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Vogel, Tiere, Zeichnungen, Portrait

VogelVögelTierbilderTier

TitlePortrait eines Killers
Material, TechniqueBuntstift-Zeichnung auf Aquarell-Untermalung
Dimension 18 cm x 24 cm
Year, Location2015 Bonn
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Info430 12 1 4.7 by 6 - 3 Votes
  • 12 Comments Sign in to leave a comment.
  • selmer
    selmer
    Hallo Judith!

    Ob faszinierend hier das richtige Wort ist? Immerhin stehen wir am Abgrund und werden in unserer Technikgläubigkeit wohl mutig einen weiteren Schritt nach vorn machen... :).

    LG

    Thorsten
  • ekinnerB_M_J
    immer wieder faszinierend, die endlose Kurzsichtigkeit und Selbstüberschätzung der Menschen :P
  • selmer
    selmer
    Hallo Moni!

    Du hast absolut recht, wenn Du sagst, dass wir alles durcheinander bringen. Leider ist aber gerade der Glaube, es sei ja gar nicht so kompliziert, die Ursache für viele gefährliche Fehleinschätzungen. Seit Isaac Newton meinen wir, die Natur in einfachen "Wenn ...dann..."-Beziehungen beschreiben zu können.

    Wozu das führt zeigt das Beispiel der Aga-Kröte. Die Kröte frisst unter anderem Insekten und Kleinsäuger, die in den Monokulturen tropischer Regionen großen Schaden anrichten. Da eine Vergiftung der menschlichen Lebensgrundlage durch Insektizide und andere Gifte im Allgemeinen wenig Zuspruch findet, kam man auf die Idee z.B. im Nordosten Australiens 40.000 dieser Tiere auszusetzen. Eine rein biologische Lösung: Kröte frisst Schädling und alles palleti?

    Dummerweise hat die Kröte in der neuen Heimat exzelente Lebenbedingungen vorgefunden, sich rasant vermehrt und ausgebreitet. Mittlerweile hat sie flächendeckend die für sich geeigneten Lebensräume besiedelt und es existieren hunderte von Millionen der Tiere. Dummerweise unterscheiden die nicht zwischen "nützlich" und "schädlich", sondern nur zwischen "fressbar" und "ungenießbar". Die Folge: Mittlerweile wüten sie in der heimischen Fauna und bringen viele Arten an den Rand des Aussterbens. Doch damit nicht genug. Die Tiere sind auch noch giftig. Das führt dazu, dass Alle, die eigentlich ganz gern eine Portion Amphibium auf dem Teller haben, den Genuss dieser Malzeit mit ihrem Ableben quittieren. Selbst Süßwasserkrokodile fressen in ihrem Leben selten mehr als eine Aga-Kröte. Und es kommt noch schlimmer. Mittlerweile sind etliche Tümpel so stark mit dem Giftdrüsensekret der Biester kontaminiert, dass selbst ausgewachsene Schafe, Pferde und Rinder aus den Hufen kippen, wenn sie davon trinken.

    Das ist nur ein Beipiel von vielen, und zeigt, wozu die (Fehl-)Einschätzung "so kompliziert ist es gar nicht" führt: Wir greifen ständig in biologische Systeme ein, die wir nicht einmal ansatzweise verstehen!

    LG Thorsten
  • buatsnenrets
    hallo thorsten!

    so kompliziert ist es garnicht...................wir machen es nur kompliziert............
    weil wir alles durcheinander bringen..................
    lg moni
  • selmer
    selmer
    @sternenstaub: Das viel zitierte "Gleichgewicht" der Natur und das Lebensrecht des Individuums sind Mythen, die sich hartnäckig im Bewußtsein der selbsternannten Krone der Schöpfung halten. In der (biologischen) Realität ist auch die Jetztzeit nicht mehr als eine Momentaufnahme einer immer noch fortschreitenden Evolution, in deren Fortgang das individuelle Wohlergehen der Entwicklung einer Art untergeordnet ist und sein muss.

