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Fotografie, Graffiti, Eisner, Republik, Mühsam, Gesicht

KurteisnerSarahSonja

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    Uploaded by Dirk Dautzenberg in Dirk Dautzenberg, Fotos on 07/07/2019

    In München in der Martin-Luther-Straße entdeckt: Möglichst schnell vergessen diese uralten Vorgänge! Dabei werden sie immer aktueller, wenn man das Erstarken der rechten Szene betrachtet. "Wer nicht die Geschichte studiert, wird ihre Fehler wiederholen" (ein kluges Wort, von Jemandem, den ich vergessen habe). (Das Foto eines Graffiti unterliegt meines Wissens nicht dem Urheberrecht, Administratoren: bitte entfernen, wenn dem nicht so ist!)

TitleMühsame Erinnerung in München, Martin-Luther-Straße
Material, Techniquejpg-foto-Datei, 1600 x 1200 px, 800 KB
Year, LocationStätzling, 5/2019
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Info331 23 10 3 by 6 - 6 Votes
  • 23 Comments Sign in to leave a comment.
  • HannesWeiss
    @per "Doch wie sagte Neo-Rauch: "Ein verstandenes Bild ist ein kuenstlerischer Unfall."
    ja, ja, es wird viel gesagt. und ein freifahrtschein ist immer schön.-

    Ich denke, Neo Rauch polemisiert hier gegen die intellektualistische Scharlatanerie ("Was will uns der Maler mit diesem Bilde sagen?" Antwort: "Nichts! Denn sonst hätte er ein Gedicht oder einen Roman geschrieben.")
  • HannesWeiss
    @absurd-real der geist der pickelhauben* (freikorps, reichswehr) hat letztlich alles niedergemetzelt.
    *dieser geist des schon damals immer noch dominierenden faschistischen militärismus ist treffend beschrieben und (psycho-)analytisch untersucht von klaus theweleit: "männerphantasien" https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Theweleit
  • absurd-real
    absurd-real
    @Roderich Wegen deiner Akne? Ach, das ist aber nicht nett.
  • Roderich
    Roderich
    War eine Antwort auf Alexander Baums Kommentar "Siegepickel".
  • Dirk Dautzenberg
    Dirk Dautzenberg
    @Roderich "der baum unser kunstkenner vom KN". Was soll dieses statement sagen?
  • Dirk Dautzenberg
    Dirk Dautzenberg
    @per "wer hat das denn bezahlt? "
    Weiß nicht, tippe mal auf Kulturreferat.
  • per
    per
    @HannesWeiss
    (...) wahrnehmung von "Kunst" - - beim dran vorbei- gehen/fahren ---
    an dem gebäude werden kaum viele leute lang gehen und deshalb zeit haben, genau hinzusehen. idealerweise von der anderen strassenseite aus.
    das gebäude steht denkbar ungünstig für so ne message.
    hauptverkehrsstrasse, nicht an einer kreuzung mit ampeln, keine häuser gegenüber.
    wieviel und was man an grossplakatierung beim vorbeifahren wahrnimmt kann man jederzeit selbst testen. ob aus dem auto raus oder nem bus etc...
    überraschung: ziemlich wenig bis "nichts", vor allem, wenn man unvorbereitet ist.
    deshalb: reduktion aufs wesentliche, wenn man sowas macht !
    -->
    "kunst hin oder her, ich finde es bemerkenswert, dass der themenkomplex: "Freistaat-räterepublik-protagonisten-freikorps-reichswehr-normative gewalt...." es endlich auch in münchen zu einer darstellung im öffentlichen raum geschafft hat. "

    eher wenig überraschend. die csu kriegt vermutlich langsam schiss, von ganz rechts überholt zu werden. auch die haben wenig bock auf nen neuen nazistaat.
    da hilft man sich im notfall mit was rotem aus. auch wenn´s wehtut.
    wer hat das denn bezahlt?
  • absurd-real
  • HannesWeiss
    @Roderich wer ist baum?
  • HannesWeiss
    @per danke per für deine ausführliche beschreibung der wahrnehmungspsychologie beim aufnehmen von "Kunst"-werken. Es leuchtet mir ein, was du schreibst. Ob es so ist oder sein kann, kann ich nicht beurteilen. kunst hin oder her, ich finde es bemerkenswert, dass der themenkomplex: "Freistaat-räterepublik-protagonisten-freikorps-reichswehr-normative gewalt...." es endlich auch in münchen zu einer darstellung im öffentlichen raum geschafft hat.
  • Roderich
    Roderich
    der baum unser kunstkenner vom KN. 😂
  • per
    per
    "Doch wie sagte Neo-Rauch: "Ein verstandenes Bild ist ein kuenstlerischer Unfall."
    ja, ja, es wird viel gesagt. und ein freifahrtschein ist immer schön.
    :-)))
    hier gehts aber um eine botschaft.
    ein apell - erinnerung an die (mögliche, braune) zukunft - ... ?

