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Zeichnung, Zeichnungen

Zeichnung

  • Uploaded by Michi

    The American Dream – Wirklichkeit oder Klischee ?
    Ist Amerika das Land der „unbegrenzten“ Möglichkeiten, das Land der Freiheit, Zuflucht für Verfolgte und Paradies für neue technische Innovationen? Oder ist es die Suche nach der vermeintlichen Unbegrenztheit, welche sich letztlich oft im gedankenlosen Konsum der Amerikaner niederschlägt ?
    Ist dieser Traum nicht schon längst wie eine Seifenblase zerplatzt ?
    Hat diese vermeintliche Freiheit nicht einen zu hohen Preis gefordert und fordert ihn noch heute? Letztlich starben Millionen von Menschen, angefangen von den Indianern bis hin zu den Irakern, damit Amerika seinen Traum verwirklichen konnte.

    Der pervertierte amerikanische Traum ?
    Schätzungsweise 130.000 Menschen lateinamerikanischer Herkunft haben sich zum US-Militärdienst gemeldet, denn der Eintritt in die Armee ist eine Möglichkeit, der Armut zu entkommen und die amerikanische Staatsangehörigkeit zu erlangen.
    Sie kämpfen und sterben heute weltweit an vorderster Front für Amerika.
    Also, ist dieser Traum, dieser Mythos von Amerika, im Endeffekt nicht ein Klischeedenken?


    Diese Überlegung gab mir den Anreiz zur Gestaltung meines Bildes.
    So wie bei Caspar David Friedrich der Wanderer auf dem Berggipfel von der gewaltigen Natur beeindruckt ist, glaubt sich in meinem Bild der Mensch auch endlich am Ziel seiner Wünsche. Er ist wie der Wanderer allein mit sich und der neu entdeckten Welt.

    Es stand bei meiner Planung von Anfang an der Kontrast im Mittelpunkt, zwischen dem die Freiheit suchenden Menschen und der vermeintlichen Freiheit, welche durch den Begriff „Amerika“ verkörpert wird.
    Die Gestaltung zielte deswegen eindeutig in eine verschwommene Betrachtungsweise, welche diesen Zwiespalt am besten ausdrückt.

    Bei meinem Bild ist der Wanderer auf der Suche nach Freiheit, die er sich
    in Amerika erhofft.


    Er ist auch auf der Suche nach Autonomität und freier Entwicklung seiner Persönlichkeit,
    selbst aber bisher eingegrenzt durch gesellschaftlich auferlegte Schranken (Stacheldraht).
    Es bleibt ihm nur die Flucht in die vermeintliche Freiheit. Er reißt deshalb die Schranken nieder, indem er den Stacheldraht nieder tritt und die Grenze zur Freiheit überschreitet.

    Die Grenze selbst ist auch durch ein Schild gekennzeichnet.
    Das Schild ist beschmutzt mit Blut. Das heißt, dass diese „Freiheit“ ihren Preis fordert.

    Die Freiheitsstatue, die er vor Augen hat, weist ihm dem Weg dorthin.

    Die Silhouette der Stadt habe ich ebenfalls bewusst verschwommen gemalt, um damit auszudrücken, dass in dieser Amerikanischen Stadt nicht unbedingt anzutreffen ist.
    Sie kann ebenso eine Täuschung sein.

    Beim Betrachten des Bildes kann sich jeder in die Gestalt des Wanderers versetzen und sich fragen, ob dieser Freiheitstraum, für den dieses Bild symbolisch steht für ihn selbst zutrifft oder ob diese Erwartungen verschwommen im Unbestimmten bleiben.

    (Praktische Arbeit des Kunstunterrichts, bin gespannt- morgen ist abgabe)

TitleThe American Dream – Wirklichkeit oder Klischee ?
Material, TechniquePastellkreide, Tusche
Dimension 100x70 cm
Year, Location2005 Kassel
Price unverkäuflich
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Info978 1
  • 1 Comment Sign in to leave a comment.
  • NIWREW
    starkes Thema Transparenz des Wahnsinns ,diesen Titel würde ich bevorzugen.
    Morgen alles Glück!