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  • Kunst, Können und andere Kleinigkeiten

  • relttaSareV
    Liebe Künstler und Kunstfreunde!

    Für mich als Autodidakt und Hobby-Enkaustikerin ist jeder Gedanke, jede Diskussion und jede Meinung von höchstem Interesse. Ich lerne auch sehr viel aus Ihren Diskussionen. Jetzt möchte ich meine Wissenslücke füllen:

    Der letzte Satz in der Äußerung von Siku:

    "Jeder - Betrachter, Künstler - kann sich fragen, welchen Anspruch er an "sein Kunstwerk" stellt: einen dekorativen und charismatischen oder einen im Sinne der Anforderungen professioneller Kunstästhetik. "

    Ist das als eine Gegenüberstellung zu verstehen - die dekorative Kunst - eine Qualität, ein Anspruch, und eine ganz "andere"- Ästhetik der professionellen Kunst? Sollte eigentlich nicht beides professionell im Sinne des Handwerks sein und erfüllen denn nicht beide die Funktion der Dekoration? Neben der Tatsache, dass sie auch beide Quellen für das Philosophieren sein können?

    Sind Sie der Meinung, dass die äußerlich "dekorative" Malerei keinen tieferen Inhalt haben könnte? Oder deren Autoren niedrigere Maßstäbe der Ästhetik setzen?

    Ich spreche z.T. auch aus eigener Erfahrung und Beobachtung. In manchen Galerien ist fast eine Wand der Ablehnung der dekorativen Malerei von Seiten komischerweise eben "professioneller" Künstler zu spüren, eine deutliche Abwertung sogar öfters...

    Da würde mich Ihre Meinung auch sehr interessieren (es hat mich auch eine Portion der Überwindung gekostet, diese Frage hier zu stellen...). Wenn es Ihnen nicht schwer fällt und Sie Zeit haben, schauen Sie bitte auch in meine HP rein (sie ist beabsichtigt spartanisch gestaltet, ohne eine einzige fremde Grafik im Design, um Platz und "neutralen" Hintergrund für meine Bilder zu halten). Mich interessiert Ihre Sicht darauf.

    Ich danke im Voraus!

    🔗

    Grüße aus der Lausitz!
    Vera Sattler
  • relttaSareV
    Liebe Künstler und Kunstfreunde!

    Für mich als Autodidakt und Hobby-Enkaustikerin ist jeder Gedanke, jede Diskussion und jede Meinung von höchstem Interesse. Ich lerne auch sehr viel aus Ihren Diskussionen. Jetzt möchte ich meine Wissenslücke füllen:

    Der letzte Satz in der Äußerung von Siku:

    "Jeder - Betrachter, Künstler - kann sich fragen, welchen Anspruch er an "sein Kunstwerk" stellt: einen dekorativen und charismatischen oder einen im Sinne der Anforderungen professioneller Kunstästhetik. "

    Ist das als eine Gegenüberstellung zu verstehen - die dekorative Kunst - eine Qualität, ein Anspruch, und eine ganz "andere"- Ästhetik der professionellen Kunst? Sollte eigentlich nicht beides professionell im Sinne des Handwerks sein und erfüllen denn nicht beide die Funktion der Dekoration? Neben der Tatsache, dass sie auch beide Quellen für das Philosophieren sein können?

    Sind Sie der Meinung, dass die äußerlich "dekorative" Malerei keinen tieferen Inhalt haben könnte? Oder deren Autoren niedrigere Maßstäbe der Ästhetik setzen?

    Ich spreche z.T. auch aus eigener Erfahrung und Beobachtung. In manchen Galerien ist fast eine Wand der Ablehnung der dekorativen Malerei von Seiten komischerweise eben "professioneller" Künstler zu spüren, eine deutliche Abwertung sogar öfters...

    Da würde mich Ihre Meinung auch sehr interessieren (es hat mich auch eine Portion der Überwindung gekostet, diese Frage hier zu stellen...). Wenn es Ihnen nicht schwer fällt und Sie Zeit haben, schauen Sie bitte auch in meine HP rein (sie ist beabsichtigt spartanisch gestaltet, ohne eine einzige fremde Grafik im Design, um Platz und "neutralen" Hintergrund für meine Bilder zu halten). Mich interessiert Ihre Sicht darauf.

    Ich danke im Voraus!