    Derzeit ist der Mensch der globale Selektionsfaktor schlechthin. Wir erleben gerade ein Massenartensterben, wie es seit dem KT-Übergang nicht mehr auftrat! Als ein kleines Äffchen aus Afrika schnatternd vom Baum fiel, "Coito ergo sum" sagte und sich anschickte die Erde mit seiner Anwesenheit zu beglücken, war das für die meisten anderen Lebensformen wie das leibhaftige Erscheinen des Antichrists. Auch wenn es uns nicht gefällt und wir es oft vehement bestreiten: Wir sind den netten Asteroiden-Kometen-Supervulkanen-Supernovae der Vergangenheit gleichzusetzen, deren Erscheinen allgemein mit wenig Begeisterung von den Lebensformen des Planeten aufgenommen wurde, und zu einem andauernden Heulen und Zähneknirschen Anlass gab.

    So gesehen ist es ein Glücksfall, dass wir mit gewaltigen Schritten in eine Komplexitätskrise unserer eigenen Existenz hinein rennen. Die Frage ist weniger, ob wir uns ändern wollen oder müssen, wesentlich ist ob wir uns ändern KÖNNEN. Dein Optimismus in allen Ehren, aber ich sehe da Schwarz.

    Ich fürchte, dass gerade die allzu menschliche Empathiefähigkeit dem Individuum gegenüber uns im Wege steht, wenn es darum geht, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Für ein soziales Wesen wie den Menschen (der in der Wirklichkeit gar nicht so sozial ist), ist die Anteilnahme am Schicksal anderer Menschen ohne jeden Zweifel und ohne Einschränkungen ein unbedingtes Muss. Wenn aber aus Fiffi in unserer Gefühlswelt eine vierbeinige, pelzige Version des kleinen Klaus wird, dann nenne ich das einen gefährlichen Realitätsverlust.

    Damit rede ich keinem kartesischen Weltbild das Wort, dass in Tieren nicht mehr als rechtlose Ressourcen für die uneingeschränkte menschliche Nutzung sieht. Vielmehr geht es darum, zwischen dem wohlmeinenden Umgang mit liebgewonnenen Knuddeltieren und einer Bewertung von Arten in einem ökologischen Kontext zu unterscheiden. Während im Fall liebgewonnener Individuen Toleranz und emotionale Bindung gut und richtig sind (für uns selbst, nicht unbedingt für das betroffene Tier; auch Liebe kann töten), stellt die Übertragung solcher Emotionen auf freilebende Individuen in natürlichen Lebensgemeinschaften eine gefährliche Verallgemeinerung dar, die der allzuoft romantisierten Wahrnehmung von Natur als heile, konfliktlose Welt geschuldet ist. Hier missverstehen wir allzuleicht, was wir eigentlich vor Augen haben: Den gnadenlosen Wettlauf Roter Königinnen (wer stehenbleibt hat schon verloren) um die vorhandenen Ressourcen, in dem Pardon weder erwartet noch gewährt wird.

    Wenn wir in dieser Situation eine neue Königin (fremde Art) an den Start bringen, haben wir exakt zwei Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen: Entweder, wir schauen zu, wie diese das Feld der Läufer rasiert, oder wir greifen ein, um eben dies zu verhindern. Die erste Option ist emmotional begründeter Fatalismus, der davon ausgeht, dass wir ja nicht betroffen sind und den Ausgang des Rennes in aller Ruhe abwarten können. Tatsächlich wird dabei aber übersehen, dass auch wir selbst im Feld der Läufer sind, und durch geänderte Randbedingungen in Straucheln geraten und stürzen können. Uns bleibt nur die Möglichkeit, schneller zu rennen, oder besser gesagt, alles zu tun, um nicht ins Hintertreffen zu geraten, was de facto nicht mehr ist, als den status quo zu erhalten. Bei der Vielzahl von uns in der Zwischenzeit ins Rennen geschickten Könniginnen stehen unsere Chance dieses Rennen zu gewinnen - oder besser: zu überleben - wohl eher schlecht.

