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Cover, Abtrünnige, Design, Buch, Poesie, Parabel

CoverabtrünnigeDesignBücher

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    Uploaded by Peter Pitsch

    Mein erstes Cover-Design -- Der Abtrünnige/Parabeln -- Verlag für Gegenrealismus, '94.
    (Im Handel nicht mehr erhältlich.)
    Klappentext: Der Abtrünnige ist ein Ärgernis für alle die anderen, weil er nicht mehr die Wege beschreitet, die sie bereits für ihn bereitet haben wollen. Er ist eine lebende Kritik an all jene, die nur noch die Beine, aber nicht mehr den Kopf bewegen ...

TitleDer Abtrünnige, Cover
Material, Techniquemixed media
Dimension 13,5 x 21,5
Year, Location1994
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Info900 16 3 3.5 by 6 - 2 Votes
  • 16 Comments Sign in to leave a comment.
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    Hallo KARLheinz,
    selten hat Günther auf herkömmlichen Briefpapier seine Korrespondenzen verfasst, zumeist hat er auf den Rückseiten von Reklameblättern, Flyern und ähnlichem seine Texte getippt und mir dergestalt Einblick in seine Gedankengänge ermöglicht. Selbst Briefmarken habe ich ihm stets zurückgeschickt für den Fall, dass er sie zwecks Wiederverwendung präparieren konnte. Diese persönlichen Schreiben sind mir geblieben; darüber hinaus etwa ein Dutzend Werke, die im Verlag Günther Dienelt bzw. im Verlag für Gegenrealismus (oder Desiree und Gegenrealismus) erschienen sind. U.a. das angesprochene Werk aus Günthers eigener Feder. Ein kleiner Trost bezüglich seines Nachlasses scheint mir trotz allem durch die Annahme begründet, dass eine Reihe von Autoren - und Leser - noch im Besitz dieser spezifischen Bücher sind, sowohl eigene Publikationen, die via Dienelts Verlag das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben, als auch Werke diverser Kollegen. Welchen Einfluss deine Person auf den Beginn und späteren Werdegang des "Gegenrealismus" gehabt hat, war mir nicht bewusst, genauso wenig wie mir eure frühe Zusammenarbeit in puncto Künstlervereinigung CASSANDRA THING genauer bekannt war. Ihr habt verdammt früh begonnen, unter Einbeziehung von Gleichgesinnten neue künstlerische Wege zu beschreiten respektive anderen zu bahnen. Auf deiner Website habe ich mich ein wenig umgeschaut, im Laufe der Zeit werde ich deine Werke eingehender auf mich wirken lassen; derzeit bereitet mir eine extrem langsame (drahtlose) Internetverbindung große Schwierigkeiten.
    Deine Zeilen bestätigen meinen Eindruck, den ich aufgrund eines kurzen Telefonats mit Günthers Bruder gewonnen habe, nachdem mir das Ausbleiben einer schriftlichen Nachricht Sorgen bereitet hatte. Selten ist mir seitens eines Menschen so viel Verdruss entgegengebracht worden; ich wusste sogleich um die Aussichtslosigkeit, auch nur ein einziges Schriftstück aus den Verlags-Beständen vor der Vernichtung bewahren zu wollen. Ganz zu schweigen von einem Nachlass in Form der von dir angesprochenen Gedichte.