    🔗

    Grüße aus der Lausitz!
    Vera Sattler
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Hi alle zusammen,

    das Thema ist heavy stuff - man könnte endlos darüber debattieren, diskutieren und sich dran reiben.

    Vor 2 Jahren habe ich mal einen "Anfänger-Basiskurs Malen" gemacht. Eine der ersten Botschaften des Kurses war: 90 Prozent ist Technik und höchsten 10 Prozent beruhen auf Talent bzw. Kreativität. Das hat mich dann doch sehr beeindruckt - dachte ich doch bis dahin naiverweise, es sei grad umgekehrt...

    Bedauerlicherweise bin ich bis heute in dieser Frage der Relation von Technik und Talent auch nicht sehr viel weitergekommen.

    Zur Fragestellung, wann Kunst denn nun Kunst ist, habe ich seitdem jedoch einige amüsante Beobachtungen gemacht:

    1. Kunst ist dann Kunst, wenn sie als solche deklariert wird.
    Was man dazu braucht, ist ein präzises Gespür für Trends und Zielgruppenbedürfnisse und die Fähigkeit, das ganze mediengerecht aufzubereiten (Das ist übrigens auch ne Kunst...).

    Trend ist z. B. die Maxime "Ich bin (irgendwie) anders als die anderen". Individualität ist eine äusserst begehrte Eigenschaft - fast schon eine Tugend. Absurderweise sogar eine, mit der industriell massengefertigte Labels vermarktet werden. Die Deklarierung der persönlichen Einzigartigkeit stärkt das Ego ungemein und trifft allgemein auf Bewunderung und Bestärkung.

    Die Vielfalt der für die begehrte Unterscheidbarkeit als Massstab herangezogenenen Eigenschaften ist mittlerweile kaum zu überbieten. Da ist für jeden was dabei! Ob das nun ein Daniel Küblböck oder ein bildender Künstler ist...

    Das erspart viel mühsamen Umweg über das Erlangen künstlerischer Qualität und die damit verbundene lästige Auseinandersetzung, wenn man seinen "Werken" eben einen trendgerechten und - in der Königsdisziplin - zudem wohldosiert schockierenden Hintergrund verpasst.
    Signature
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  • reteP
    Hallo, Vera,

    >Ist das als eine Gegenüberstellung zu verstehen - die dekorative
    >Kunst - eine Qualität, ein Anspruch, und eine ganz
    >"andere"
    - Ästhetik der professionellen Kunst?

    Ich weiß nicht, wie Siku das gemeint hat, aber für mich gibt es diesen Unterscheidung durchaus, AAAABER: Dekoratives "muß" nicht Kunst sein, und Kunst "darf" ruhig dekorativ sein. Ich kann diese Grenze einfach nicht objektiv setzen. Die Bilder von Josef Albers z.B. sind großartige Kunst UND dekorativ. Die Bilder von Raimund Girke sind selten dekorativ, aber immer große und bedeutende Kunst. Meiner Meinung nach!

    >Sollte eigentlich nicht beides professionell im Sinne des
    >Handwerks sein und erfüllen denn nicht beide die Funktion der
    >Dekoration?

    Meistens ja.

    > Neben der Tatsache, dass sie auch beide Quellen für das
    > Philosophieren sein können?

    Ja, sehe ich auch so. Ich bin auch stets dafür, die Grenze zwischen Kunst und Kunsthandwerk nicht allzu streng zu ziehen.

    >Sind Sie der Meinung, dass die äußerlich "dekorative" Malerei
    >keinen tieferen Inhalt haben könnte?

    Nein, dieser Meinung bin ich nicht.

    >Oder deren Autoren niedrigere Maßstäbe der Ästhetik setzen?

    Nein.

    >Ich spreche z.T. auch aus eigener Erfahrung und Beobachtung.
    >In manchen Galerien ist fast eine Wand der Ablehnung der
    >dekorativen Malerei von Seiten komischerweise eben
    >"professioneller" Künstler zu spüren, eine deutliche Abwertung
    >sogar öfters...

    Wohingegen ein Müllhaufen durchaus in jedem mittelgroßen Museum zu finden ist, meistens horrend versichert ;-)

    Schönen Gruss

    Peter
  • reteP
    Hallo, Vera,

    ich habe mir Deine Website lange und ausführlich angesehen und bin begeistert! Die Sorbischen Eier sind wunderschön, und auch die Enkaustik ist faszinierend. Vieles, sehr vieles davon würde ich "Kunst" nennen, und zugleich großartiges "Kunsthandwerk". Besseres kann man zu einem Kunstwerk meiner Meinung nach nicht sagen, da Können und Intuition hier zusammenkommen.

