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  • Kunst, Können und andere Kleinigkeiten

  • reteP
    Oje, liebe Sashimi, nun bringst Du einen Begriff in die Diskussion, den ich bisher vermieden habe, wie der Teufel das Weihwasser: Kitsch. Ich glaube nämlich, daß das genau die Meßlatte ist, hinter der Kunst beginnt. Aber die zu finden, das traue ich mir momentan nicht zu, ich möchte ja noch gerne eine Weile hier im Forum bleiben ;-)

    Liebe Grüße

    Peter
  • imihsas
    hihi....
    ok....

    ich auch...
    sashimi
  • arteP
    ...
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  • reteP
    Guten Morgen, Petra.

    >wer bestimmt, wer etwas kann und wer nicht?

    >wenn nicht der betrachter?

    >Letzendlich bist du auch ein Betrachter!

    Sicher. Und ich sage auch immer wieder, daß die ganze Frage nach "Kunst" eine sehr subjektive ist. Ich kann und will hier nur von MEINEN Ansprüchen reden, von MEINEN Maßstäben, und die liegen bei Kreativität, Originalität, Inspiration, Aussage und Handwerk. Wenn Kunstwerke dies erfüllen, ist das für mich KUNST. Wenn nicht, ist es Nichtkunst. Und manchmal ist es Kitsch ;-)

    Liebe Grüsse

    Peter
  • peter schnaak
    peter schnaak
    Hallo,
    Das ist ein Thema mit dem ich mich als Bildhauer ständig herumschlagen muß, sicher ist es unmöglich eine endgültige Antwort zu finden nun gut ein Versuch...ein paar Gedanken.
    Ich bin mit der Kunst und dem Können immer etwas im Zwiespalt. Einerseits suche ich mir ausgefallene Techniken anzueignen die so oder ähnlich teilweise vor Jahrtausenden praktiziert wurden aber bin mir dabei doch bewusst, dass dieses "Können" ein handwerkliches Vermögen bezeichnet. Das sehe ich als meinen Beitrag die "christliche Seefahrt" nicht sterben zu lassen und habe kein Problem mich in eine Tradition zu stellen auf meine Individualität vertrauend.
    Ist es nicht bei einem Künstler als selbstverständlich vorauszusetzen das auch er sein Handwerk, das ihn etwas bestimmtes ausdrücken lässt, zu beherrschen sucht?
    Aber gibt es, um das Beispiel mit der Musik zu bemühen nicht auch den Zigeunergeiger der keine Noten kennt und trotzdem mit seiner Kunst anrührender ist als mancher virtuos dressierte Konzertgeiger der technisch perfekt eine Kälte erzeugt die gleichgültig lässt?
    Dann sage ich mir mit guten Gewissen Kunst kann nicht von Können kommen, aber Können kann sehr wohl der Kunst durch leeres Virtuosentum schaden. Nichtkönnen was ich mit "der eigenen Medien nicht sicher agieren" übersetze ist genauso unbefriedigend.
    Es müssen die formalen Mittel (zu denen das Handwerk nun mal gehört)möglichst punkgenau eingesetzt werden, ob das nun mehr vom Instinkt geleitet wird oder vom Intellekt ist in Hinsicht auf das Ergebnis eigentlich egal.
    Ich habe für mich ein Beispiel aus dem Bereich der Sprache:
    Die gleichen Worte die ein Fischweib zum Beschimpfen der Kundschaft gebraucht
    kann ein Dichter benutzen um ein Gedicht zu machen was ist der Unterschied?
    Ich glaube er gibt den Dingen eine eigene Struktur und fügt daraus ein (möglicherweise nicht für alle gleich) überwältigendes Bild welches im Kopf des Lesers aufscheint, dazu muss der Dichter/Künstler um die Strukturen wissen das dürfte sehr schwer instinktiv zu machen sein. Sei es auch nur um rauschhaft hervorgebrachtes kritisch abzuklopfen.
    Manchmal kommt mir das ganze wie die mystische Verwandlung von Wein und Brot in das Blut und den Leib Christi in der katholischen Messe vor, wenn ihr wisst was ich meine.
    Aber das ist natürlich vom Exakten wegführend, ich glaube eigentlich nicht, dass Elvis lebt und bin auch noch nicht von Außerirdischen entführt worden usw.
    Da ist ein zweckmäßig geformter Hammer oder Punzen den ich mir selbst geschmiedet habe und der mich das Material meinen Vorstellungen annähern lässt vertrauter
    Das diese Probleme in einer Zeit wo die unmittelbare Begegnung mit dem Stoff und der Langsamkeit des Handgemachten im schwinden begriffen ist, möglicherweise nicht mehr gewürdigt werden können ist noch einmal eine andere Kanne Bier.
    Zuviel Computer lässt die haptische Wahrnehmungsfähigkeit verschlampen, das merke ich am besten an mir selber. Da braucht man sich über nichts zu wundern.
    Freilich kann die virtuelle Realität den Menschen Fleisch und Blut nicht austreiben, 3D unvirtuell ist auch, dass man sich den Kopf stoßen kann wenn man real nicht aufpasst.
    Das beinhaltet auch eine Chance.
    Signature
  • reteP
    Hallo, Peter,