    Ein Exemplar meiner Erzählung werde ich dir zukommen lassen, sobald der Titel in Druck geht.
    Mach's gut, Peter
  • KARLheinz KoeNIG
    KARLheinz KoeNIG
    Hallo Peter,
    wie du siehst, gibt es den Surrealismus in Schwandorf immer noch, zumindest solange wie es mich gibt. Günther und ich wurden keine Surrealisten, wir waren immer Surrealisten, bereits schon als wir das Wort Surrealismus noch gar nicht kannten. Durch Dali wurde uns erst bewusst, dass wir das sind was man allgemein als Surrealisten bezeichnet. Wir gründeten dann später auch gemeinsam die surrealistische Künstler- und Dichtervereinigung CASSANDRA THING, die damls sehr erfolgreich bundesweit bildende Künstler und Dichter unter einem Dach vereinigte. Das war noch vor seiner eigenen Verlagsgründung. Ich selbst hatte meinen eigenen Verlag "edition balzac" und wir legten unsere Aktivitäten zusammen und mieteten gemeinsam ein großes Bürohaus. Irgendwann konnten wir uns das alles finanziell nicht mehr leisten und lösten die gemeinsame Arbeit auf. Die Bücher seines Verlages, die bis dahin in unserem Bürohaus eingelagert waren, mussten in seine beengte Wohnung, die er zusammen mit seiner Mutter und einem Bruder bewohnte, ausweichen. Dadurch ging auch für mich der Zugriff auf seine Bücher verloren. Und das war auch der Grund, warum ich nichts nach seinem viel zu frühen Tod retten konnte. Auch auf seine Manuskripte, die er bestimmt zahlreich hinterließ hatte ich keinen Zugriff mehr. Sein Bruder, der das genaue Gegenteil von Günther war, warf alles in die Abfalltonne. Unzählige Meisterwerke sind so für immer verloren gegangen. Ich selbst erfuhr von Günthers Tod auch erst durch die Zeitung und da war es schon zu spät für einen Versuch meinerseits, etwas davon zu retten. So blieb nicht einmal ein einziges Blatt übrig, es war so, als hätte er nie was geschrieben. Traurig, weil ein großartiger Denker und sein gesamter Nachlaß für immer der Nachwelt damit verloren gingen. Das einzige was mir blieb, sind seine Zeilen, die er über mich und meine Gemälde schrieb.
    Solltest du noch irgendwas wissen wollen, dann teil es mir mit, ich beantworte Dir gerne Deine Fragen solltest du diesbezüglich welche haben. Was mich persönlich interessieren würde, wäre Deine Kurzgeschichte, in dem Günther und sein Verlag vorkommen.
    - KARLheinz -
  • piotr_koshokar
    piotr_koshokar
    ich staune und staune und komme nicht aus dem Staunen raus.... was für Leute sich hier im Forum tummeln, genial! wenn die anderen wüssten.... Liebe Grüße, Piotr
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    Herzlich willkommen im Kunstforum. Für deine offenen Zeilen sage ich vielen Dank, KARLheinz. Lang ist´s her, seit mich zuletzt eine Nachricht aus Schwandorf erreicht hat. Ich freue mich, dass wir uns anhand meiner Cover-Vorstellung kennengelernt haben, nicht zuletzt in Hinblick auf Günthers Lebenswerk, seinem Verlag, dessen Produktion nicht gänzlich in Vergessenheit geraten sollte.
    Xünnar hat seinerzeit das Vorwort zu meinem Werk verfasst. In einer aktuellen Erzählung von mir finden er und sein "Verlag für Gegenrealismus" ebenfalls Erwähnung: In meinem Bücherschrank befinden sich zahlreiche Titel. Bücher ohne den herkömmlichen Unterhaltungswert, lauter unverfilmbare Texte, Gedankensplitter, Stimmen des Neo-Surrealismus, teilweise begleitet, veranschaulicht, ergänzt durch Zeichnungen von Künstlern wie Thomas Franke und Mischa Faust.

    Günthers eigenes Werk "Die Unendlichkeit der bitteren Räume" (illustriert von Franke) gehört auch dazu. Seine unveröffentlichten Gedichte sind vermutlich - wie sein Nachlass in Form eines kleinen Buchlagers - seinerzeit abhanden (...) gekommen.
    Seine Abneigung gegenüber dem Schulwesen der Sechziger und Siebziger Jahre findet in meinem eigenen Werdegang eine Entsprechung. Der Aspekt, den Fernsehapparat als Informationsquelle zu betrachten und überdies als Ersatz für soziale Relationen, ist gleichermaßen nachvollziehbar. Ansonsten erscheint mir das Reale der Normalität ausgesprochen ... surreal.