    Ein Besuch dieser Seite ist wirklich lohnenswert!

    Viele Grüße

    Peter
  • Dana
    Dana
    Hallo Allen zusammen,
    was ist Kunst ?
    Ich glaube, dass man darüber unendlich diskutieren kann.
    Darüber gibt es so viele Theoriene wie Menschen auf der Erde. Für jeden einzehlnen bedeutet Kunst etwas anderes und ich fiende es gut so.
    Der Begriff Kunst wurde vom Menschen erfunden,weil der Mensch immer dazu drängt alles zu benennen, katalogisieren, und dadurch für sich selber eine Klarheit zu schaffen.
    Ich meine, dass die Kunst etwas ist, was man nicht in eine Schublade stecken kann . Sie ist überall in uns und auser uns, und ihre Grenzen sind so verschwommen, dass keiner sich 100%-tig sicher sein kann,ob es noch die Kunst ist oder nicht mehr.
    Unbd das ist auch gut so.
    Dana
    Signature
  • El-Meky
    El-Meky
    hallo Dana,
    schön einfach erklärt und auf den Punkt gebracht. :!:
    liebe Grüsse
    Signature
  • reteP
    Hallo, Dana,



    Ich meine, dass die Kunst etwas ist, was man nicht in eine Schublade stecken kann . Sie ist überall in uns und auser uns, und ihre Grenzen sind so verschwommen, dass keiner sich 100%-tig sicher sein kann,ob es noch die Kunst ist oder nicht mehr.
    Unbd das ist auch gut so.
    Dana


    Ohne Frage kann man nie sicher sein, ob etwas Kunst ist. Aber ob Kunst überall in und außer uns ist, das ist ja fast schon eine religiöse Frage ;-) Und selbst wenn das so wäre: Ist dann jeder, der GLAUBT (!), an diesem "Alles" zu zapfen, ein Künstler und das, was er tut Kunst?

    Überall in und um uns herum ist Musik (Schallwellen). Ist jeder, der sein "Im Frühtau zu Berge" im Badezimmer schmettert ein Musiker?

    Wir nicht, wenn ALLES Kunst ist, der Begriff "Kunst" völlig leer?

    Schönen Gruss

    Peter
  • relttaSareV
    Hallo, Peter! Hallo, alle!

    Ich danke für den Mut, den Sie mir machen und werde nach wie vor diese Diskussion mir großem Interesse weiter verfolgen.

    Tatsächlich – das ist so ein komplexer Begriff, die Kunst! Und da das etwas sehr Subjektives ist - für beide Seiten (Künstler, Schöpfer und Genießer, Betrachter), hat ja jeder SEINE Sicht der Dinge, SEINE Maßstäbe, die er anlegt, SEINE Kriterien, nach denen er das Werk als Kunst einstuft oder auch nicht...

    Und es ist auch gut so. Sonst würden wir nicht „schön“, „einmalig“, „meisterhaft“ zu den uns zusagenden Werken sagen, sondern „richtig“, korrekt“, „entsprechend der Norm und den Regeln“...

    Bloß gut, dass Kunst so ein reicher, gefächerter Komplex ist. Und gerade die unterschiedlichen Sichten von uns allen bereichern uns, weil der Blickwinkel immer weiter wird, man entdeckt immer etwas Neues. Es muss einem auch nicht alles gefallen, aber es bereichert mit Sicherheit, auch wenn die Empfindung eines Werkes negativ ist, man lernt dazu, man geht weiter...

    Denn auch das größte Talent braucht neben seiner Imagination, Vision und Inspiration auch etwas Wissen (Kunst, Geschichte, Kulturen...) und Können (Techniken, Physik der Stoffe und Materialien, handwerkliche Fertigkeiten, ganz normaler Fleiß, Ausdauer, Geduld...), um das Talent für die anderen sichtbar zu machen, zu materialisieren.

    Ich glaube, in sehr engem Zusammenhang zur Kunst steht auch das Bewusstsein und das Bewusste, das uns zum Schaffen führt, das uns auf den Weg und zu den Bemühungen bringt, das ETWAS zu kreieren, was Emotionen beim Künstler und beim Betrachter weckt...