    Wie heisst es doch in einem Witz: Gespräch zweier Planeten: "Mir geht es gar nicht gut. Ich habe Homo sapiens". "Furchtbar unangenehm, aber das geht bald vorbei". Wir können diese Lösung akzeptieren oder uns dagegen auflehnen. Was wird es sein?
  • buatsnenrets
    wenn das gleichgewicht der natur nicht so extrem verändert würde, müssten wir uns um nix kümmern!!
    für mich hat jedes lebewesen seine berechtigung............auch die tauben in der stadt..............
    vorbild für uns menschen als überlebenskünstler, auch wenn sie ständig bekämpft werden...........
    wenn den menschen etwas stört, dann heißt es ...............WEG DAMIT....egal ob tiere,pflanzen,gewässer,
    wälder, usw, die liste ist endlos...............deshalb
    es wird sich niemal was ändern, solange der mensch nichts dazulernt..............aber es wird eine zeit kommen,
    da heißt es nicht mehr WOLLEN sonder MÜSSEN.....dann wirds schwierig.........
    aber trotz allem, die hoffnung stirbt zuletzt ;))
    lgm
  • selmer
    selmer
    @sternenstaub: Du hast ohne Zweifel und absolut recht. Menschen sind das Problem. Oftmals dumm geboren und nichts dazugelernt, werden Tiere ohne irgendeinen Gedanken an die Folgen ausgesetzt oder gelangen durch schlichte Unachtsamkeit in Freiheit. Ignorant dem Problem gegenüber, und aus falsch verstandener Tierliebe unfähig zu erkennen, welche Probleme diese Tiere am falschen Ort verursachen, sind gerade sogenannte Tier-"Schützer" unfähig, mit den Konsequenzen umzugehen. Wenn die Existenz heimischer Arten durch Neozoen infrage steht und die Integrität natürlicher Lebensräume gefährdet ist, dann stehen wir in der Pflicht dagegen aktiv vorzugehen!
  • buatsnenrets
    nicht die tiere sind das problem !!!
  • selmer
    selmer
    Fremde Arten sind immer ein Problem. Ich erinnere an die Kanninchen (sind ja sooo süß) in Australien. Die Beispiele für katastrophale Folgen der Artenmigration werden täglich mehr. Falsch verstandener Tierschutz hilft da wirklich wenig. Es ist Artenschutz gefragt, und hier lassen sich nun einmal Zielkonflikte formulieren, die manchmal drastische Lösungen erfordern. Selbst der Einsatz von Chemie und Biowaffen ist dann plötzlich kein Tabu mehr, wie bei der Bekämpfung der Kanninchenplage in Australien mittels Calciviren (http://www.spektrum.de/news/kaninchenkrieg-in-australien/1340509). Ob der dadurch verursachte massenhafte Tod durch hämorrhagisches Fieber (siehe auch: Ebola) den selbsternanntenTierschützern lieber ist, als ein paar gezielte Schüsse zu Anfang des Problems, darf dann wohl bezweifelt werden.
  • ekinnerB_M_J
    yeph, teilweise ein ziemliches Problem für seltener werdende Entenarten, las ich. Dabei sind es ja mal wieder Neozoen, die, soweit ich weiß, mal wieder aus Unachtsamkeit und Gleichgültigkeit hier verwilderten, ohne Gedanken an die Folgen für die eh immer schwächer werdende Fauna... Wie so oft.... Nicht selten aus falsch verstandener Tierliebe...
  • selmer
    selmer
    Jawohl, eine Nilgans/Nilente. Der Titel kommt nicht von ungefähr: Ich saß mit den Kindern an einem Altarm an der Sieg, als ein Stockentenküken in die Reichweite eines Nilganters geriet. Dauerte keine Minute, dann schwamm das Küken leblos auf dem Wasser und wurde schließlich von einem Graureiher entsorgt. Hat die Kinder echt schockiert ....
  • ekinnerB_M_J
    eine Nilgans, oder? Sehr aggressiv-territoriale Tiere