    Dir alles Gute,
    Peter

  • KARLheinz KoeNIG
    KARLheinz KoeNIG
    ...Günther Dienelt war ein Phänomen! Mit der Schule hatte er nicht nur wenig am Hut, nein, er verabschiedete sich, ab der sechsten Klasse Volksschule, von dem Schulsystem. Er ging einfach nicht mehr in die Schule, ignorierte die Schulpflicht. "Was sollen die mir lernen und beibringen, sind alles Dummköpfe", das waren immer seine Worte, wenn wir darüber sprachen. Natürlich bekamen seine Eltern und er laufend Ärger von den Schulbehörden, dann saß er einfach mal wieder für eine knappe Woche in der ihm verhassten Klasse, um sich danach gleich wieder zu verabschieden. Das TV-Gerät wurde sein wirklicher Lehrer (hört sich in unserer Zeit vielleicht jetzt blöd an, wenn man die vielen Programme mit ihren sinn- und geistlosen Sendungen bedenkt, aber damals gab es nur drei Programme). Jeden Vormittag kam im Dritten das Telekolleg, davon ließ Günther keine Stunde aus und da lernte er wirklich mehr als wir alle zusammen in der Schule. Davon abgesehen, konnte er vieles einfach nur aus sich heraus, er war in der deutschen Sprache ein Genie, da brauchte er keinen Lehrer, in Wirklichkeit nicht einmal das Telekolleg. Das verwendete er nur für das Allgemeinwissen. Günther war, genauso wie ich, vom Surrealismus besessen. Die Texte von Andre Breton, Paul Eluard und Salvador Dali waren unsere Bibel. So entstanden von Günther Gedichte, die in die hunderte gingen. Jedes Gedicht ein Meisterwerk für sich. Leider gingen die meisten durch seinen frühen, tragischen Tod (er starb mit nur 39 Jahren, unangekündigt und für uns alle überraschend). Und fast wie immer, war auch bei seinem Sterben der Fernseher eingeschaltet und begleitete ihn als einziger in die Anderswelt. Das war Günther Dienelt, der mein bester Freund war. Und der einzige, der Surrealismus so verstand wie ich, als eine Lebenseinstellung.
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    ja Abtrünnige sind unbequem. Super Cover

    So ist es, so wird es sein.
  • Vera Boldt
    Vera Boldt
    ja Abtrünnige sind unbequem. Super Cover
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    Danke Feedre!
  • erdeeF
    Da habt ihr beide Recht.
    Im Internet befinden sich so gut wie keine Informationen über den Werdegang dieses Verlegers und sein Lebenswerk. Deshalb wollte ich mal etwas verlauten lassen.


    schöner Gedanke....dass man nicht so ganz vergessen wird.....
    GGGLGF
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    Da habt ihr beide Recht.
    Im Internet befinden sich so gut wie keine Informationen über den Werdegang dieses Verlegers und sein Lebenswerk. Deshalb wollte ich mal etwas verlauten lassen.
  • Tamarelke
    Tamarelke
    Gestern...., Augenblicke durchdringen Zeitenstaub und geben den Erinnerungen neue Bilder......

    Ein sehr gefühlvolles Cover..
  • marlene
    marlene
    du denkst an ihn und so lebt er weiter............
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    Ich wollte dich nicht traurig stimmen, ist schon okay. :-) Es liegt ja eine kleine Ewigkeit zurück. Die Verlagswelt wäre jedenfalls um einiges reicher, wäre Dienelt noch da und würde seine "eigentümlichen" Bücher herausgeben. :-)))
  • marlene
    marlene

    Bedauerlicherweise ist mein Verleger und Brieffreund Günther Dienelt kaum ein Jahr nach der Veröffentlichung gestorben. Er hatte seit dem Ende der Siebziger eine Vielzahl unverwechselbarer Werke herausgegeben.
    Endless Magic Fiction Art Music and Poetry Production!


    das tut mir sehr leid..............
  • Peter Pitsch
    Peter Pitsch
    ich mag ihn

    Bedauerlicherweise ist mein Verleger und Brieffreund Günther Dienelt kaum ein Jahr nach der Veröffentlichung gestorben. Er hatte seit dem Ende der Siebziger eine Vielzahl unverwechselbarer Werke herausgegeben.
    Endless Magic Fiction Art Music and Poetry Production!
  • marlene
    marlene
    ich mag ihn