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Nummer, Malerei, Abend,

8Nummer

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    Uploaded by AleX in Surrealistic Pillar

    Eine Gute Nacht Geschichte kommt jetzt auch dazu (aber kein Märchen)
    Als 1722 die Holländer die Osterinsel entdeckten, fanden sie eine karge, baumlose Landschaft vor, die Ureinwohner lebten unter ärmlichen Verhältnissen in kleinen Schilfhütten umgeben von monumentalen Steinskulpturen, die die Osterinsel berühmt gemacht haben und die heute jeder kennt.
    Lange fragte man sich, wie war es den Ureinwohnern gelungen, deren technischer Stand sehr niedrig war, solche Steinkolosse zu erschaffen und sie an den jeweiligen Standort zu transportieren.
    Eine Menge Theorien wurden diskutiert, vernünftige und weniger vernünftige, wie die, die Ausserirdische als Erbauer der Steinköpfe sieht.
    Mittlerweile ist man sich ziemlich sicher, dass es tatsächlich die ursprüngliche Bevölkerung war, die hinter der Errichtung steckt
    Die Osterinsel wurde wahrscheinlich um 700 n.Chr. zum ersten Mal von Menschen, wahrscheinlich aus Polynesien besiedelt. Damals war die Landschaft aber nicht karg und leer, sondern es trafen die ersten Siedler auf eine bewaldete und fruchtbare Insel. Polenanalysen haben ergeben, dass dichte Palmenwälder, hauptsächlich bestehend aus der Chilenischen Palme die Insel bedeckt haben, der Boden fruchtbar war und beste Möglichkeiten für menschliches Leben bot.
    Um 1000 v Chr. begannen die Einwohner mit der Errichtung der ersten Statuen. Als Material diente der gelblich-braune Tuff des Vulkans Rano Raraku, noch heute sind dort die gewaltigen Steinbrüche sichtbar, auch gibt es dort noch ca 400 unfertige Rohlinge.
    Tuff ist eine relativ weiche und unter Wasserzufuhr leicht zu bearbeitende Gesteinsart, zahlreiche gefundenen Steinpickel lassen darauf schliessen, das die Bewohner durchaus in der Lage waren, Tuff zu bearbeiten. Ein Experiment 1955 hat erbracht, dass 6 Männer mit Steinpickeln für den groben Umriss einer etwa 5 m hohen Skulptur nur sechs Tage brauchen.
    Schwierigkeiten bereitete der Wissenschaft die Frage, wie wurden die Skulpturen von den Steinbrüchen an ihren jeweiligen Standort transportiert. Erst mit der Entdeckung der Tatsache, dass die Osterinsel nicht immer die kahle Insel war, die sie heute ist, bot sich eine Lösung an, der Transport über Baumstämme als Rollen. Mitte der Achtziger Jahre bewies ein anderes Experiment, das 25 Männer eine 4 m hohe Statue in nur 2 Minuten 45 Meter über Rollen aus Holz ziehen können, auch über unebenes Gelände.
    Das ganze setzte natürlich eine gewisse Infrastruktur, Verwaltung und Arbeitsorganisation vorraus, man nimmt heute an, das die Einwohner der Osterinseln damals eine weitaus höhere Kulturstufe als bei ihrer Entdeckung erreicht hatten.
    Der Nachteil war ein immenser Holzverbrauch für den Transport und das Aufstellen der Figuren. Niemand kennt ihre genaue Zahl, heute existieren noch etwa 1000 Stück von ihnen in unterschiedlichen Grössen (bis zu 10m), aber man weiss, das viele bereits zerstört oder ins Meer gespült wurden, es müssen weit über 1000 gewesen sein.
    Die letzten Figuren stammen wahrscheinlich aus dem späten 17 Jahrhundert, danach wurden keine mehr errichtet.
    Zu dieser Zeit wurden auch die letzten Waldreste abgeholzt, mit den Wäldern verschwand aufgrund von Erosion der fruchtbare Boden und damit die Lebensgrundlage der Einwohner, das Land verödete, die Kultur verarmte und sank auf eine niedrige Stufe zurück, Verteilungskriege beschleunigten diese Entwicklung noch.
    Es ist bis heute unklar, aus welchem Grunde die Steinköpfe errichtet wurden, waren es Abbilder der Götter oder wurde die Toten damit geehrt, aber der menschliche Wahnwitz hat dafür gesorgt, dass sprichwörtlich der Ast auf dem man saß, abgesägt wurde. Haben wir zwischenzeitlich gelernt?
    Und wieder wird es Abend in Absurdistan, aber morgen ist ja auch noch ein Tag