    Dein Beitrag ist wirklich klasse.

    Besonders Dein tolles Beispiel "Die gleichen Worte die ein Fischweib zum Beschimpfen der Kundschaft gebraucht kann ein Dichter benutzen um ein Gedicht zu machen was ist der Unterschied? " zeigt, wie schwer es ist, hier wirklich eine "richtige" Definition von Kunst zu finden.

    Deinem Fazit (wie ich es verstehe), daß Können allein nicht ausreicht, und daß Intuition und Kreativität allein ebenfalls nicht genügen, kann ich nur zustimmen.

    Ich war vorhin auf Deiner Website: Grossartig!

    Viele Grüße

    Peter
  • El-Meky
    El-Meky
    hallo peterschnaak ,

    es war schön deinen Text zu lesen.

    besonders diese deine Worte:

    Aber gibt es, um das Beispiel mit der Musik zu bemühen nicht auch den Zigeunergeiger der keine Noten kennt
    und trotzdem mit seiner Kunst anrührender ist als mancher virtuos dressierte Konzertgeiger der technisch perfekt eine Kälte erzeugt die gleichgültig lässt?


    Genau dort finde ich meine Vorbilder...
    Ich kenne einige Maler, die wie ein *Zigeunergeiger* malen können, weil es ihnen im Blut steckt.

    Talent, Hingabe, eigene Visionen und Fleiss sind die ' Samenkörner'.

    und bei guten äusseren Einflüssen und pflegender Hilfe kann's ja nur gedeien! lg :idea:
    Signature
  • peter schnaak
    peter schnaak
    Hallo Peter

    zitat
    >Deinem Fazit (wie ich es verstehe), daß Können allein nicht ausreicht, und daß Intuition und Kreativität allein ebenfalls nicht genügen, kann ich nur zustimmen>

