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    Uploaded by cobolt in Hamburger Corona-Impressionen on 07/25/2020

    Spitalerstrasse - Vers. 1

    Wir wechseln die Strassenseite und betreten das Mekka des Hamburger Einzelhandels und seine bekannteste Fussgängerzone. Ganz leer ist es nicht, aber die Handvoll Figuren verlieren sich bis zur Horizontlinie. Eine Vertreterin der professionellen Bettelbrigade sitzt eingefroren an ihrem Stammplatz. Ein alter Mann schlurft uns in Zeitlupe entgegen. Wie am Bahnhof, steht wieder einer regungslos mit uns da und bestaunt die unwirkliche Szenerie.

    Irgendetwas ist hier noch anders, als an den bislang gesehenen Plätzen. Wir brauchen eine Weile, bis wir drauf kommen: Keine Tiere, nicht einmal die üblichen Tauben. Möglich, dass die Schatten zu lang werden und auch die Vögel lieber in der Sonne sitzen. Die Gestalten am Horizont bewegen sich weg von uns Richtung Innenstadt. Als sie verschwunden sind, ist der / die / das Einzeige, was sich in diesem Moment bewegt, der alte Mann. Und das gaaaaaanz langsam und ohne Geräusch. George Romero hätte das nicht besser drehen können.

    Heute wäre eigentlich DER Tag für Streetart. Ab und an ist eine(r) von denen zu sehen Aber mehr als 2qm bekommen Streetartisten in so einem Gedränge notgedrungen nicht. Heute könnte man hier einmal richtig GROSS arbeiten. Eine Gelegenheit für Bilder, wie man sie noch nie gesehen hätte.

    Wir schmeissen uns Assoziationen an den Kopf und giggeln uns einen. Meine Begleitung zitiert Simon & Garfunkel. Ich konter mit Alex Proyas’ Film Dark City.
    “SLEEP !”
    “Enjoy the silence.”
    “Michael Rennie was ill the day the earth stood still.”
    “Mr. Freeze.”

    Oder ein schlafender Koloss. Dazu bräuchte es Aktionsspezis à la Christo, die sich mit Stoffen auskennen und einige Sprayer. Wenn man die Dinge schon nicht ändern kann, könnte man sie wenigstens (be)nutzen und dem weißen Kaninchen in den Bau folgen. Für ein paar Aktionen kreativen Widerstands. Aber die rechtliche Rauferei um offizielle Genehmigungen würde vermutlich länger dauern, als der Lockdown.

    So verfliegt der Moment und wir ziehen weiter.


TitleAn einem Samstag in Hamburg 2020 - Kpt. 6
Material, TechniqueAlle Extras: Gouache auf Karton, Feinliner, Tintenstifte
Year, Location2020
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  • Hamburg
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  • 9 Comments Sign in to leave a comment.
  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian

    Muhaha. Gut gesehen. Vielleicht sollte ich ein "find the connections" lostreten ;-).

    Zu viel Bildschirm ... strengt vor allem auch an :D, produzierend mehr als konsumierend. Ansonsten hängt das schon sehr ab von dem was da konsumiert wird und wie, denke ich. All diese Volksbespaßungsshows verblöden wahrscheinlich mehr als ein guter Krimi, Spielfilm oder Dokumentation.
    Als Glotze Ausgleich, egal ob TV oder Monitor, helfen mir 5 Stunden Auszeit unterwegs auf dem Rad bei 30° :-).
    Ein gutes Buch ist auch nicht zu verachten :D.

  • cobolt
    cobolt
    Uuuh, mein Fehler. Zardoz is ja der alte Connery :o Und die Rampling. Det is auch schon laaaange her und ich gerat immer in Wallung, wenns um den europäischen Comic, phantasielose BranchenWirtschaft und seine verpassten Chancen geht.

    Filme wie Zardoz muss man heute wohl bei YouTube sehen. Oder kaufen. Ich bin kein Fachmann, aber es fällt schon auf, dass man viele Filme sonst überhaupt nicht mehr zu Gesicht bekommt, aber dafür laufen die ewig Gleichen alle 3 Monate in Dauerschleife.

