!!!

    grüße von ruslana
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    bei den vorläufern und vätern des expressionismus sind noch munch und auch van gogh zu nennen, der zumindest im spätwerk seinen typischen expressiven stil erlangte. dass es dabei auch um das finden bildnerischer lösungen ging belegen die briefe an seine bruder theo, die in buchform erhältlich sind( als kleiner hinweis: es gibt auch die version von woody allen, die sich ziemlich amüsant liest(lieber theo, schick mir irgendwas)).

    der eigentliche expressionismus entstand dann in deutschland. dort hatten sich junge künstler, meist keine akademischen künstler, sondern eher architekten und anderes, von der klassischen kunst und auch dem impressionismus abgewandt. sie vertraten die meinung, dass diese in den krisenreichen zeiten nicht mehr vertretbar waren. sie übten jedoch keine direkte gesellschaftskritk , sondern eher mal wieder in einer art abstrakten gesellschaftskritik des imperalismus, indem auch sie zeigen wollten, was ursprünglich ist, "unmittelbar und unverfälscht" wiedegeben, was sie "zum schaffen" drängte.
    1905 gündete sich "die Brücke" in dresden, ua mit den mitgleidern otto mueller, kirchner, schmitt-rotluff, erich heckle, max pechstein und zeitweilig auch emil nolde. die brücke bestnad bis 1913, dann löste sie sich auf. wichtige personen der brücke waren in der zwischenzeit nach berlin übersiedelt.
    die brücke künstler haben oft leuchtende, frische bilder voller dynamik gemalt.wesentlich an der entwicklung beteiligt war auch die zeitschrift "der sturm".

    1911 erfolgte die gründung des "blauen reiters" in münchen. in dieser gruppe waren unter anderem wassily kandinsky, franz marc, august macke, alfred kubin, paul klee und gabriele münter aktiv. der name stammt von einem gemälde kandinskys und war auch der titel eines almanaches, den er und marc heruasgaben. die künstler des blauen reiters wollten die "bisherigen grenzen des künstlerischen ausdrucksvermögens erweitern". man kann im zusammenhang des blauen reiters nicht von eienm gruppenstil sprechen. die mitglieder hatten alle ein usgeprägten individuellen still. so wurde zb kandisky ab 1910 mit seinen leuchtenden bilder zu einem wichtigen begründer der ungegenständlcihen und abstrakten malerei. wichtig sind in diesem zusammenhang wohl auch seine schriften, wie zb "über das geistige in der kunst".
    für marc sind hingegen sind zb die tiersujets typisch.
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  • analsur
    mensch hanni, das muss ich mir mal ausdrücken und unter`s kopfkissen legen, dann werde ich`s den nächsten tag aufsagen können,..echt klasse !!!!
  • trance-x
    trance-x
    und noch einen ...

    source: deutsches historisches museum (dhm)

    https://www.dhm.de/lemo/kapitel/kaiserreich/kunst/expressionismus

    Expressionismus (1900 - 1914)
    Der Expressionismus ist eine europäische Kunstrichtung des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts, dessen Anfänge im Deutschen Kaiserreich liegen. Die Künstler der "Brücke" (1905) und des "Blauen Reiter" (1911) sowie Maler wie Oskar Kokoschka, Emil Nolde, Paula Modersohn-Becker und Ludwig Meidner gehören zu den maßgeblichen Vertretern dieses neuen, vom offiziellen Kunstbetrieb wenig geachteten Stils. Erreichten die Impressionisten die Grenze der objektiven Realität, so versuchten die Expressionisten die irreale, phantastische Welt des Unterbewußten, der Träume und des Alogischen hinter den Phänomenen zu ergründen und darzustellen. Man überschritt die Grenzen des Wachseins, suchte nach verdrängten Gedanken und unterbewußten Gefühlen und bannte sie auf die Leinwand. "Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar", sagt Paul Klee. Der expressionistische Malstil zeichnet sich durch eine von subjektiven Gefühlsempfindungen dominierte starke Farbigkeit sowie einen zur Abstraktion und Vereinfachung tendierenden Hang zum Plakativen und perspektivisch Verzerrten aus.

    https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/paubild4/index.jpg
    "Selbstbildnis nach halblinks mit Hand am Kinn", Paula Modersohn-Becker, 1906
    Papier auf Holz, 29 x 19,5 cm, Sgl. Bahlsen, Hannover (Leihgabe in der Niedersächsischen Landesgalerie, Hannover)


    Obwohl es im engeren Sinne nie eine Bewegung der Expressionisten gegeben hat - der Name wurde zunächst von den "Berliner Secessionisten" auf die Maler der "Brücke" angewandt -, verlor der Expressionismus nach dem Ersten Weltkrieg nicht zuletzt durch den Tod von Franz Marc und August Macke an stilgebender Kraft. Die in den ersten Jahren des Krieges formierte Dada-Bewegung sowie das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus zogen mit ihren dem expressionistischen Kunstverständnis kritisch gegenüberstehenden Theorien die Aufmerksamkeit der Kunst-Avantgarde auf sich.

    (lw)
  • trance-x
    trance-x
    source: Deutsches Historisches Museum (dhm)
    🔗


    Die Brücke

    Die am 7. Juni 1905 von den vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl (1880-1966) in Dresden gegründete Künstlervereinigung "Brücke" gehört zu den wichtigsten Repräsentanten des deutschen Expressionismus. Nach Aussagen von Heckel geht die Namensgebung auf Schmidt-Rottluff zurück, der hinter dem Begriff kein Programm, sondern eine Verbindung zwischen den verschiedenen Stilen in der bildenden Kunst, eine Brücke "von einem Ufer zum anderen", sehen wollte.

    https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/p62-572/index.jpg
    Ausstellung / Künstlergruppe / Brücke
    Ausstellungsplakat, Entwurf: Fritz Bleyl, Dresden, 1906, Farblithographie, 71,5 x 24,5 cm
    DHM, Berlin, P 62/572


    Nachdem 1906 Emil Nolde, Max Pechstein, der Schweizer Maler Cuno Amiet (1868-1961) und der Holländer Lambertus Zijl zur Gruppe gestoßen waren und die erste von sieben Jahresmappen mit Holzschnitten von Bleyl, Heckel und Kirchner veröffentlicht wurde, folgte in den kommenden Jahren eine große Anzahl von Wanderausstellungen. Trotz mehrmaliger Aufforderung lehnten Künstler wie Henri Matisse (1869-1954) und Edvard Munch eine Mitgliedschaft in der Vereinigung ab; Otto Mueller trat ihr 1910 bei. Im selben Jahr beteiligte sich die "Brücke" geschlossen an der von Pechstein in Berlin gegründeten "Neuen Secession" und einigen ihrer Ausstellungen. Schon ein Jahr später verzichtete die Gruppe jedoch wieder auf die Beteiligung, um, wie Heckel sagt, die Ziele und Bestrebungen der "Brücke" rein zu erhalten. Im Gegensatz zu den Malern des "Blauen Reiter" dominierte bei ihnen die Vorliebe für Dämonisches und elementare Sinnlichkeit.

    Am 27. Mai 1913 löste sich die "Brücke" offiziell auf. 1933 wurden alle ihre Mitglieder als "entartet" diffamiert.
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