    Ja was mein Fazit angeht es reiht sich in einen Großteil der Forenbeiträge ein dass die Frage letztlich nicht zu beantworten ist.
    Andererseits muß man versuchen, wenn man professionell arbeiten möchte eine vorläufige, möglichst offene Werteskala sich zu erarbeiten und wenn ich Dein Anliegen richtig verstanden habe geht es dir darum, Dich in deinem Bemühen um ein Wertesystem von den Haltungen anderer anregen zu lassen. Ich jedenfalls sehe das Forum in diesem Sinne.
    Man schließt sich meist einem bestehenden System mit vorhandenen Interpretationsmustern an, bei mir ist das unschwer zu erkennen die Tradition der figürlichen Bildhauerei wie sie zuerst in der Schrift von Polyklet „der Kanon“ literarisch fassbar ist. Leider hat sich diese bis auf ein paar verstreute Satzfragmente und einer allgemeinen Referierung bei Vitruv nicht erhalten. Ich nehme auch an das die Wurzeln bis zu den Ägyptern zurückreichen wie ich an Werkstättenrelikten aus der Amarnazeit, die in Berlin verwahrt werden, zu erkennen glaube. Ich versuche jetzt böse zu verallgemeinern um abzukürzen: Es geht darum die Natureindrücke in ein Maßsystem zu zwingen, da kommt sozusagen Geometrie und Architektur raus. Jede gute antike Skulptur hat dieses pralle knackende Maß, den spannungsvollen Bezug der einzelnen Teile zueinander. Durch seine Abstraktheit bietet dieser Ansatz auch die Möglichkeit ihn auf andere Kunstgattungen zu übertragen. Vielleicht kommt er sogar aus der Musik oder aus der (antiken) Astronomie. Vieles lässt sich auf die Zahlenmystik des Pythagoras zurückführen. Das ist sozusagen die „Hardware“ und autonomer als die wechselnde „Software“ der ikonografischen Topoi. Das hat vielleicht noch nicht viel mit Kunst zu tun, bietet jedoch die Möglichkeit die emotionale Uferlosigkeit die oft Grundlage des (künstlerischen)Handelns ist in eine Form zu bringen.(Es ist eine Möglichkeit die Worte des Fischweibes in eine Struktur zu bringen, Emotionen kalt werden zu lassen ohne ihnen ihre Wirkung zu rauben sondern sie im Gegenteil zu fokussieren, formal und unnaturalistisch)
    So jetzt aber zum Heute, kürzlich wurde mir wieder mal vorgeworfen, ich blende die zeitgenössische Kunst (das was heute diskutiert wird) aus. Das stimmt und es ist ein Selbstschutzmechanismus aus Studienzeiten, und wie ich erkennen muss nicht von intellektueller Redlichkeit getragen. Ich bin kein Beysfresser(ist der nicht auch schon „klassisch aber nicht aktuell“?). Was es mir schwer macht die gerade aktuellen Kunst
    Richtungen unbefangen wahrzunehmen ist die grausame Vermischung der Begrifflichkeiten. Wenn beispielsweise von einem Konzeptkünstler behauptet wird er sei „Bildhauer“. Man kann auch nicht von einem Segelschiffkäpt`’n und einem Atom-U-boot Käpt’n sagen das ist das gleiche. Beide sind Käpt’n (Künstler) aber in einer spezifischen Differenzierung. Man kann berechtigt fragen: “Welche Zukunft hat die Segelschiffart im 21. Jhd.?“ Das kann man aber bei den Atom-U-booten ebenso fragen, wenn auch mit anderen Hintergründen. Das hat alles mit den Positionen zu tun von denen aus ich die eigene Zeit bewerte. Weiterhin muß es nicht zwingend mit der Abwertung dieser oder jener Position einhergehen. Diese Abwertung habe ich oft genug erfahren, finde aber eine gleiche Reaktion als zu simpel.
    Gott ist das wieder lang geworden, aber Worte sind nun mal nicht Wachs in meinen Händen, sorry
    Signature
  • BALGO / Brigitte STEINBACHER
    BALGO / Brigitte STEINBACHER
    Da muss ich sogar auch dem PETER zustimmen ! er hat alles gesagt ...
    (und bitte Peter, hau mich nicht mehr !!! :cry: )
  • uaetcoc
    sehr viele meinungen, ansichten und ideen treffen hier auf einander - ein wirklich sehr spannendes thema. als jemand der öfters kunst "bewerten" darf/muss, lese ich diese ausführungen mit grossem interesse. der vergleich mit der musik, finde ich mehr als nur passend, habe eine zeit in tokyo gelebt, war dort auch ab und zu an der gedai universität für kunst und musik. möge man mir jetzt verzeihen, habe aber noch nirgends so viele "gezüchtete" musiker gesehen, technisch perfekt, aber seelenlos, gennau so in der kunst - perfekt kopisten ohne inspiration und herz. sicherlich ist der kunstbegriff extrem abhängig von dem kulturkreis durch den er lokal geprägt wurde/wird.