    Ein Grund mehr seinen Sch... selbst zu machen, gelle?
    Zuviel Bildschirm verblödet eh nur, selbst wenns Technik neuster Stand ist.

  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian

    Öh, Zardoz, Frankreich, Minions? Meinen wir den gleichen Zardoz?

    Zum 50/60er Feeling hab ich mal hier weiter geschrieben, sonst denkt noch ein Unbedarft, det bezög sich auf det hier Abgebildete.
    Hatte letztens mal so ein Idee, alles auf det Artikel "det" zu reduzieren, bzw. auf Wortendungs, det sowohl mit die als auch mit das und der funktionierten, bzw. halt mit "det", erspart det surreal, verunstaltend Verlängern det Wörter :D. Noch nicht ganz ausgereift ;-).

  • cobolt
    cobolt
    Moin Xabu.
    Freut mich, wenn's unterhält. Du bist n Gleichgesinnter, mit dem man locker den Kneipen-Abend verplaudern könnte :) Und n guter Stichwort-Geber.
    ...
    "The Day the Earth Caught Fire"
    DEN hab ich auch nur EINMAL gesehen. Leider. Und da war ich n Jung-Teenie, als solche Filme noch im normalen TV flimmerten. Heute bringt die nur noch ARTE
    ...
    "Wird der Comic als Ganzes wenn fertig auch veröffentlicht?"
    Darüber denk ich im Moment noch nicht nach, weil a. Corona alles durcheinander schmeisst und b. ich an der Story bastel und froh bin, dass ich keinen Zeitdruck dabei habe. Wenn (einigermaßen) fertig, dann next Step.
    ...
    "wie in den 50/60igern wirkt"
    Über diesen Punkt hab ich damals lange nachgedacht. Aber ich entschied mich gegen die Sci-Fi-Stadt wie in Blade Runner oder Ghost in the Shell (davon gibts mehr als genug), sondern für die Übergangsphase, wo noch alte Architektur aus dieser Zeit vorhanden ist, damit die Story in einigen Jahrzehnten spielen kann. Ich selber wohne in einem Mietshaus der 60iger. Auch mit neuster Entwicklung wird ja nicht gleich alles abgerissen. Dann wäre ein Großteil der Stadt obdachlos.
    ...
    "Immortal"
    Auch einer meiner Lieblinge. Is aber im Kino gefloppt, trotz der guten Schauspieler und Guest-Stars. Bilal ist typisch für die Situation. Während uns MARVEL inzwischen auch den letzten Superhero-Eumel um die Ohren haut, sitzen die Europaer auf ihrem Schatz und scheitern an der Umsetzung, sich endlich einmal neben USA und Japan zu etablieren. Besonders die Franzosen. Immortal ist ein Fest, wenn man die Comics kennt ... und schwer zu verstehen, wenn nicht :) Ein Film für Fans.
    "Valerian" war der letzte Anlauf, aber der fängt den Spirit des Originals nicht ein und verwässert in komischen Kompromissen und künstlichen trendy Inhalten. Liegt sicherlich auch an den Möglichkeiten, der Finanzierung und dem ganzen Kram. Er ist hübsches Popcorn-Kino, aber die Chance ist vertan.
    ...
    Und ... yeah, wir alle lieben "Z" wie Zardoz, hrhrhhrhr. Hätten die Franzosen die Möglichkeiten wie "Industrial Light und Magic", "Pixar" oder "UNIVERSAL", hätten die das längst à la Minions umgesetzt.
    ....
    "ein Evangelium des Kapitalismus"
    Deshalb mag ich die Autoren des Cyper-Punk Sci-Fi so. In Jack Womack's Dryco-Zyklus beten sie zu Big E. E für Elvis :) Und es gibt nichts, was so beknackt ist, das es nicht jemand nachmacht :)))
    ...
    Besten Dank und Greetz
  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian

    Apropos schweigende Leserschaft ...


    ... Zeit der alten Männer :) ...

    Die Bilder dieser Reihe erinnern mich auch an den Science Fiction Film "The Day the Earth Caught Fire". Schon sehr, sehr lange her, dass ich den gesehen habe.
    Ich liebe die Stimmung dort, z. B. die Szene in der dem Journalisten das Farbband in der Maschine verklebt, bzw. die Bleitypen vor Hitze wohl schmelzen und hängen bleiben, nichts geht mehr.
    Alles sehr real und doch unwirklich, wie in einem angenehm bösen Traum. Wie aktuell. Nur das Erwachen bleibt aus.

