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Winkel, Tiefe, Frostschilf, Schweben, Bewegung, Fotografie

FrostschilfBewegungWinkelTiefen

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    Uploaded by MaraGabriela on 02/11/2018

    Aus: "Winterseelenweiß"


    Über Schneewiesen
    fliegen wieder Wolkensänger
    in ihren licht schwingenden
    Federmänteln
    setzen sich
    von Zeit zu Zeit
    zu dem Reif auf
    Grashalmen und Blütendolden
    und schnattern ein wenig
    Schweigen

    zwischen
    schaukelndem Blau
    öffnen sie ihre
    zartrosa Münder
    bis die Luft
    kalt wird
    von ihren
    weiten klaren
    Wintergesängen

    in den Lüften
    froststreuender
    Eishexen
    küssen sie sich
    wieder und wieder
    in nicht enden wollendem Freudentaumel
    treffen diese
    weichfedernden Lippen
    aufeinander
    während die Flügelchen
    aufgeregt schlagen
    und ihre kleinen Herzen
    streuen Silberklänge über die
    Fische in den Bächen

    wie Triangeltöne

    und klirren Risse
    in die zugefrorenen Seen
    die wie Klanghölzer
    seufzen ...

    C. Mara Krovecs / Zaubersee / Regenlibelle / 2004

TitleZwischenklänge
Material, TechniqueFotografie in Bewegung - digital leicht bearbeitet
Year, LocationMölln 2017
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Info269 11 17 1 3.7 by 6 - 11 Votes
  • 11 Comments Sign in to leave a comment.
  • MaraGabriela
    MaraGabriela
    Hallo Hannes,