    wenn wir in europa beratungen für sammlungen machen (ankauf) stellt sich immer die frage: was nun, oder was nun eben nicht? wie klassifiziert man kunstwerke, wer masst sich dies überhaupt an? heute ist sicherlich ein mode (un-)wort sehr im trend: nachhaltigkeit !

    auch ich berücksichtige dies. was wäre wenn das kunstwerk nicht wäre? was würde fehlen? dies ist eigentlich immer nur möglich, wenn man sich mit dem gesammtwerk eines künstlers auseinandersetzt. so ergibt sich eine linie, ein bild das die kontinuität, den wandel, die entwicklung eines künstlers dokumentiert und somit rückschlüsse auf die "qualität" eines einzelnen objektes zulässt.

    klingt sehr elitär, sehr "verbildet" und überheblich.

    zu sagen, jemand muss ja diese undankbare aufgabe übernehmen, wäre nicht ehrlich.... ich mache es wirklich gerne. sicherlich gehe ich sehr sorgsam mit dem wort "künstler" um, sehr gerne benuze ich den ausdruck "ein kreativer" oder ein "gestalter". ich bin der meinung, dass man einem werk ansieht, wie und warum, mit was für einem hintergrund so etwas zu stande kam (na ja, sicherlich meistens...) - dieser hintergrund hat nichts, aber überhaupt nichts, mit (künstlerischer-) bildung zu schaffen.

    kunst zu klassifizieren ist heute eine sehr theoretische, (pseudo-) intellektuelle angelegenheit. wenn man versucht dies seriös zu machen, kommt man um ein feines lächeln auf den stockzähnen nicht herum...... :wink: aus diesem grunde machen wir ankäufe eigentlich nur in der verbindung mit einem atelierbesuch, wenn der künstler mit lächelt ist die fuhre meist schon halb gekarrt. :D

    gruss aus bern/swiss, cocteau
  • eva schmidt
    eva schmidt
    Hallo Peter!

    hABE ICH dEIN aRTIKEL GELESEN; BIN EINE NEUE. Du hast Recht, ich sage immer, ob ein Chirurg ohne Kentnisse operieren kann auch?
    Über die Künste hat kein Zweck zu diskutieren. Ich werde mein Profil später reinstellen.
    Lebe 20 Jahre lang in DE, habe ich aber keine Deustche Schule, entschuldigung für meine Fehlern.
    Bin eine Bildende , in mein Heimat /Slowakei/Preßburg / ist eine Beleidigung, die Name Künstler nur so verwenden. Nur Ofizziel auf Büro Kram steht das. Sonst alle "Künstler" nennen sich "Bildende", was in Deutsche Sprache sehr schwer ist übersetzen.
    Ich habe d. ganzen leben mit Bildende Künste mein Brot verdient, meine Kinder großgezogen, habe ich auch jetzt ein Atelier noch.
    Ich arbeite frei und nach Bestellung, leide ich kein Hunger, aber reich bin ich nicht geworden.
    Ich kann viele Info-s geben für junge Künstler-innen, wie Sie sich durchschlagen können ohne die Augen für die ausgewählte "Promis" immer werfen, ich weiss Haargenau, wie das funktioniert, bin live befreundet mit Internationale Künstler aus der Tschechei, Slowakei, Ungarn, Rusland, Detschland, Amerika, wo ich auch in New-York ausgestellt hatte einmal.
    Was besonder gefährlich finde, das ist die naivität d. junge Künstler-innen, zb. hier gelesen über Florenz Kunstmesse.
    Finger weg!!! Da verdienen nur und nur die Veranstalter mit die Platzgelder, ein Sponsor findet nur eine Organisation, zb. bin ich auch in BBK /Berufsverband der Bildende Künstler/, werde ich in Oktober teillnehmen an die Salzburger Kunstmesse, kostet mich 150 Euro mit BBK.
    Privat kann ein Künstler-in Sponsoren finden nur, wenn auch etwas anderes zum bieten hat. Nicht nur Kunst. :O)))
    Ich komme später wieder, und freue mich, das überhaupt ein Forum über Bildende Künste gibt.