Titleund wieder wird es Abend in Absurdistan
Material, TechniqueÖl auf Ölpapier
Dimension 50x64
Year, Location03-2006-München
Price Purchase
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Info1438 17 1 1 5.4 by 6 - 8 Votes
  • 17 Comments Sign in to leave a comment.
  • robert spiess
    robert spiess
    MR WOLKENSTEIN: SIE STEHN AUF MEINER WATCHLIST! SABBER>BROWSE>SABBER
  • nodiorc
    hi
    in einer kultur ohne schrift bleibt die frage,
    ob die götzen hilfe rufen, oder das alte volk bei der ankunft bgrüssen mag.
    ich glaube nicht, das sie als warnung der besucher stehen,
    hier nicht anzulegen weil sie den insel kahl gemacht haben.
    schön dass sich auchmal jenmand andres ökologie in die kunst einführt.
    supi!
    c+
  • dnumreebdrE
    Ich grüsse Dich AleX ... zur N8 ... die Du so oft ... wie ich auch ... zum Tage machst.

    Ich mag Deine wahren, bildlich Bild ENDE n - Gute N8 -Geschichten.

    Und deswegen: Ab durch die N8 und nach vorn!

    Claudine :O))

    Nachtrag: Absolut fein gewählt die Stein - Koloss - Perspektive *!*
  • pliofania
    pliofania
    hallo wolkenstein.machst deinem namen wirklich ehre!!ganz tolle wolkenbilder. Und dein absurdistan würd' ich gerne einmal besuchen. lg aus österreich
  • idreF
    was mich interessieren würde...in welche himmelsrichtung guggen denn die knechte alle?
    absolut sprachlos bin..sehr schönes bild
  • edamoN
    Hi Alex!
    gerne!
    der film heisst "Rapa Nui" und ist von dem uns allen bekannten und beliebten kostner kevin gemacht...
    :-)
  • Angelika Reeg
    Angelika Reeg
    jo, wo leben wir denn? achso hier,
    stimmt ;-))

    absolut klasse
    lg angy ;-))
  • W. Poyer
    W. Poyer
    bin durch deine seelen-und anderen landschaften gewandert,
    faszinierend. gruss powi
  • AleX
    AleX
    Dankeschön an Euch für eure Kommentare,
    Nomade - den kenne ich nicht, kannst Du mir sagen, wie der Film heisst.
    gruss alex
  • Mirjam Voigt
    Mirjam Voigt
    klasse gemacht ;o)

    lg, mivo
  • edamoN
    ja, die geschichte der osterinsel ist schon absurd.
    wurde ja auch so verfilmt.

    das bild ist jedenfalls klasse, keine frage!!!
  • trofgniR
    Absurdistan ist hier, heute und überall
    wiedermal total schön gemacht Alex.
    lg Sabina
  • Nicole
    und nochmal weil es so schön war *****
  • tuhsediwhtuom
    absurdistan ist überall.auch heute noch.
    die wissenschaft macht rasante fortschritte und die technischen möglichkeiten wachsen von tag zu tag, aber auch heute fehlt trotzallem oft der weitblick.

    da muss ich nur an genmanipuliertes gemüse oder ans clonen von tier und mensch denken. die technischen möglichkeiten sind gegeben, aber keiner kann die langzeitfolgen abschätzen.

    so zeigt sich z.b. das geclonte tiere zwar genetisch identisch sind, jedoch wesentlich schneller altern.
  • Mausopardia
    Mausopardia
    boah...jetzt fügt er auch noch wissen ein....hmm....wenn ich das vorher gewusst hätte, hmm....hätte ich weniger geschrieben, und du hättest mehr platz gehabt....sorry! ;-))))
    grüßle moni >gebildetdavonschleich* danke alex!!!
  • Mausopardia
    Mausopardia
    huch...wo geisterst du denn rum.....passt! scheint so dunkel zu sein, weil der nächste schneesturm kommt...auch in absurdistan?! ;-))))
  • tuhsediwhtuom
    das ist schönes bild