    Dein anderes (Comic) Thema, ich sach mal, Macht und Religion der "sozialen" Medien, digitaler Technik und Vernetzung, ist ja auch Thema in meinem letzten Video.
    Wird der Comic als Ganzes wenn fertig auch veröffentlicht?
    Interessant, dass die Zeit in der das spielt wie in den 50/60igern wirkt. Nicht dass ich mich im Comic Genre gut auskennen würde, aber der Stil hat was von Enki Bilal. Und da fällt mir ein weiterer Lieblingsfilm ein :D, das wundervolle "Immortal".

    Vorgestern ne Doku gesehen, über Geld und Politik in den USA.
    Da gibts doch echt so staatstragende Milliardärs Sekten, die ein Evangelium des Kapitalismus verkünden. Reichtum ist gut, weil Gott das so will, oder so :D, etc., lässt sich ja beliebig ausbauen.
    Money makes the world go round, nach wie vor, auch wenns eiert und faulig stinkt.


    Und dann war da noch ... "Z" wie Zardoz :D.

  • cobolt
    cobolt
    Meinen Dank für die (schweigende) Leserschaft. die mir in den Kaninchenbau folgt. Thx!
  • Gast , 3
    Amazing!
  • cobolt
    cobolt
    Thx, vega, wie immer ein Vergnügen.

    Wie der Zufall so will, lief gestern ne Doku über Simon und sein Funkel. Da konnte man gut sehen, warum diese Songs so zeitlos und global sind. Texte und Instrumentalisierung schaffen ne Emotion, die überall funktioniert, so dass sogar Leute wie ich sie gerne hören, obwohl das nun wirklich nicht meine Zeit ist. Aber die Inhalte sind auch 40 Jahre später unverändert da.

    Deshalb war's auch kein Zufall, dass meiner Begleitung der "Sound of Silence" bei diesem Bild zuerst einfiel. Ich hatte den gleichen Gedanken und wir haben breit gegrinst. Man denkt fast automatisch an diesen Song. Is schon starke Kunst, wenn man Texte und Sounds erschafft, die in jeder Stadt so universell zeitlos funktionieren. Simon konnte das, zumindest eine Zeit lang.

    Die "Werbung" ist übrigens original. Da hab ich nix verändert, nur den Kontrast etwas erhöht für die Lesbarkeit. Einer jener Zufälle, hinter denen ich bei solchen Aktionen her bin. Aber in ner Pandemie kommt das besonders "strange".
  • Vaga
    Vaga
    Sehr raffiniert, das Z einzusetzen als Sprayer-Motiv, denn es eignet sich als 'onomatopoetische Stütze' sehr gut. So sehe, aber 'höre' ich demzufolge auch, auf welche Weise hier ein 'Alpha-Beet' entsteht. Was dem 'Illustrator' an Hauptstraßen- und Nebensächlichkeiten ins Auge sprang, ist von ihm beschrieben und bildlich in Szene gesetzt. Aber auch meinem Auge bleibt das Viel an Beschreib- und Sichtbarem nicht verborgen, und es kann vereinzelte Heiten aufdecken, bspw. das 'Gesicht' der imaginären 'Christo-Plane', das trotz hochgezogener Mundwinkel seinen traurigen Ausdruck nicht verbirgt. Diese 'Hommage' an den 'Verpackungskünstler' (dessen Arbeiten ich sehr schätzte), finde ich gelungen.
    Die Spitze von St. Petri sticht ins Himmelblau und die 'Werbung, die Leben retten könnte' mir ins Auge. Wenn's so einfach wäre, denke ich. Und warum ich jetzt 'A Heart in New York' (Simon & Garfunkel) als Wurm im Ohr hab', weiß ich nicht auf den ersten Anhieb, doch auf den zweiten schon. Denn ist es nicht im Hier und Da in den Straßen dort genauso wie Da und Dort in den Straßen hier, nur ein klitzekleines Bisschen anders?

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