    Ich weiß, das sind fast Weisheiten, ich wollte sie nur auch mal laut für mich benannt haben:wink: ...

    Gruß aus der Lausitz!
    Vera Sattler
    🔗
  • siku
    Liebe Vera,
    ich will mich um eine Antwort nicht drücken, zufrieden stellen wird Sie mein Text wahrscheinlich auch nicht. Fast jede bildende Kunst ist dekorativ. Ob das ihre vornehmliche Aufgabe ist oder nicht, nur darüber ließe sich streiten. (Die zeitgenössiche stellt sich aber manchmal häufiger in beschreibenden Worten dar als visuell).
    Ich habe die Worte "Anforderung professioneller Kunstästhetik" in dem von Ihnen zitierten Satz gebraucht - und schon gibt es eine Schieflage. Das liegt wohl daran, dass es tatsächlich weitere Anforderungen/ Merkmale als nur "schön" gibt, aber gleichzeitig ein Teil kreativen Schaffens so auch abgewertet werden kann. Tatsache ist, dass wir wohl zu zu ernsten Diskussionen uns sehr schnell zur Trennung von Kunst z. B. Kunst - Kitsch, E-Musik - U-Musik neigen - oder aber dass wir uns auf unseren künstlerischen Genius berufen und uns in einem eigenen, abgesteckten Rahmen aufhalten. Um Ihre Frage nicht ganz offen stehen zu lassen, kann ich einfach nur auf zeitgemäße Diskussionen und Rezessionen verweisen. Da ich nicht weiß, ob ich hier Literatur/ Zeitschriften nennen darf, sei nur auf einige sehr unterschiedliche Künstler wie Gerhard Richter, Katharina Severding, Peter Kogler hingewiesen. Hoffentlich lag es nicht an meinem Kommentar, dass es Sie Überwindung gekostet hat, überhaupt Fragen zu stellen. Kunst wird oft zu ehrfurchtsvoll behandelt, dabei ist sie doch häufig auch als spielerisch/ schöpferisches Element ein Ausdruck von Leichtigkeit und Gelöstheit.
    Ich habe mir Ihre fantasievollen und durchdachten Farb- und Formenkompositionen wie "Tanz der Farben, Mittsommer, Inspiration oder Hoffnung" gerne angesehen.
    Schöne Grüße siku


    Hallo SAM

    wohltuend in ansonsten eher ernster Runde dieses Forums erheitern mich Ihre fröhlichen Ausführungen. Nehmen Sie das alles nur nicht zu sehr auf die leichte Schulter - das ist nicht für alle zum Lachen - Wahrheiten gehen wir doch schnell gern aus dem Weg. Und man weiß ja: wer angibt, hat mehr vom Leben. Dabei sollten wir noch die oft wichtigtuerischen Minen und Auftritte der "Künstler" nicht vergessen zu erwähnen. Aber: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
    Gruß siku
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Hallo siku,

    dieses Spannungsfeld "schön = dekorativ = keine Kunst" macht mir mitunter auch richtig zu schaffen. Der Begriff "schön" impliziert gerade in der Kunstwelt so viele Eigenschaften, gegen die zu revoltieren lohnt - einerseits...

    "Schön" hat dann den Beigeschmack von "oberflächlich" im Sinne von "Effekthascherei", "sich einem breitem Publikumsgeschmack andienend", "konstruiert" und "spiessig" allemal. "Schön" ist auf Anerkennung aus, deshalb vordergründig und korrumpierbar. Da ist ja auch was dran - häufig...

    Während des Dritten Reiches wurde jene Kunst, die nicht dem herrschenden Menschen- und Schönheitsideal entsprach, als "entartet" verfemt und verfolgt. "Schön" wurde propagandistisch missbraucht und dieser Ruch der Verlogenheit hängt dem Begriff bis heute als Makel an.

    Die Kunst sieht es seitdem als ihre Aufgabe, sich gegen den einlullenden Charakter von Schönheit zu stemmen, sie als trügerisch zu demaskieren und damit einen unbequemen Kontrapunkt zu Konvention und Verlogenheit zu setzen. Zu Recht...

    Das dann natürlich auch vieles lediglich im modisch revolutionär verbrämten Gewand daher kommt und furchtbar wichtig tut, liegt in der Natur des Menschen. Seit "RTL sucht den Superstar" wundert mich ja nun nix mehr an brüllkomischer Selbstüberschätzung. Kommerz und Eitelkeit - eine unwiderstehliche Allianz.

