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Luda, Grün, Bunt, Orange, Schwarz, Tusche

Luda6GrünBunt

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    …Die größte Veränderung aber war der Ausbau unseres Kellers. Mein Vater richtete sich einen Werkraum ein. Ich war gerne mit unten denn ich mochte dieses Rumgewerkel. Der Zugang war nicht immer erlaubt, was den Keller noch spannender machte. Einmal, ich war bestimmt schon eine Woche nicht mehr dort, nahm mein Vater mich mit. Er hätte eine große Überraschung für mich. Wir liefen runter kamen in den Keller und er schloss ab. Es war das erste Mal das er uns einschloss. Mir fiel auch auf das die Brettertüre abgehängt war. Doch bevor ich mir darüber Gedanken machen konnte, lenkte er meine Aufmerksamkeit auf ein viereckiges, verhülltes Gebilde mitten im Raum. Meine Neugier war geweckt. Er grinste und freute sich wie ein kleines Kind und zog das Tuch runter. Ich weiß nicht was ich erwartete, es war ein Puppenhaus, ich war enttäuscht. Puppen interessierten mich nicht. Als er mir dann aber erklärte dass wir zusammen das Haus einrichten würden, war ich wieder begeistert. Wir wollten tapezieren, Licht installieren und Möbel bauen. Ich freute mich darauf und wenn sie fertig war, konnten wir ja die Puppenstube der Susanne schenken, sie spielte gerne mit Puppen. An dem Abend lag ich weinend im Bett. Ich hatte solche Schmerzen und es juckte so und dann war auch noch alles nass. Hatte Angst, dachte ich hätte ins Bett gemacht und Mutti und Vati stritten auch noch. Irgendwann kam Mutti zu mir ans Bett. Ich sollte die Beine auseinander machen aber ich war ganz steif, ich wollte nicht. Sie spreizte vorsichtig meine Oberschenkel, sah dass ich ganz wund war und holte Wundpuder. Sie puderte mich wie ein Baby ein. Sie sagte ich sei doch schon ein großes Mädchen, die kratzen sich nicht da unten, ich sollte einfach nicht daran denken, dann würde es besser werden. Es wurde nicht besser. Dennoch ging sie wieder ins Wohnzimmer und stritt mit Vati weiter. Ich steckte den Daumen in den Mund und lutschte ganz fest daran das half ein wenig. Von da an war ich Vatis Lieblingstochter und machte wieder in die Hose. Er erfand die Lichtzeichen-sprache. Wenn er unten war und Gesellschaft wünschte machte er das Licht mehrmals an und aus. Oben gab es eine Kontrolllampe und so wussten wir Bescheid, ich wurde geschickt. Ich wollte nicht gehen aber ich war ja das Lieblingskind. Der Gang in den Keller hatte nichts mit meinen Turnübungen zu tun.

TitleLuda 6
Material, Techniqueaquarell/tusche
Dimension 70x50
Price Purchase
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