    kunst, wie ich sie verstehe, hat immer einen zweck und/oder eine aufgabe. (also das objekt, bild, performance, töne usw)
    wie sieht die verpackung aussen aus, was wird "versprochen" und was ist tatsächlich drin...

    die wahrnehmung eines werbeplakats (in der tafelgrösse hier) beträgt nur ein paar sekunden.
    in dieser zeitspanne muss der adressat / rezipient geschnallt haben, was er da sehen und verstehen soll.
    der sich bewegende betrachter (auf der strasse) muss das, was er optisch angeboten bekommt, sehr schnell decodieren können. ansonsten ist die arbeit für die katz.
    der farb"bomben"-schock dauert viel zu lange.
    ein so buntes und dadurch überladenes motiv, auch wenn´s noch so gross ist, kann schnell reflexartig übersehen oder einfach ausgeblendet werden, da rezipienten (in der stadt /stadtbild) ständig (zu) vielen reizen ausgesetzt sind.

    mein entwurf hätte ziemlich anders ausgesehen.
    weniger "mühsam" damit mehr mühsam drin ist.
    :-)
  • Dirk Dautzenberg
    Dirk Dautzenberg
    Bin begeistert über die Diskussion insgesamt! Hatte allerdings die harten Gebäude, Maschinen, Helme...auch nur sehr entfernt meinem Begreifen einprügeln können. Doch wie sagte Neo-Rauch: "Ein verstandenes Bild ist ein kuenstlerischer Unfall." Dachte allerdings: hier hat sich mal Jemand des Themas im öffentlichen Raum angenommen, muss unbedingt verbreitet werden. per: Danke für den Link auf das Buch!
  • absurd-real
    absurd-real
    Siegepickel
  • Roderich
    Roderich
    ja klar, schön in die waage und am besten einnorden. 🤦‍♀️
  • absurd-real
    absurd-real
    Augenkrebs. Da drehst du die Filter einfach bis zum Anschlag hoch und denkst dir: "Jawoll, dit isses!"?!
    Wenigstens zurecht schneiden können, damits horizontal gerade ist, aber das wäre bestimmt vom Flair her nemmer so doll usw. jojojo
  • per
    per
    puuh...
    also, das bearbeitete wirkt um einiges freundlicher (obwohl... wie gesagt...)
    überfrachtung ist kontraproduktiv, wenn man was bestimmtes vermitteln will. weniger ist meistens mehr.
    informationen sollten sich auf ihren inhalt beschränken und man muss nicht jeden quadratmeter zuklatschen.
    was erschwerend hinzukommt: die vielen fenster. die werden ungewollt als fremde elemente mit einbezogen, weil alles an mauer vollgesprayed wurde.
    die frage ist: wen soll was warum ansprechen? was soll erreicht werden?

    keine ahnung was deine cam an bildqualität drauf hat. auch das "original" erscheint mir farblich bisschen "unecht".

    Mühsame Erinnerung in München, Martin-Luther-Straße II

    so. ich hab grade nicht die zeit, mich damit eingehender zu beschäftigen. aber ich kapiere grade halbwegs, um was es dem sprayer / den sprayern vermutlich ging. und dann… na ja, ich musste jetzt selbst erstmal was nachlesen, um bisschen mehr sagen zu können.
    aber auf dieser grundlage ist die umsetzung des thema´s aus meiner sicht glorreich daneben gegangen.
    ich könnte fast schwören, wenn man leute daraufhin interviewt, die meisten hätten null plan was da tatsächlich zu sehen sein soll.
    https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchner_R%C3%A4terepublik
    alleine die farbwahl. psychologie. da bietet sich doch erstmal blau/weiss an und schwarz/weis/rot kombination.
    die horizontal zwischen den fenstern (etagen) befindlichen flächen hätte man zur strukturierung der GESCHICHTE (im doppelten sinne) sinnvoller benutzen können und nicht durch die senkrechten flächen zwischen den fenstern so zukloppen müssen.
    wenn ich hier ohne absätze, punkt und komma meinen text als blocksatz hinhauen würde, wäre das genauso anstrengend.