    Grüsse

    Dodja
  • reteP
    Hallo, Peter,


    Andererseits muß man versuchen, wenn man professionell arbeiten möchte eine vorläufige, möglichst offene Werteskala sich zu erarbeiten


    Ja, das sehe ich auch so. Ich habe eine solche Werteskala auch (bzw. "haben" ist falsch, denn es verändert sich ja, wird weiter, klarer), die in meinem Fall aus Geometrie, aus eigenem Geschmack, eigenem Können, eigener Kreativität und vor allem aus viel Austausch mit anderen Künstlern (z.B. in diesem Forum) und den Seh-Erfahrungen der Werke anderer Künstler "gemixt" ist.

    Ich versuche jetzt böse zu verallgemeinern um abzukürzen: Es geht darum die Natureindrücke in ein Maßsystem zu zwingen, da kommt sozusagen Geometrie und Architektur raus.


    Eine Verallgemeinerung, die mir sehr gut gefällt.

    Vieles lässt sich auf die Zahlenmystik des Pythagoras zurückführen. Das ist sozusagen die „Hardware“ und autonomer als die wechselnde „Software“ der ikonografischen Topoi. Das hat vielleicht noch nicht viel mit Kunst zu tun, bietet jedoch die Möglichkeit die emotionale Uferlosigkeit die oft Grundlage des (künstlerischen)Handelns ist in eine Form zu bringen.


    Damit wirbst Du quasi für die Tradition, wenn ich das richtig verstehe. Und das gefällt mir sehr gut. Ebenso gefällt mir Dein Hinweis auf Archäologie, Architektur und Geometrie.

    So jetzt aber zum Heute, kürzlich wurde mir wieder mal vorgeworfen, ich blende die zeitgenössische Kunst (das was heute diskutiert wird) aus.


    Wenn ich mir Deine Werke anschaue (übrigens auch die Zeichnungen!), bin ich froh, daß Du kein "Zeitgenosse" bist ;-)

    Was es mir schwer macht die gerade aktuellen Kunst
    Richtungen unbefangen wahrzunehmen ist die grausame Vermischung der Begrifflichkeiten. Wenn beispielsweise von einem Konzeptkünstler behauptet wird er sei „Bildhauer“. Man kann auch nicht von einem Segelschiffkäpt`’n und einem Atom-U-boot Käpt’n sagen das ist das gleiche. Beide sind Käpt’n (Künstler) aber in einer spezifischen Differenzierung. Man kann berechtigt fragen: “Welche Zukunft hat die Segelschiffart im 21. Jhd.?“ Das kann man aber bei den Atom-U-booten ebenso fragen, wenn auch mit anderen Hintergründen. Das hat alles mit den Positionen zu tun von denen aus ich die eigene Zeit bewerte. Weiterhin muß es nicht zwingend mit der Abwertung dieser oder jener Position einhergehen. Diese Abwertung habe ich oft genug erfahren, finde aber eine gleiche Reaktion als zu simpel.


    Das hast Du Recht, und das betrifft mich wirklich auch persönlich. Ich bin auch viel zu schnell dabei, Dinge "abzuwerten", ohne daß ich mich nahe auf sie eingelassen habe. Obwohl das verzeihlich ist, da meist der erste "Geschmackseindruck" entscheidet, ist es dennoch für einen Künstler nicht Ordnung.

    Mir persönlich sind Deine Beiträge sehr wichtig, sie bringen Neues in mein Denken, danke!