    ich werde auf Deine Gedanken noch etwas näher eingehen, das schaffe ich heute morgen nicht. Nur soviel:Sehr interessant ... mit dem Titel "Zwischenklänge"
    dachte ich in genau diese Richtung, möglicherweise nicht mit der gleichen Philosophie im Hintergrund, das muss ich noch überdenken und Deinen Text aufmerksamer lesen, als es mir jetzt möglich ist.... Spontan fällt mir noch das "Magische Auge" ein; das ist doch dieses visuelle Spiel, bei dem man zunächst das vordergründig Reale fixiert, die Augen dann "loslässt" und in eine komplett andere Welt geführt wird. Wenn es gut gelingt, dann kann man sogar mit den Augen ein wenig in der neuen Dimension wandern ... vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit und Deine Gedanken. :)
    Liebe Grüße
    Mara
  • Hannes-Weiss
    Das Gedicht ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Bildes. Ohne das Gedicht, wäre es tatsächlich nur ein verwackeltes Foto. Im "Ungefähren", während der "Sozialisierte Mensch" (das Tonal: Don Juan, Castaneda) abgelenkt wird, können die "Zwischenreiche", die nicht mehr der nützlichen Logik des "Sozialisierten Menschen" untergeordnet sind, wahrgenommen werden.
    Ich zitiere Castaneder: "Diese besondere Art zu gehen überflutet das Tonal [der sozialisierte Mensch], sagte er [Don Juan].
    Es durchströmt es. Siehst du, die Aufmerksamkeit des Tonal muß auf seine Schöpfungen gelenkt werden. Eigentlich schafft überhaupt erst diese Aufmerksamkeit die Ordnung der Welt. Das Tonal muß also aufmerksam auf die Elemente seiner Welt achten, um diese zu stützen, und muß vor allem die Ansicht der Welt als innerer Dialog aufrechterhalten.
    Das >Richtige Gehen<, sagte er, sei eine List. Dabei lenkt der Krieger [Schamane], durch das Einkrümmen der Finger, seine Aufmerksamkeit zuerst auf seine Arme. Und dann, indem er - ohne seinen Blick zu zentrieren - auf irgendeinen Punkt geradeaus vor ihm auf einem an seinen Fußspitzen beginnenden und über dem Horizont endenden Bogen schaut, überflutet er buchstäblich sein Tonal mit Informationen. Das Tonal, sagt er, könne dann, ohne unmittelbaren Kontakt mit den Elementen seiner Beschreibung, nicht mehr mit sich selbst sprechen, und so entstehe das innere Schweigen. Es komme dabei gar nicht auf eine bestimmte Stellung der Finger an, erklärte Don Juan. Es gehe lediglich darum, durch das Anspannen der Finger in verschiedenen ungewohnten Haltungen die Aufmerksamkeit (des Tonal) auf die Arme zu lenken; das einzig Wichtige sei, daß die unkonzentriert blickenden Augen eine Unmenge Bilder von der Welt auffangen, ohne sie klar zu sehen. In diesem Zustand, fügte er hinzu, könnten die Augen Details aufnehmen, die zu flüchtig für die normale Beobachtung seien." Ende des Zitats.
    Im Zen wird auch das Schweigen des "Inneren Dialogs", welches die gewohnte Welt erschafft, angestrebt. Berücksichtigt man solche Bestrebungen, erhält Dein Bild eine Kraft, die meine wandernden Augen beglückt. Wäre ein ewiges Thema, mach ich mal Schluss mit meinem Vortrag.
  • MaraGabriela
    MaraGabriela
    ... die Ausstellungen finden in den Winkeln und Schatten der Raserei statt ;)
  • Gast , 3
    Als ob es schon zur nächsten Ausstellung rasen würde. und die Kreativität uns immer einen Schritt voraus wäre.
  • MaraGabriela
    MaraGabriela
    ... und dazu blau- grau -weißes Wasser getrunken, zum inneren Einfrieren, um Schilf mit Frost nachempfinden zu können. Um so gefühlsnah wie möglich an meinem Foto zu sein und so kinetisch wie es die Götter erlauben .... ....
  • Gast , 3
    Kinetisch essen gewesen die Kamera?
  • Gurus
    Gurus
    naja wenigstens nimmst es mit humor. ist auch was wert
  • MaraGabriela
    MaraGabriela
    Du kriegst keine Kekse, keine Kekse, keine Kekse. Kuck nicht so wie ein Hund. Hör auf mit dem Schwanz zu wedeln. Schlabber nicht so rum. Du kriegst keine Kekse ;)))))))))))))))))
  • Gurus
    Gurus
    jaja...wäre ich zufällig vorbei gekommen hätte ich gesagt: so eine kamera ist nichts für dich. du kannst damit nicht umgehen. back doch lieber einen zitronenkuchen ( auch wenn der evtl nicht schmeckt ), das ist immernoch besser als die fotos
  • MaraGabriela
    MaraGabriela
    d2r2 ... die sitzt mitten in meinem Herzen. Ich gehe nie ohne Kamera aus dem Haus. Ich freue mich wie ein Kind, wenn ich eine Situation entdecke, die mich verzaubert. Ich gehe allein oder mit jemandem los, um Fotos zu machen. Viele Fotos, Viele werden ja nichts. Ich verbringe meine Zeit damit, stundenlang nach passenden Zwischenfotos, Hintergründen zu suchen. Ich denke mir Geschichten aus. Ich träume in Fotoausschnitten. Ich diskutiere darüber. Und dann habe ich mal Glück und erhasche einen Ausschnitt, wie diesen. Es war ein Wintermorgen, 2017. Ich war im Kurpark unterwegs. Eigentlich vorher beim Arzt. Aber ich konnte an diesem Wintermorgen nicht an dem schneebedeckten Park vorbeigehen. Die kleinen Teiche waren zugefroren, Schilf über und über mit Frost bedeckt. Ich bin drumherum gelaufen. Halb viele Perspektiven probiert. Auf das Eis, auf das Schilf, auf die frostbeknarrten Äste gehalten. Hab mich mit der Kamera gedreht, hab sie geschüttelt, gestreichelt, ihr und mir zugeredet, hab gehofft, die Schneeelfen in meinen Verwackelungen einzufangen .... und hab mich wahnsinnig über dieses Fotogeschenk gefreut. ich kann die Schneeelfen sehen ... und Du scheinbar nicht.
    LG. Mara
  • Gurus
    Gurus
    ein verwackeltes digitalfoto- wo bleibt die kunst bzw. mühe ?