    die story, die, wie auch immer, erzählt werden sollte, kann wahrscheinlich nur ne winzige minderheit kapieren. und die mehrheit davon wiederum dürfte kaum noch laufen können.
    ;-)

    eigentlich ne anspruchsvolle aufgabe, die aber nicht gut umgesetzt wurde.

    ps. ist zwar ein buchcover, aber das zeigt so bisschen in die gestalterische richtung, von der ich spreche.
    das cover finde ich übrigens auch nicht besonders. aber wenigstens sind die protagonisten nicht ausserirdisch blau.
    http://eineweltnetz.org/der-kurze-fruehling-der-raeterepublik-mi-7-2-18-buchvorstellung/
    ;-)
  • Dirk Dautzenberg
    Dirk Dautzenberg
    @per Ja, ist wohl richtig, was Du schreibst, aber leider verstehe ich einiges wohl nicht so, wie es gemeint ist. Meinst Du mit "Reduzierung auf das Wesentliche" jetzt dieses Graffiti, oder mein Photo (samt Bearbeitung) oder beides? Das, wie Du auch nach meinem Verständnis richtig schreibst, überfrachtete Werk, wollte ich durch Photobearbeitung nochmals "überfrachten", sodass es auf diese Weise im Auge des Betrachters zu beißen beginnt. Prinzipiell bin ich auch ein Bewunderer gekonnter Reduzierung der Mittel in der Kunst, dieses Graffiti wollte wohl in dem Sinne gar keine Kunst sein (und mein Photo selbstverständlich erst recht nicht), sondern wie Du schreibst, (politische) Werbung. Als solche finde ich es protzig und knallig genug, dass es wahrgenommen wird, wenn man sich das "mühsam-peinlich berührte" Erinnern des offiziellen München an die Entstehung des Freistaates (oder gar der Räterepublik) vor Augen hält.
  • per
    per
    dezenter im original mag ja sein. aber durch digitale manipulation läuft ja meine kritik grossteils ins leere. ich hab auch nicht gesagt, dass es mir nicht gefällt.
    nur bilder sollten rüberbringen, was sie sagen wollen.
    und das kann man beim tun so beeinflussen, dass die message optimal den betrachter erreicht. ich mache da einen unterschied zwischen "freier kunst" und "illustrativer werbung". denn nichts anderes ist politische kunst. (also werbung. von der (kommerziellen) kann man viel lernen).
    da sind bestimmte techniken gefragt. in der sprache ist das die art der rhetorik, der syntax.
    das hier soll ja möglichst gut verstanden werden.

    reduzierung aufs wesentliche hätte da besser gewirkt.
    so oder so ist das überfrachtet.
  • Dirk Dautzenberg
    Dirk Dautzenberg
    @per Nur das Foto ist so grell, damit es die Wucht und Dringlichkeit des Dargestellten und Anliegens nochmals unterstreicht. Schade, dass es Dir so nicht gefällt, aber ich danke Dir sehr für diese konstruktive Kritik, bekommt man leider nicht oft. Das Original Graffiti ist dezenter.
  • per
    per
    das ding ist ja eigentlich gut. nur diese farben schrillen mir in den augen.
    zumindest hätte ich den sprayern empfohlen, einen grossteil davon in graustufen zu sprühen.
    das würde das ganze erstens erträglicher, und zweitens bestimmte anteile deutlicher machen.
    so erschlägt einen das.
  • Dirk Dautzenberg
    Dirk Dautzenberg
    @Günter Danke Dir Günter für Deinen Kommentar!
  • Günter
    Günter
    Es gehört zu den Aufgaben der Kunst, den Lauf der Zeit zu begleiten, auf Widersprüche aufmerksam zu machen und widerspenstig zu sein! Dieses Foto und der Sprayer kommt dem nach. Beides verdient großen Respekt! Bravo!

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