    Schönen Gruss

    Peter
  • peter schnaak
    peter schnaak
    hallo Cocteau was heißt
    >überheblich verbildet elitär?>
    Die Marsyas Sage (Marsyas dem die Haut abgezogen wurde, weil seine Panflöte nicht genügend gegen Apollos Harfe peppte) ist ja nun wirklich schon antik. Schade dass es nicht mehr so einfach ist. Dieter Bohlen gegen Stockhausen.
    Ach das wär eine Mordsgaudi. :twisted:
    Mir wäre es manchmal am liebsten man könnte wie im Mittelalter anonym zum Lobe Gottes werkeln, aber welchen Gottes? Man ist doch als „Kreator“ heute dazu verdammt den Überbau gleich mitzuliefern und das überfordert. Wer hat schon alle Philosophen+ Theologen+ Aesthetiker+ Antropologen unterm Arm und schwingt gleichzeitig den Hammer oder den Pinsel.
    Das war im Mittelalter übrigens auch nicht so da haben die ganzen Intelektuellen am Überbau mitgebastelt(ich weiß es von meiner Freundin, sie schreibt gerade ihre Dis über Altichiero, einem Trecento-Maler unbedingt ansehen Padua Santo und Oratorio es lohnt sich trotz Vasari !)
    Sollte es nicht möglich sein das Kunstwerke immer gerade auch als eine gesellschaftliche Leistung gewürdigt werden. (Peter allein im Atelier Oh my Dear)
    Immer wieder verwickelt man sich in das romantische Künstlerbild und darauf könnte ich wirklich....
    1.Der Geschichte bewusst sein
    2.nach Wissen strebend
    3.anspruchsvoll
    Man kann es halten wie man will aber ohne Angst vor dem Anspruch. Klar kann man falsch liegen aber das ist immer das Risiko

    Gruß aus Berlin
    Signature
  • uaetcoc
    hallo peter,
    bohlen gegen stockhausen ! da möchte ich in der ersten reihe sitzen :D
    dieser anspruch des hintergrundes den du mit einem werk mitliefern musst/solltes ist es wirklich eine hohe hürde. wenn du auf historische hintergründe zurückgreifst, ist es sicherlich von grosser wichtigkeit, dass auch die "auftragslage" dieser künstler zu beleuchten ist. logischerweise stützten sich die künstler auf andersweitig positionierte personen, die jedoch auch nicht viel mehr machten weder ein geselschaftsbild und einen zeitgeist zu reflektieren. wenn man in die ikonographie eintaucht finden sich diese aspekte ohne ende. ob diese jetzt nun westlich-religiöser natur sind, oder sich auf profane (meist griechische mythologie) stützten - spreche ausschliesslich von westlicher kunst. die situation hatte dadurch doch einen sehr vereinfachten stand, etwas lapidar gesagt. es reichte dem autraggeber zu schmeicheln - wie auch immer. die lage zeigt sich ja als 100%-iger "auftragsmarkt" (wenige ausnahmen, klar), da steht die basis für sich selbst. dass ich, und nicht nur ich, diese leistung von einem künstler erwarte ist ein sehr grosser, wenn nicht schon sogar unmenschlicher anspruch. welcher künstler kann sich schon als atlant positionieren und dann noch die hände frei haben um zu arbeiten...... wie du, mehr als nur richtig, erwähnt hast. aber wie soll ich unter den (mitlerweilen) millionen von künstlern selektionieren ohne vollkommen ins lächerliche ab zu rutschen? vieleicht mit grossen ansprüchen, die jedoch ein lächeln (beiderseits) nicht ausschliessen? ich glaube (und hoffe....) JA !

    alles gute nach berlin, cocteau
  • peter schnaak
    peter schnaak
    live aus Berlin
    ja
    Lächeln ist immer gut wenn auch die Stockzähne klappern :D
    ehrlich !
    Der Regisseur Tarkowski hat mal treffend bemerkt das ein Künstler
    (Kulturschaffender) auch nicht klüger ist als andere, aber klar man muss das" Mensch erkenn dich Selbst!" immer wieder versuchen aber das hat nichts mit Kulturschaffenden allein zu tun. Kann jeder machen.
    Ein Mitstudent von mir hat mal in einem erklärenden Text für seine Installation von einem "gleichseitigen Würfel" geschrieben, da ist dann Klappe halten vielleicht besser, das geht mir jedenfalls bei Künstlertexten oft so. Der Welterklärungsdruck erzeugt Stilblüten.
    Damit will ich mich nicht ausnehmen.
    Gruß peter schnaak
    Signature
  • okam
    Hallo alle Kunstschaffenden,