    Die wirklich parodistische Qualität liegt jedoch in der Reaktion des (Kunst-)Publikums und der (Kunst-)Diskussion. Da wird mit todernsten Mienen analysiert und fabuliert, was das Zeug hält. Die Schlacht der Künstler und Kulturdezernenten und der homerische Chor aus dem Off...wer zuerst lacht, hat verloren.

    Bloss: Wenn sich der heimische Stammtisch dann mal wieder einig ist, dass ein schwarzes Rechteck auf rotem Grund nun wirklich nicht zur Kunst zählt, bin ich auf der Stelle bereit, genau dies vehement zu grosser Kunst zu erklären :-)

    Im übrigen denke ich: Wir kriegen die Kunst, die wir verdienen (gilt auch für Politiker, Zeitungen und Fenrnsehsendungen...)
    Signature
  • klaus etteldorf
    klaus etteldorf
    Hallo zusammen,

    finde es eigentlich Schade, daß hier die "art brut" ein wenig nieder gemacht wurde. Ich bin der Meinung, daß gerade diese Künstler, wie eben alle Expressionisten, sich keinesfalls verstecken.
    Im Gegenteil - sie zeigen ihr Innerstes - für sie muss Kunst nicht zwangsläufig schön sein. Sie laufen bei jeder Veröffentlichung Gefahr sich dem Spott derjenigen auszusetzen, die von Kunst nur eines erwarten, nämlich daß sie schön, dekorativund eindeutig ist.

    Klaus
  • uaetcoc
    hallo klaus,
    glaube nicht, dass hier jemand wirkliches interesse daran hat die art-brut nieder zu machen. es hat sich vermutlich bei vielen (sicherlich bei mir) einfach als beispiel aufgedrängt, genau so wie auch immer beuys den kopf herhalten muss.
    ..... lese sehr viele kunsthistorische abhandlungen, wenn man nicht mehr weiss, wo man grundlagen her holen soll, ist es einfach auch immer duchamp gewesen. :-)
    für mich hätte jeder ander .....-ismus oder jede ......-art, als beispiel funktionieren können.
    gruss, cocteau
  • reteP
    Hallo, Klaus,

    es lag mir fern, l'art brut "niederzumachen". Allerdings habe ich einen anderen Kunstanspruch und ein anderes Kunstverständnis.

    Schönen Gruss

    Peter
  • Lars Gellersen
    Lars Gellersen
    Hallo zusammen,

    habe mit Interesse diese Diskussion gelesen und will mal hier in Kürze mein "Credo" zu diesem Thema zum Besten geben:

    Um noch einmal einen Vergleich aus der Musik heranzuziehen: Ich verstehe mich mehr als "Komponist" denn als "Instrumentalist". Und von einem Komponisten (oder auch einem Songwriter) erwartet man ja auch nicht zwingend, daß er perfekt ein Instrument beherrscht; auch der Schriftsteller muß keine gut leserliche Handschrift oder eine perfekte Rechtschreibung und Zeichensetzung zu haben, genausowenig wie ein Regisseur ein grandioser Schauspieler zu sein braucht. Niemand würde bei diesen Leuten bestreiten, daß es sich - bei entsprechenden kreativen Leistungen in ihrem "Fachgebiet" - nicht um Künstler handelt. Mir kommt es so vor, daß allein in der bildenden Kunst die überwiegende Meinung vorherrscht, daß man in allen einzelnen Ausführungsschritten zum Gesamtkunstwerk perfekt oder zumindest sehr gut sein muß, um am Ende tatsächlich als "Küsntler" akzeptiert zu werden. Und dem widerspreche ich, denn für mich ist auch jeder ein Künstler, der auch nur in einem der vielen Schritte zum Gesamtwerk besticht; so gibt es eben Leute mit genialen Bildideen, Menschen mit dem Gespür für tolle Farbkompositionen, Maler mit erstaunlicher technischer Perfektion, wieder andere, die es schaffen, eine gewollte "Aussage" perfekt zu visualisieren usw. usf. - und alle diese Leute würde ich als Künstler bezeichnen. Natürlich ist klar, daß z.B. jemand wie Dalí, der hervorragende Bildideen und technische Perfektion vereint, ein besonders hohes Ansehen als Künstler genießen sollte, es ist immer besser, mehr zu können als weniger, aber alle anderen, die auf ihrem "Einzelgebiet" gut sind, verdienen ebenso den Begriff "Künstler".

