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Baumdickicht, Pilze, Rote sonne, Gesicht, Schnee, Nebel

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    Uploaded by MaraGabriela

    Aus: "Dort wartet jemand auf mich"

    die alte Trauerweide knarrt im Wind_____
    trägt in den Zweigen Vergessen_______
    heiß rinnt es meine Kehle herab________
    bis ich es weiß__________
    ich werde meine Allee nicht wiederfinden_________
    werde sie niemals wiedersehen______________
    wenn ich mich jetzt umdrehe________________
    ist sie verschlungen___________
    vom wuchernden Waldgeißblatt_________
    springenden Bäumen__________
    verrückten Blaubeerbüschen________

    C. Mara Krovecs

TitleZauberwald
Material, Techniquedigital fotografierte und gemalte Zusammenschnitte
Year, LocationOktober 2012
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Info726 2 3 3.5 by 6 - 4 Votes
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  • MaraGabriela
    MaraGabriela


    Danke Edith :-)



    Dort wartet jemand auf mich


    Wege gehen

    Die Sonne hatte geweint
    aus Wassern
    wurde ein schwarzes Tuch gewebt
    und ein geflügelter Steinbock
    machte sich auf den Weg
    das Gesicht der Himmelskönigin
    zu verhüllen

    denn sie konnte nicht aufhören zu weinen

    unsere Liebe war gestorben

    die Farben meiner Trauer
    waren so glühend
    dass selbst die Sonne
    den heißen Brand spürte

    und du
    du warst so still
    dein Herz wurde so schwer
    unter dieser unendlichen
    Stille
    dass die Erde begann zu schwanken

    Da warf der Steinbock
    das Tuch
    über die Goldene
    dass sie schwarz wurde
    und nichts mehr
    fühlen konnte

    ich ging unsere Allee entlang
    auf der rechten Seite
    die finstere Sonne
    neben ihr am Himmel
    wie Monde
    um sie herum
    die Zeichen des Saturns

    plötzlich ein Geräusch
    links
    wie das Blättern einer Zeitung
    und eine Stimme
    in mir sagte:


    “dort wartet jemand auf mich.“


    Blätter schweben wie Federn
    regnen in die Zwischenräume
    meiner Gedanken
    zeitspinnend
    auf meine Haare, mein Gesicht
    in diesem Herbst
    fallen die Blätter auch aus den Himmeln
    landen weich auf Sonnenasphalt
    ein Jedes mit seinem Ausatmen
    immer mit dem letzten Atemzug
    meine Echoschritte
    auf dieser bunten Allee
    lesen den Staub auf
    der herabgefallen ist
    aus unserer Hoffnung

    ich biege ab

    mein Weg führt ins Feld
    läuft zwischen blondem Schilf
    dem kahlen Wald entgegen
    dort wartet er auf mich
    in der Ferne
    in der plötzlichen Nahaufnahme
    an meiner linken Seite
    schwarz schmeckend auf meinen Lippen
    der Tod - sitzt
    vor einem kleinen Feuerchen
    wir werden ein Süppchen löffeln
    und Schweigen Sprache werden lassen

    die alte Trauerweide knarrt im Wind
    trägt in den Zweigen Vergessen
    heiß rinnt es meine Kehle herab
    bis ich es weiß
    ich werde meine Allee nicht wiederfinden
    werde sie niemals wiedersehen
    wenn ich mich jetzt umdrehe
    ist sie verschlungen
    vom wuchernden Waldgeißblatt
    springenden Bäumen
    verrückten Blaubeerbüschen

    schweratmend
    rasender Puls
    Schweiß auf den Lippen
    als ich erwache
    erinnere ich mich:
    Saturn
    drei mal
    die Zeichen des Steinbocks
    wie Monde um die verdunkelte Sonne
    und links das Rascheln der Zeitung
    durch meine Ohren ins Herz:

    da wartet jemand auf mich!

    M.Krovecs
  • Plazotta Edith
    Plazotta Edith
    ...schöne Zeilen...