    ich bin der Meinung, daß die Kenntniss der Kunstgeschichte und
    -stile und das Betrachten der Arbeiten zeitgenössischer Künstler wichtig für die eigene künstlerische Entwicklung ist.
    Es zeigt uns breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten und ist sehr Hilfreich bei der Suche nach eigenem Stil. Dabei meine ich nicht einen Stil nachahmen sondern eigene Wege zu finden, konsequent sein bei dem was man tut.

    Die Kunst ist für mich etwas, was man spürt und lässt sich gar nicht so richtig in Worte fassen (sonst wäre ich Schriftstellerin geworden, oder Lyrikerin). Bilder, Skulpturen oder Objekte haben eigene Sprache: Form, Farbe, Strucktur, die zu uns spricht, auf der visuellen ebene und in Abhängigkeit von unseren Erfahrungen, Prägungen und Erlebnisse unterschiedliche Assoziationen in uns hervorufen . Die verbale Erklärung eines Bildes oder Objektes kann die Phantasie eingrenzen.

    Frohes schffen
  • El-Meky
    El-Meky
    Hallo ihr Kreativlinge :D

    Magdalena, was du da schreibst finde ich interessant...

    ich bin der Meinung, daß die Kenntniss der Kunstgeschichte und
    -stile und das Betrachten der Arbeiten zeitgenössischer Künstler wichtig für die eigene künstlerische Entwicklung ist.
    Es zeigt uns breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten und ist sehr Hilfreich bei der Suche nach eigenem Stil. Dabei meine ich nicht einen Stil nachahmen sondern eigene Wege zu finden, konsequent sein bei dem was man tut.


    Genau dass war bis jetzt immer mein Grund, meine Augen und Ohren vor den alten Meistern , und vor technik-Regeln und Künstlergerede fest zu verschliessen.
    Ich habe eine riesen Angst,. dass ich MEINEN Stil verliere....
    so konnte ich bis jetzt vor mir selbst behaupten,
    auch wenn meine Arbeiten einen * kindlichen , unsauberen Charakter haben*,
    das bin ICH .

    man, bin ich ein kleiner Sturkopf...

    schlimm wäre, wenn ich mich damit in meiner künstlerischen Entwicklung selbst blockiere....

    aber solange ich Spass an der Freude habe, ist mein Bedürfnis gesättigt.....obwohl.... :wink:

    lg
    Signature
  • okam
    Hallo Heliopo

    ich verstehe Deine Haltung und es gibt bei mir auch Perioden, in denen ich ungern andere Arbeiten sehe, weil ich genau das gleiche denke wie Du. Ich meine, daß Deine Arbeiten wirklich gut sind, weil sie ehrlich sind und nicht gekünstelt, Du gehst konsequent Deinen Weg und hast eigene "Handschrift "entwickelt.

    Was das Wissen um die K-Geschichte und -Stile geht, ist das auch wichtig, um die Kunstentwicklung, wie sie stattgefunden hat zu verstehen. Z. B. weshalb überhaupt die Moderne entstanden ist,
    die Moderne gibt es seit der Erfindung der Fotografie. Das ist aber ein Kapitel für sich und wesegen es immer zum Streit kommt ist die reine Abbildung Kunst oder die Abstrakte........Fragen über Fragen.

    Grüße
  • reteP
    Hallo, Magdalena,

    ich glaube, wir alle kämen viel weiter "ohne Worte" *grins* Mehrere Leute haben hier schon auf das Musikalische hingewiesen, ich glaube Bildende Kunst und Musik sind sich viel Nähe als Kunst und Sprache. Aber wie faßt man das in Worte??? ;-)

    Schönen Gruss

    Peter

    Deinem Plädoyer für Kunstgeschichte, Schauen, Schauen, Schauen, stimme ich natürlich 100%ig zu.
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