    Ich jedenfalls will meine Idee nicht von meinen begrenzten handwerklichen Fähigkeiten abhängig machen, sondern ich suche mir die geeignetesten Mittel und Wege, wie sich die Ideen umsetzen lassen. Dies ist z.B. einer der Gründe, warum ich praktisch ausschließlich digital arbeite, denn so brauche ich meine kreativen Impulse nicht so einzugrenzen; wenn ich irgendetwas nicht malen "kann", dann nehme ich eben eine 3D-Graphik, ein Photo oder sonstetwas dazu, um meine Idee umzusetzen und ich halte das auch für vollkommen "legitim". Ich möchte meine Zeit nicht damit zubringen, mühselig technische Fertigkeiten zu erlernen um dann ein Ergebnis zu erzielen, das ich auf anderem Weg in einem Bruchteil der Zeit hätte erreichen können, denn, wenn man nicht grade eins der ganz wenigen Universalgenies ist, hat man nun mal Stärken und Schwächen und ich finde, man sollte sich im Sinne der Energieaufwendung für die größtmögliche eigene Kreativitätsentfaltung lieber auf seine Stärken besinnen und die Schwächen eher mit Hilfsmitteln umgehen und nur dann zu beseitigen versuchen, wenn es nicht eben auch eine Möglichkeit gibt, diese Schwächen anders und mit weniger Energieaufwand auszubügeln.

    Beste Grüße

    Lars
  • reteP
    Hallo, Lars,

    manche Deiner Beispiele sind wie der Vergleich von Äpfeln mit Birnen ;-)

    Das künstlerische Ergebnis eines Komponisten ist nicht das Instrumentspielen (DAS ist das künstlerische Ergebnis des INSTRUMENTALISTEN), sondern das hörbare Musikstück. Und wenn er SEIN Handwerk (entweder Notenkenntnis und das Notenhintereinandersetzen ;-) und/oder aber die Bedienung eines Synthesizers) nicht beherrscht, ist er ein Laie, meistens sogar ein peinlicher.

    Genauso ist es mit Deinen anderen Beispielen: Ein Schauspieler, der sein Handwerk nicht beherrscht, wird lächerlich.

    Ein Regisseur, der nicht in der Lage ist, seine Ideen einem Team zu vermitteln und dieses Team zu motivieren/inspirieren, wird so gut, wie Schlingensief es ist ;-)

    Vor allem aber (und da kenne ich mich aus): Die Handschrift ist nicht das Handwerk des Schriftstellers, sondern seine Ideen, die in Worte zu fassen SEIN Handwerk ist (also Beherrschung der deutschen Sprache sollte vorausgesetzt werden für einen auf Deutsch schreibenden Schriftsteller). Alles andere wirkt megapeinlich. Herzschmerzgedichte haben das Internet überflutet und z.B. die Lyrik (die echte) an den Rand gedrängt... Solche Küchentischlyrik ist nicht nur peinlich, sondern megapeinlich...

    Und ein Bildender Künstler, der SEIN Handwerk (Maler: Farben, Malgründe; Bildhauer: Material, Werkzeghandhabung; Digitalkünstler: Programme) nicht beherrscht, wird auch mit NOCH so vielen Ideen meistens nicht zum Ziel kommen.

    Schönen Gruss

    Peter
  • siku
    Hallo Sam,
    schöne Grüße :) siku

    Bin gespannt, wie die Diskussion hier weitergeht.
  • siku
    Hallo SAM,
    Entschuldigung für den Tippfehler, siku
  • uaetcoc
    hallo,
    peters ausführungen finde ich absolut spannend, und mehr als nur legitim. was nützen die besten ideen wenn man sie nicht umsetzen kann? heute ist es (leider ?) möglich auf andere hilfsmittel auszuweichen, so endstehen eine absolute flut von werken die im kern nicht (mehr) der eigentlichen künstlerischen idee entsprechen. für diese werke finde ich den begriff "peinlich" wirklich absolut zutreffend.

    eventuell würde hier ein gutes buch etwas an grundlagen bringen........

    gruss, cocteau
  • imihsas
    ja aber ist das nicht alles sehr subjektiv... wer stellt die maßstäbe, wer sagt was peinlich ist und was kunst... ich kann nach wie vor keine trennung erkennen....

    HILFEEEEEEEEE


    mags endlich wissen...

    sashimi
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